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für den 21.08.2019

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Interview mit Superintendentin Dr. Ilka Werner

Politisch, aber nicht parteipolitisch

Im Reformationsgottesdienst predigt Superintendentin Dr. Ilka Werner unter dem Titel "Fürchtet Gott, ehrt den König!" zum Auftakt des EKD-Themenjahres 2014 "Reformation und Politik". Im Interview erläutert sie, warum die Kirche politisch sein muss.

"Kirche muss auch politisch sein": Superintendentin Dr. Ilka Werner (Foto: Kurt Kosler). "Kirche muss auch politisch sein": Superintendentin Dr. Ilka Werner (Foto: Kurt Kosler).

„Die Evangelische Kirche muss auch politisch sein“, betont Dr. Ilka Werner, die auch Vorsitzende des Theologischen Ausschusses der Evangelischen Kirche im Rheinland ist. „Aber nicht parteipolitisch.“ Schließlich hätten sich schon Jesus und vor ihm die biblischen Propheten im alten Israel für Gottes Gerechtigkeit auf der Erde engagiert: „Sie waren auf der Seite der Armen und Ausgeschlossenen und wollten darum die sozialen und politischen Verhältnisse verändern.“ Politisch zu sein bedeute für die Kirche aber gerade nicht, sich parteipolitisch festzulegen. Ins politische Tagesgeschäft solle sie sich nicht einmischen. Dieser Spagat bedeute darum für die Kirche eine bleibende Herausforderung. „Darüber möchten wir im Themenjahr „Reformation und Politik“ besonders nachdenken.“

Das Interview mit Superintendentin Dr. Ilka Werner im Wortlaut:

Welche Rolle spielt die Politik in der Kirche?
Dr. Ilka Werner:
„Evangelische Kirche muss auch politisch sein, denn Jesus Christus predigte Befreiung und nicht nur Erlösung. Er und die Propheten vor ihm engagierten sich für Gottes Gerechtigkeit auf der Erde. Sie waren auf der Seite der Armen und Ausgeschlossenen. Darum wollten sie die sozialen und politischen Verhältnisse verändern.

Gerät sie denn damit nicht in eine zu große Nähe zum politischen Alltag?
Dr. Ilka Werner:
Nein, denn die Kirche muss zwar parteilich sein, aber nicht parteipolitisch. Sie hat eine andere Rolle als die Parteien, die Politik machen. Wenn man Umfragen ansieht, die fragen: "Was soll Kirche tun?" so liest man immer wieder: "Sie soll sich um Menschen in Not kümmern." Sich um Menschen in Not zu kümmern umfasst zwei Dinge: konkrete Hilfe und Fürsorge, aber auch den Einsatz für gerechtere Verhältnisse. Sich um Menschen in Not zu kümmern macht darum automatisch politisch.
Gleichzeitig heißt es in denselben Umfragen aber auch, die Kirche solle sich nicht politisch betätigen. Ich meine, das ist ein Echo auf den Unterschied zwischen "politisch" und "parteipolitisch". Die Kirche soll nicht zu einer Partei unter anderen werden. Sie soll sich eben nicht ins politische Tages- und Machtgeschäft einmischen.

Warum stellt die Evangelische Kirche im nächsten Jahr ihre politische Verantwortung besonders in den Vordergrund?
Dr. Ilka Werner:
2014 erinnern wir uns an 80 Jahre Theologische Erklärung von Barmen. 1934 wollten evangelische Kirchenleute aus ganz Deutschland sich von bestimmten Ansprüchen des NS-Staates abgrenzen und haben bei einem Treffen in unserer Nachbarstadt grundlegende Einsichten formuliert. Die sind für uns bis heute von großer Bedeutung. Kirche und Staat, so heißt es dort, haben zwar verschiedene, aber aufeinander bezogene Aufgaben. Wie die evangelische Kirche diese Aufgabe für den Staat wahrnehmen kann - darüber entscheiden wir immer wieder neu. Und darüber möchten wir in unserem Themenjahr „Reformation und Politik“ besonders nach denken."

 

24.10.2013



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