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für den 24.08.2019

Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR.

Jeremia 29,13-14

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Erklärung anlässlich des Terroraktes in Paris vom 7. Januar 2015

Je suis Charlie

 In einer Erklärung betont Superintendentin Dr. Ilka Werner die absolute Gültigkeit von Presse- und Meinungsfreiheit und wendet sich dagegen, Muslime und Islam in Europa allgemein für die Pariser Terrortat haftbar zu machen.

 

Erklärung des Evangelischen Kirchenkreises Solingen anlässlich des Terroraktes in Paris vom 7. Januar 2015

„Je suis Charlie“ – das ist seit vergangenem Mittwoch die französische Übersetzung von „Die Gedanken sind frei“.

Der terroristische Überfall auf die Redaktion des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ und die kaltblütige Ermordung von Journalisten und Polizisten haben uns tief erschüttert. Wir trauern um die Menschen und mit den Angehörigen und Freunden.

Wir erschrecken auch über die symbolische Dimension des Anschlags, über den Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit. Zu den Grundrechten jedes Menschen und zu den Grundwerten der demokratischen europäischen Gesellschaften gehören Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit und Religionsfreiheit. Kein Aspekt dieser Freiheitsrechte darf gegen einen anderen ausgespielt werden. Niemand darf andere mit Gewalt davon abbringen, ihre Meinung auch öffentlich zu sagen. Niemand darf wegen seiner religiösen und weltanschaulichen Überzeugung verfolgt werden. Und dazu gehört auch: Alle müssen es aushalten können, dass andere Menschen andere Meinungen haben. Alle müssen es aushalten können, dass andere Meinungsäußerungen Ärger und Verletzungen hervorrufen. Meinungsstreit darf geführt werden, aber nur mit Worten und Karikaturen, mit Argumenten und Satire, gegebenenfalls auch mit Klage und Rechtsprechung, aber niemals mit Gewalt.

Als evangelische Kirche stehen wir heute selbstverständlich zu den Grund- und Menschenrechten. Zwang in Gewissensfragen ist uns fremd – aber wir müssen zugeben: Das war nicht immer so. Es gab Zeiten, in denen die christliche Kirche, auch die evangelische, der Ansicht war, sie könne und dürfe die Gewissen der Menschen auch mit Gewalt kontrollieren und maßregeln. Das bereuen wir heute zutiefst. Wir haben gelernt, dass Glauben mit Freiheit und Wahrheit einhergehen muss, und weder Zwang noch Vertuschung verträgt.
Heute sind wir sicher: Die Rechte, die in der beginnenden Neuzeit formuliert worden sind, um die personale Integrität der Individuen zu verteidigen, müssen auch aus theologischen Gründen unterstützt werden. Weil wir uns als Christen und Christinnen selber durch unseren Glauben und unser Gewissen gebunden fühlen, sind wir davon überzeugt, dass auch andere nicht gezwungen werden dürfen, gegen ihr Gewissen zu handeln. Presse- und Meinungsfreiheit dürfen darum niemals, auch nicht „um des lieben Friedens willen“, eingeschränkt werden.

Wir weisen aber auch jede verallgemeinernde Haftbarmachung des Islam und der Muslime in Europa für diesen Terrorakt deutlich zurück. In ihrer Erklärung zu dem Pariser Anschlag geben Vertreter des Solinger Integrationsrates, von Moscheen und Migrantenvereinen und des Christlich-Islamischen Gesprächskreises ihrer Befürchtung Ausdruck, dass Extremisten und Fanatiker durch ihren Terror unsere Gesellschaft spalten wollen und rufen zu Wachsamkeit, Begegnung, Zusammenhalt und Dialog auf. Wir teilen diese Befürchtung und diesen Aufruf. Wir bitten die Menschen in Solingen, sich mit offenen Worten und ehrlichen Gefühlen am Streit der Meinungen um eine gute Zukunft für unser Zusammenleben in dieser Gesellschaft zu beteiligen.

Superintendentin Dr. Ilka Werner Superintendentin Dr. Ilka Werner

 Für den Evangelischen Kirchenkreis Solingen
Superintendentin Dr. Ilka Werner

 

09.01.2015



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