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für den 08.12.2019

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Jesaja 58,11

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Für eine offene Gesellschaft

Kirchenkreis unterstützt Solinger Erklärung gegen Pegida

 Der Zuwanderer- und Integrationsrat der Stadt Solingen hat anlässlich der so genannten Pegida-Demonstrationen eine Erklärung gegen Gewalt und für eine weltoffene Gesellschaft initiiert. Der Evangelische Kirchenkreis Solingen unterstützt diese Erklärung.

Jesus Christus ist ohne Kompromisse für die Versöhnung eingetreten. Als Christinnen und Christen wissen wir uns aufgefordert, selber zur Versöhnung aufzurufen. Der christliche Glaube entfaltet diese versöhnende Kraft nicht nur im Blick auf Gott und die Kirche, sondern auch im Blick auf das gesellschaftliche Zusammenleben. Sich auf Christus berufen und in seinem Namen handeln kann nur, wer anderen Menschen mit Liebe und Respekt begegnet, auch den Menschen, die anders glauben.

Der Evangelische Kirchenkreis wirbt darum in Solingen seit vielen Jahren für Toleranz und Respekt auch zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen und ruft die Solinger Bürgerinnen und Bürger auf, sich dort zu beteiligen, wo Menschen für ein friedliches und tolerantes Miteinander in Solingen eintreten.

Mit großer Besorgnis nehmen wie nun wahr, dass Menschen sich unter der Überschrift „Pegida“ versammeln, um gegen Menschen, die in unserem Land friedlich ihren islamischen Glauben ausüben oder Schutz und Zuflucht suchen wollen, zu demonstrieren. Wir unterstützen darum die vom Integrationsrat der Stadt Solingen initiierte Erklärung „Wir sind gegen Gewalt und für eine weltoffene Gesellschaft.“

Die Erklärung im Wortlaut:

Wir sind gegen Gewalt und für eine weltoffene Gesellschaft.

An diesem Montag wird auch in Köln eine Demonstration der Pegida-Bewegung stattfinden. Aus diesem Grunde geben Vertreter des Integrationsrates, von Moscheen und Migrantenvereinen, des Christlich-Islamischen Gesprächskreises Solingen eine Erklärung ab.

Als Vorsitzende und Delegierte von Migrantenvereinen und Religionsgemeinschaften sehen wir mit Sorge eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft. Im Zuge der Pegida-Bewegung, die von Dresden ausging und nun auch im Westen der Republik ankommt, schwingt nicht nur eine Islamfeindlichkeit mit, sondern auch eine Ablehnung von Zuwanderung und Zugewanderten überhaupt. Eine Ablehnung, die nicht differenziert, und die nicht sehen will, dass wir Zugewanderten schon längst Teil dieser Gesellschaft sind. Wenn in Bayern zwei neu hergerichtete Flüchtlingsheime in Brand gesetzt worden, in Dormagen eine Moschee mit Hakenkreuzen beschmiert, in Pforzheim ein türkischer Imbissbetreiber anscheinend aus fremdenfeindlichen Gründen verletzt wird, so erzeugt das ein Klima der Angst und der Bedrohung. Gerade in Solingen haben wir bei dem Anschlag auf das Haus der Familie Genc gesehen, wohin eine „Das-Boot-ist-voll“- Stimmung führen kann. Die Stimmung der letzten Wochen erinnert jedoch fatal an den Anfang der 90er Jahre.

In Solingen sehen wir uns als Teil der Gesellschaft. Wir leben seit Jahrzehnten hier, haben hier gearbeitet und Steuern gezahlt und wollen diese Stadt gemeinsam mit den „Ur-Solingern“ gestalten. Dies ist unsere Aufgabe als Integrationsratsmitglieder, dafür engagieren wir uns in Moscheen, Verbänden und Vereinen, in Gesprächskreisen. Unser Ziel ist ein friedliches Land, und das soll auch so bleiben. Daher distanzieren wir uns aufs Schärfste von den Morden und weiteren Verbrechen, die im Namen des Islam verübt werden. Die Schandtaten der IS-Barbaren und der marodierenden Banden haben mit dem Islam und der muslimischen Lebensweise nichts zu tun.

Wir rufen daher alle demokratischen Kräfte im Land und alle Religionsgemeinschaften auf, sich von Pegida ebenso zu distanzieren wie von Gewalt gegen Andersgläubige generell. Wir alle sind gefordert, zu einem friedlichen und gedeihlichen Zusammenleben beizutragen, nicht zuletzt zum Wohle unserer Kinder.


Unterstützer: Integrationsrat Stadt Solingen (Ansprechpartner: Hassan Firouzkhah); Aksaray Kulturverein e.V.: Rasim Cetin (Vorsitzender); Christlich-Islamischer Gesprächskreis: Doris Schulz; Ditib Solingen: Osman Korkmaz (Vorsitzender); Ditib Solingen-Wald: Ruhan Canol (Gemeinde-Sekretär); Easy Bildungs-und Familienzentrum e.V.: Muammer Uzun; Internationale Liste e.V. Solingen: Elisabth Diaz-Horalek (Vorsitzende); UETD Solingen: Fahti Zingal (Sprecher).

 

08.01.2015



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