Losung

für den 29.07.2021

Ihr Berge Israels, siehe, ich will mich wieder zu euch kehren und euch mein Angesicht zuwenden, dass ihr angebaut und besät werdet.

Hesekiel 36,9

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Service

Notfallseelsorge in Corona-Zeiten

„Keiner muss in seiner Not alleine bleiben“

Die Notfallseelsorge des Evangelischen Kirchenkreises ist auch in der Pandemie im Einsatz – seltener, aber gut vorbereitet. Auch unter Corona-Bedingungen unterstützen Ehren- und Hauptamtliche die Einsatzkräfte und leisten Erste Hilfe für die Seele.

„Auch unter Corona-Bedingungen für die Menschen da sein“: Notfallseelsorge-Koordinatorin Simone Henn-Pausch. „Auch unter Corona-Bedingungen für die Menschen da sein“: Notfallseelsorge-Koordinatorin Simone Henn-Pausch.

Als sich die Pandemie abzeichnete und schließlich der erste Lockdown ausgerufen wurde, da setzte sich Simone Henn-Pausch mit den Einsatzkräften von Feuerwehr und Polizei zusammen. Die Koordinatorin der Notfallseelsorge des Evangelischen Kirchenkreises in Solingen wollte ein klares Signal senden: „Auch unter den erschwerten Bedingungen in dieser Krise, wollen wir für die Menschen da sein“, entschied sie damals mit ihrem Team und den Verantwortlichen vom Evangelischen Kirchenkreis Solingen. Und bei dieser Entscheidung ist es geblieben – auch ein Jahr später. Wenn sich Angehörige nach einem Unglück seelsorgliche Unterstützung wünschen, dann reicht ein kurzer Hinweis an Polizei oder Feuerwehr, damit sich die Notfallseelsorgenden auf den Weg machen – zum Zuhören, Aushalten und Helfen. „Der Rettungsdienst fragt die Betroffenen, ob sie sich unsere Unterstützung wünschen“, erklärt Simone Henn-Pausch den Ablauf, „und wenn wir gebraucht werden, alarmiert die Leitstelle die Mitarbeitenden in Bereitschaft.“

Weniger Einsätze durch Corona

Seit dem Beginn der Pandemie gehen die Zahlen der Einsätze für die Notfallseelsorge etwas zurück: Fuhren die diensthabenden Pfarrer und speziell ausgebildeten Ehrenamtlichen früher rund 100 Mal im Jahr zur Unterstützung der Einsatzkräfte zu den Angehörigen, waren es im vergangenen Jahr 86 Einsätze. „Aktuell liegen wir bei durchschnittlich einem Anruf pro Woche“, sagt die Koordinatorin, „würde es dabei bleiben, wären das am Ende des Jahres rund 52 Einsätze.“ Wo die Ursachen für den Rückgang liegen? „Wir wissen, dass laut Unfallstatistik während der Pandemie weniger Verkehrsunfälle passieren“, sagt Simone Henn-Pausch. Wo Notfallseelsorgende sonst zur Unterstützung gerufen werden, um Angehörige nach einem schweren Verkehrsunfall zu betreuen, gibt es nun weniger Bedarf. „Dazu kommt, dass wir auch seltener angefordert werden“, sagt die Koordinatorin. Das habe wohl damit zu, dass viele Menschen bereits die Regel verinnerlicht haben, so wenig Menschen wie möglich zu begegnen. Auch in der Not werde dann lieber auf den Besuch der Seelsorgenden verzichtet. „Aber keiner muss in diesen Situationen alleine bleiben“, betont Simone Henn-Pausch. Schließlich seien die Haupt- und Ehrenamtlichen gut vorbereitet auf ihre Einsätze – auch während der Pandemie.

Hygieneregeln gelten auch im Notfall

Das gilt für Material wie Masken, Desinfektionsmittel, Handschuhe und Selbsttests, die allen Mitarbeitenden der Notfallseelsorge zur Verfügung gestellt werden. „Schon zu Beginn der Pandemie haben wir im Team außerdem intensiv über die veränderten Bedingungen gesprochen“, erzählt die Theologin. Abstandsregelungen, das eigene Sicherheitsbedürfnis, der Schutz der Angehörigen: Alle Bedenken und Sorgen kamen auf den Tisch. „Heute achte ich darauf, immer eine FFP2-Maske dabei zu haben und das Desinfektionsmittel in die Tasche zu stecken“, sagt etwa Pfarrerin Renate Tomalik, die zum Team der Notfallseelsorge gehört. Außerdem mache sie in der Zeit der Bereitschaft regelmäßig Corona-Selbsttests. „Das ist mir wichtig, um sicher zu gehen, dass ich niemanden anstecken kann“, erklärt sie.

Unterstützung durch die Feuerwehr

Unterstützung bekommen die Notfallseelsorgenden auch beim Thema Hygieneregeln von der Feuerwehr. „Wir nehmen eine große gegenseitige Wertschätzung wahr“, sagt Simone Henn-Pausch. Die Notfallseelsorgenden konnten als Teil der Rettungsdienste mit der Gruppe der Solinger Feuerwehrleute geimpft werden. Und die Einsatzkräfte der Feuerwehr würden die Situation am Einsatzort bereits gut abklären, bevor die Seelsorgenden ins Spiel kommen. „Würde es dort einen Coronafall geben, würde uns die Feuerwehr mit entsprechender Schutzausrüstung ausstatten“, erzählt die Koordinatorin. Dazu kam es bisher nicht. Auch sei noch keiner aus dem Team während eines Einsatzes infiziert worden oder hätte anschließend in Quarantäne gehen müssen.

Nähe trotz Maske

„Unsere Arbeit hat sich durch die Pandemie trotzdem verändert“, sagt Simone Henn-Pausch. Wo früher eine Umarmung oder eine vorsichtige Berührung Trost spenden konnten, habe Corona die Regeln verändert. „Unser Gegenüber kann uns das Mitgefühl wegen der Masken auch nicht mehr so leicht im Gesicht ablesen“, stellt die Koordinatorin fest. Zuweilen verstehen Menschen die tröstenden Worte durch die Masken nicht. „Wir mussten viele Dinge, die sonst ganz automatisch funktionieren, neu denken“, erklärt die Theologin. Und diese Erfahrung macht auch Renate Tomalik: „Ich frage die Menschen viel mehr nach ihren Bedürfnissen“, sagt sie. Jeder habe schließlich ein anderes Schutz- und Distanzbedürfnis in diesen Zeiten. Und darauf will sie Rücksicht nehmen. Nach einem Jahr Pandemie stehe nun laut Simone Henn-Pausch auch fest: „Notfallseelsorge ist auch unter den neuen Bedingungen möglich. Wir sind da!“

INFO

Aktuell gehören zum Team der Notfallseelsorge 26 Pfarrer des evangelischen Kirchenkreises und 16 Ehrenamtliche, die für den Einsatz ausgebildet wurden. Zwölf Ehrenamtliche befinden sich aktuell in der Ausbildung – sechs evangelische und sechs katholische Freiwillige. Der Abschluss ihrer Ausbildung war eigentlich für August 2020 vorgesehen. Er verschiebt sich voraussichtlich auf den Spätsommer dieses Jahres. So sei etwa das Hospitieren in Pandemie-Zeiten nicht mehr in allen Fällen möglich, sagt die Koordinatorin.

 

11.05.2021



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