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für den 27.09.2021

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Erst der Schock und dann die Kreativität

Jugendarbeit in Coronazeiten: „Es herrscht Goldgräberstimmung“

Kaum hatte Corona das gesellschaftliche Leben auf den Kopf gestellt, begannen Haupt- und Ehrenamtliche der Jugendarbeit im Kirchenkreis Solingen zu tüfteln: Sie entwarfen Projekte und Ideen, um mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu bleiben.

Freut sich über viel Kreativität trotz Corona: der Jugendreferent des Kirchenkreises Dennis Längert. Freut sich über viel Kreativität trotz Corona: der Jugendreferent des Kirchenkreises Dennis Längert.

Wer samstagsabends in Rupelrath im Jugendcafé Scandalon vorbeischaut, der bekommt für gewöhnlich vor allem eine Frage gestellt: Schinken, Salami oder beides? Wer dann eine Entscheidung fällt, bekommt einen Teller mit einem dampfenden, duftenden Baguette, nimmt an der gemütlichen Theke Platz und ist meistens schnell im Gespräch – über Gott und die Welt. Dann kam Corona. Und vielen Jugendlichen fehlte ihr Treffpunkt am Samstagabend. Kaum hatte das Scandalon seine Türen wegen der Corona-Schutzmaßnahmen schließen müssen, fand sich die Frage im Internet: Schinken, Salami oder beides? Das Team des Jugendcafés hatte eine Instagram-Story ins Leben gerufen, Tipps für die Zubereitung des Baguettes gegeben und zum Online-Austausch eingeladen.

So wie in Rupelrath sind in den vergangenen Wochen unzählige kreative Ideen entstanden, um Jugendarbeit auch in Corona-Zeiten lebendig zu halten. „Erst war das für uns ein ziemlicher Schock“, sagt Dennis Längert, Jugendreferent des Evangelischen Kirchenkreises Solingen. Freizeiten mussten abgesagt werden, Bildungsmaßnahmen und Ferienprogramme wurden ausgesetzt, das gerade angelaufene Projekt „Brückenschlag“ mit dem Hackhauser Hof zum Aufbau einer schulbezogenen Jugendarbeit wurde auf Eis gelegt. „Wir haben versucht Möglichkeiten zu finden, die Angebote für Jugendliche aufrecht zu erhalten“, sagt Längert. Aber die Regeln waren eindeutig.

Doch plötzlich entstand etwas Neues: „Es herrschte Goldgräberstimmung“, sagt der Jugendreferent. Die Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen in den Solinger Gemeinden hätten schon bald digitale Formate aus dem Boden gestampft. „Sie wussten, dass da Schätze verborgen sind und wollten sie heben“, erzählt Längert.

Es entstanden WhatsApp-Gottesdienste für Jugendliche und Konfirmanden. Junge Menschen, die sich in der Gamer-Szene zuhause fühlen, bekommen seitdem Angebote über den Discord-Server. Teilnehmer und Ehrenamtliche treffen sich über Zoom. Und ein Webinar unter dem Dach des Brückenschlag-Projekts wurde entworfen. Auf YouTube werden nicht nur Gottesdienste für Jugendliche übertragen, sondern auch Andachten und kurze, flotte Formate zum Mitmachen. Jugendarbeiter und Ehrenamtliche entwerfen Instagram-Storys. Bildungsmaßnahmen für Ehrenamtliche werden online angeboten.

„Die Resonanz ist groß“, sagt Dennis Längert, „es entstanden viele coole, authentische Formate.“ Die Jugendlichen kommentieren fleißig, senden Rückmeldungen an die Gemeinden und an die Köpfe der Aktionen. Und auch die Ehrenamtlichen fanden Möglichkeiten, vernetzt zu bleiben. Der große Gewinn dieser Phase sei die sprunghafte Digitalisierung, sagt Längert. „Wir haben auch Jugendliche erreicht, die wir sonst nicht erreichen“, freut sich der Jugendreferent.

Doch es gibt ein Aber: Längert weiß, dass auch Zielgruppen der Kinder- und Jugendarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Solingen auf der Strecke bleiben, seit es vor allem digitale Angebote gibt. „Unser besorgter Blick ging die ganze Zeit auch zu den Kindern, die noch nicht so technikaffin sind. Und natürlich zu den Jugendlichen, die zu Hause gar nicht die nötigen technischen Möglichkeiten haben“, sagt Längert, „es war ein Blick ins Dunkle.“ Wo Mitarbeiter wussten, dass Kinder oder Jugendliche durch das neue Angebot nicht erreicht werden, da griffen sie zum Telefonhörer und luden zum Spazierengehen ein. „Das hat auch Anklang gefunden“, sagt Längert. Die Gemeinden nahmen mit kleinen Geschenken, „Andachten in Tüten“ oder Gruppenstunden zum Mitnehmen Kontakt zu Kindern, Familien und Jugendlichen auf.

Immer deutlicher spüre er aber den Hunger nach Begegnungen in Fleisch und Blut, sagt Längert. Und langsam werde es nun auch wieder persönlicher. Die digitalen Formate werden vielerorts erhalten, aber der Jugendreferent und das große Team der Haupt- und Ehrenamtlichen in den Gemeinden schmieden nun Pläne für Programmpunkte im kleineren Rahmen – für die Sommerferien, für Schulungen, für besondere Gottesdienste, für ein Wiedersehen.

Autorin: Theresa Demski

 

03.06.2020



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