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für den 06.07.2022

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Jesaja 60,19

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KIRCHEnMORGEN am Samstag

Von Trommeln, Alpakas, kopflastigen Gottesdiensten und fehlenden Menschen auf der Kanzel

In neun Werkstätten haben am Samstag die Teilnehmenden des KIRCHEnMORGEN an der Zukunft der Kirche gewerkelt. Statt der gewohnten Einsichten und Wahrnehmungen gab es ungewöhnliche Zugänge und reichlich Selbstkritik.

Mitten in der Ohligser Fußgängerzone: die Werkstatt "(Im)Mobile Kirche. LupeMitten in der Ohligser Fußgängerzone: die Werkstatt "(Im)Mobile Kirche.

„Zu kopflastige Gottesdienste“

Zur Kirche in Bewegung werden wollte die Werkstatt „(Im)Mobile Kirche“ und machte sich auf den Weg: in der Kirche und raus aus den Kirchenmauern bis in die Fußgängerzone. An immer wechselnden Orten bezog die Werkstatt mit mobilem Holzkreuz, Beachflag mit KIRCHEnMORGEN-Logo und leichten Plastikstühlen Quartier im Stadtteil Ohligs. Der Start war noch verhältnismäßig konventionell im Altarraum der Stadtkirche Ohligs mit einer Andacht. Auf der Empore wurden dann die persönlichen Glaubensgeschichten der Teilnehmenden zum Thema. Im Innenhof zwischen Kirche und Gemeindezentrum hob man Glaubensschätze. Vor der Kirche war eine Klagemauer aufgebaut. Mit bunten Klebezetteln heftete die Werkstattbelegschaft an, was sie am aktuellen Zustand Kirche belastet: „zu kopflastige Gottesdienste“, „zu viel mit sich selbst beschäftigt“ oder „zu wenig Mut, neue Wege zu gehen“. Aber auch ganz Konkretes wurde beklagt: „Kirche soll aufhören, morgens zu läuten“. Am Nachmittag ging es dann zwischen die Ladengeschäfte in der Fußgängerzone. Manche Menschen in der Einkaufspassage blieben interessiert stehen, andere gingen ungerührt weiter. Teilnehmerin Anne Binzinger zeigte sich auf jeden Fall zufrieden: „Ich habe mich zu dieser Werkstatt angemeldet, weil ich Tipps erhoffte, wie ich andere Menschen einladen könnte, mit zum Gottesdienst zu kommen. Ich kann einige Ideen von hier mitnehmen.“

Bilder von Schwärmen und Fischen sowie kunstvoll gefaltete Papiervögel in der Mitte: die Werkstatt "Kirchenschwarm" begann mit einer Andacht. LupeBilder von Schwärmen und Fischen sowie kunstvoll gefaltete Papiervögel in der Mitte: die Werkstatt "Kirchenschwarm" begann mit einer Andacht.

Trommeln und Tanz, Malen und Talk

„Atme in uns, Heiliger Geist, brenne in uns!“ – mit einem Pfingstlied startete die Werkstatt „Kirchenschwarm“ am Samstag in den KIRCHEnMORGEN. Zur Andacht gehörten auch Assoziationen zum Begriff „Schwarm“. Schon der erste Gedankenaustausch der Teilnehmenden machte deutlich, was der „Schwarm“ mit Kirche zu tun haben könnte: „Dazugehören“, „Formation und Dynamik“ oder „Schutz der Einzelnen durch die Gruppe“ wurden genannt. Nach der Andacht gingen die Teilnehmenden aus verschiedenen Generationen dann in vier Werkstatträume auseinander. Um sich nicht nur mit dem Kopf dem Thema anzunähern, kamen ganz unterschiedliche Aktionsformen zum Einsatz: Trommeln, Tanz, Malen und Talk. Mit den Ergebnissen wollte die ganze Werkstatt dann später noch durch die Fußgängerzone in Solingen-Mitte ziehen.

Auch Alpaka Silas gehörte zum Team der Werkstatt "Reise". LupeAuch Alpaka Silas gehörte zum Team der Werkstatt "Reise".

Waffeln und Segen als Reiseproviant

Ebenfalls in Ohligs begrüßt gerade Ute Walter-Funke Menschen, die sich auf die „Reise“ machen wollten. So lautete der Titel der dortigen Werkstatt, die besonders auch für Familien mit Kindern geeignet ist. Ca. vier Kilometer Fußweg und acht Stationen zwischen den beiden im Grünen gelegenen Friedhöfen und dem Naherholungsziel Engelsberger Hof warten auf Interessierte. Zum Start an der Kapelle des Evangelischen Friedhofs Bonner Straße bekommen die Reisenden den nötigen Proviant: frisch gebackene Waffeln, eine Flasche Wasser oder Apfelschorle und einen Reisesegen. Aus einer Auswahl kurzer Texte kann sich jeder sein passendes Segenswort aussuchen. „Darf ich Ihnen den Segen persönlich zusprechen?“, fragt Prädikantin Walter-Funke und hält, wenn gewünscht, ihre Hände segnend über den Kopf der Reisenden. So gestärkt macht sich die kleine Gruppe auf den Weg. An der ersten Station warten bereits Silas, Paro und Django. Neugierig schnupperen die drei Alpakas, ob es noch etwas von dem leckeren Tierfutter gibt. Aus einem großen Leinenbeutel kann man es sich nehmen und dann den Tieren in der flachen Hand entgegenhalten. Im Gegenzug lassen sich die drei Vierbeiner bereitwillig streicheln und fotografieren. Die weiteren Stationen sind bunt und vielfältig: eine Blumenwiese und Samentütchen zum Mitnehmen, Texte mit Lebensgeschichten von Menschen, die zu Opfern gemacht wurden, eine Installation mit Texten und Bildern zum Thema „Licht und Schatten“, das Angebot, sich massieren zu lassen, liegen unter anderem auf dem weiteren Parcours.

