Losung

für den 24.10.2019

Du hast Menschen über unser Haupt fahren lassen, wir sind in Feuer und Wasser gekommen. Aber du hast uns herausgeführt und erquickt.

Psalm 66,12

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Goldene Menora

Jüdische Gemeinde zeichnet Horst Koss aus

Die „Goldene Menora“ hat der frühere Diakonie-Geschäftsführer Horst Koss am vergangenen Sonntag (6.10.2019) erhalten. Damit würdigte die Jüdische Kultusgemeinde seine Verdienste bei der Gründung des jüdischen Wohlfahrtsverband vor 20 Jahren in Solingen.

Brückenbau zur jüdischen Gemeinde: Horst Koss in der Wuppertaler Synagoge. LupeBrückenbau zur jüdischen Gemeinde: Horst Koss in der Wuppertaler Synagoge.

Nicht nur im Bergischen, sondern in der ganzen Welt feierten jüdische Gemeinden in diesen Tagen das Fest „Rosh Haschana“. Auch die für das Bergische Land zuständige Jüdische Kultusgemeinde Wuppertal lud zu diesem Anlass in ihre Synagoge ein. In diesem Jahr feierte der Vorsitzende Leonid Goldberg nicht nur den Beginn des Jahres 5870 nach jüdischer Zeitrechnung, sondern auch den 20. Geburtstag des Jüdischen Wohlfahrtsverbands. Aus diesem Anlass wurde auch Horst Koss besonders geehrt und mit der Goldenen Menora ausgezeichnet. Koss war bis zum März dieses Jahres 32 Jahre lang Geschäftsführer des Diakonischen Werks des Evangelischen Kirchenkreises und hatte in dieser Funktion maßgeblichen Anteil daran, dass sich der neu gegründete Jüdische Wohlfahrtsverband auch in Solingen etablieren konnte.

 

In ihrer Laudatio erinnerte die Vorsitzende des Gemeinderats der Kultusgemeinde, Ruth Yael Tutzinger, an die Zeit vor 20 Jahren: „Damals öffnete uns Horst Koss weit seine Türen in Solingen.“ Für zehn Jahre zog der Jüdische Wohlfahrtsverband in das Haus der Evangelischen Kirche in Solingen, den Sitz der Diakonie, ein. Dort war er eine wichtige Anlaufstelle vor allem für russischstämmige jüdische Menschen, die bis heute einen großen Teil der Gemeinde ausmachen. Da aber nicht nur jüdische Menschen aus Russland nach Solingen kamen und Beratungsbedarf hatten, halfen sich die Mitarbeitenden der Jüdischen Kultusgemeinde und des Evangelischen Kirchenkreises immer wieder wechselseitig aus. Tutzinger: „Ein christlicher und ein jüdischer Wohlfahrtsverband unter einem Dach – das gab es sonst wohl nirgends in der BRD.“

 

Die Gemeinderatsvorsitzende würdigte auch, dass für Horst Koss vor allem seine Beschäftigung mit der Haltung der Bekennenden Kirche (BK) während der Nazi-Diktatur sowie mit der Theologie des Widerstandstheologen Martin Niemöller ihn dazu bewogen habe, dazu beizutragen, dass jüdisches Lebens in Deutschland wieder Fuß fassen kann.

 

In seiner Dankesrede betonte Horst Koss, dass er die Auszeichnung stellvertretend für viele entgegennehme, darunter auch für den Evangelischen Kirchenkreis Solingen, für den es eine Selbstverständlichkeit gewesen sei, seine Räume der Jüdischen Kultusgemeinde zur Verfügung zu stellen. Mahnend erinnerte er an den „permanenten Antisemistismus in unserer Gesellschaft“, der dazu führe, dass jüdische Kitas unter Polizeischutz gestellt würden und jüdische Menschen es heute wieder schwer hätten, zu ihrer Religion zu stehen. Koss: „Ich schäme mich dafür, dass die Erkennbarkeit als Jude mit Gefahren verbunden ist.“ Er versprach, sich auch in Zukunft gegen Fremdenhass einzusetzen und nannte aktuelle Initiativen und Projekte, die die Erinnerung an die antisemitischen Gräuel der Nazizeit wachhalten, den Dialog zwischen Religionen fördern und das Demokratieverständnis unter jungen Menschen stärken.

 

09.10.2019



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