"Ich möchte, dass Kinder lernen: Auch PoC-Leute können auf der Kanzel stehen.": Sarah Vecera. Lupe"Ich möchte, dass Kinder lernen: Auch PoC-Leute können auf der Kanzel stehen.": Sarah Vecera.

Wer steht auf der Kanzel und wer reinigt die Toiletten?

Einen Kilometer weiter fragte die Werkstatt „Dear white church! Dear colourful church!“ nach Rassismus auch in der Kirche. Nicht unter freiem Himmel, sondern in der Ohligser Eventlocation „ebbtron“ ging es um ein schmerzhaftes Thema. „Die Beschäftigung mit Rassismus hat immer mit Trauer zu tun: nicht nur für die unmittelbaren Opfer von Rassismus, sondern auch für alle anderen. Alle müssen wir schmerzhaft Abschied nehmen von einem Verhalten, dass wir bereits als kleine Kinder gelernt haben“, erklärte Sarah Vecera. Von dieser Trauer war auch vielfach in der Vorstellungsrunde zu gehören, in der die Teilnehmenden von eigenen Berührungen mit dem Thema berichteten. Die Theologin Vecera, die als Expertin für das Thema die Werkstatt mitleitete, blickt in ihrem Buch „Wie ist Jesus weiß geworden?“ kritisch auf die Verhältnisse in ihrer deutschen Kirche. Auch beim KIRCHEnMORGEN problematisierte sie, dass People of Colour (PoC), also Menschen mit oft sichtbarem Migrationshintergrund, in den Kirchengemeinden viel weniger vorkämen als in der Gesamtgesellschaft: „Kinder lernen schon ganz früh rassistische Muster. Sie beobachten: Wer steht auf der Kanzel? Und wer putzt die Toiletten?“ Vecera betonte darum: „Ich nutze jede Gelegenheit, in Gottesdiensten meinen Talar zu tragen, denn ich möchte, dass Kinder lernen: Auch PoC-Leute können auf der Kanzel stehen.“ Am Samstagnachmittag präsentierten dann die auf Barbados geborene Songwriterin Judy Bailey und ihr Ehemann und Musikerkollege Patrick Depuhl Ausschnitte aus ihrer musikalischen Lesung „Das Leben ist nicht schwarz-weiß“.

Soll das bleiben oder muss das weg?

Sechs Regeln stehen am Ende in der Jugendkirche Mangenberg. Gemeinsam erarbeitet und verabschiedet von der Werkstatt „Entrümpelung“. Ausgehend vom persönlichen Bericht über einen Umzug fragten die Teilnehmenden dann auch im Hinblick auf die Zukunft der Kirche: Mit welchen Traditionen verbinden wir immer noch positive Gefühle und was führen wir bloß noch aus Gewohnheit fort? Und sie regten an: Sollten wir uns von Letzterem nicht besser verabschieden? Im Konkreten konnten die Antworten auf diese Fragen aber recht unterschiedlich ausfallen. Zwei Ergebnisse waren der Werkstatt darum besonders wichtig, weiß Mitorganisatorin Kristina Ziegenbalg: „Wir dürfen Konflikte darüber, was bleiben soll und was wegkann, nicht scheuen. Aber wir müssen den Streit darüber mit Verständnis füreinander führen! Und wenn wir uns schließlich entscheiden, etwas aufzugeben, dann sollten wir uns davon bewusst und voll Respekt verabschieden. Vielleicht sogar mit einem geeigneten Ritual.“ In der Jugendkirche Mangenberg wurde so auf einer schwarzen Samtfläche abgelegt, was Teilnehmende verabschieden wollten. Was sie bewahren wollten, sollte auf den Altar. Das die nötigen Entscheidungen nicht einfach werden dürften, wurde bereits sichtbar: Das altgediente Evangelische Gesangbuch lag am Ende an beiden Orten.

Zu Beginn des Abends saßen die Menschen noch, am Ende des Programms "Let's get loud" sangen, klatschten und tanzten die Menschen in der vollen Stadtkirche LupeZu Beginn des Abends saßen die Menschen noch, am Ende des Programms "Let's get loud" sangen, klatschten und tanzten die Menschen in der vollen Stadtkirche

Werkstätten auch am Sonntag

Weitere Werkstätten am Samstag hießen „Garten Eden“, „Imbiss“, „Zocken für Jesus“ und „Baustelle“. Fast alle werden am Sonntag wiederholt, nur „Kirchenschwarm“ und „Entrümpelung“ fanden ausschließlich am Samstag statt. Dafür gibt es am Pfingstsonntag die zusätzliche  Jugendwerkstatt „Mitspieler(in) gesucht!“ besonders für junge Leute.

Der KIRCHEnMORGEN-Samstag klang in der Stadtkirche Mitte mit viel Musik, Interviews und Bildern zum Tag und der Abendandacht „Zeit mit Gott“ aus. Am Sonntag geht KIRCHEnMORGEN am Abend mit einem großen Pfingstgottesdienst im Walder Stadion und einem Konzert des Solinger Folk-Pop-Duos „Jan & Jascha“ zu Ende.

Fotos und Videos vom KIRCHEnMORGEN

Fotos, Videos und Impressionen vom KIRCHEnMORGEN gibt es unten!

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05.06.2022



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