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für den 11.04.2021

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Klimafasten

Ideen für den Alltag sammeln

Drei Klimafastengruppen haben sich in Solinger Gemeinden seit Aschermittwoch auf den Weg gemacht, um sich für Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. Mit dabei ist auch Dr. Hanjo Bergfeld – der schon erste Veränderungen wahrnimmt.

Nimmt aus der Klimafastengruppe viele Ideen mit in seinen Alltag: Hanjo Bergfeld. LupeNimmt aus der Klimafastengruppe viele Ideen mit in seinen Alltag: Hanjo Bergfeld.

Gerade kommt Dr. Hanjo Bergfeld aus seinem Garten. Er hat mit seiner Frau eine neue Regentonne aufgestellt – um Ressourcen zu sparen. „Das sind die Dinge, die wir jetzt und sofort auf unserer kleinen Briefmarke ändern können“, sagt er. Und dann erzählt der Dorper auch von der neuen Toilettenspülung, die deutlich wassersparender unterwegs ist als die alte. „Eigentlich Kleinigkeiten“, sagt Bergfeld. Die Ideen hat er aus der Klimafastengruppe mitgebracht, die er gemeinsam mit seiner Frau einmal in der Woche digital über Zoom besucht. Die Luthergemeinde, die Stadtkirchengemeinde und die Kirchengemeinde in Dorp laden seit Aschermittwoch gemeinsam zu der besonderen Fastengruppe ein. „Wir haben uns angemeldet, weil es uns dabei auch um die großen Fragen geht“, sagt Bergfeld. Dann geraten Themen wie Regentonnen und Toilettenspülungen in den Hintergrund. Und es tauchen grundsätzliche Fragen auf. Dr. Hanjo Bergfeld formuliert diese Fragen so: „Was brauche ich eigentlich zum Leben? Was macht mich aus?“ Die Fragen sind ihm und seiner Frau nicht neu – der Rahmen, in dem sie nach Antworten suchen, allerdings schon. 

Die eigenen Möglichkeiten in den Blick nehmen

Gemeinsam mit 24 anderen Teilnehmenden haben sie sich in der Klimafastengruppe auf die Suche gemacht – und sind fündig geworden. „Ich spüre mich jetzt schon bewusster“, sagt der 70-Jährige. Statt sich mit anderen zu vergleiche, wolle er seine Möglichkeiten in den Blick nehmen. Statt sich die Welt untertan zu machen, wolle er mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. „Wenn man sich die Dinge so bewusst macht, wie wir das in der Klimafastengruppe versuchen, dann wird man demütig“, sagt Bergfeld. Er fühle sich gemeinschaftlich aufgehoben, freue sich auf die Gespräche in der Gruppe – über theologische Hintergründe, über Wasserverbrauch und Heizen, vegetarische Ernährung und digitales Leben, vor allem aber auch über die großen Fragen nach Lebensweisen und Veränderung. Jede Woche hat ihr eigenes Thema und jede Woche lässt sich Dr. Hanjo Bergfeld neu darauf ein. „Die Gruppe gibt mir die Möglichkeit, mich neu zu erden“, sagt er, „das ist sehr spannend.“

Dorp/Lutherkirche/Stadtkirche: "Nicht mit erhobenem Zeigefinger"

Der Dorper Pfarrer Joachim Römelt freut sich über das gute Interesse an der Fastengruppe der drei evangelischen Gemeinden. „Die Klimaschutzfrage wird immer drängender“, sagt er, „sie darf auch vor uns als Kirche nicht Halt machen. Wie müssen uns den Klimaschutz auf die Fahnen schreiben.“ Und das aus gutem Grund. Suche man in der Bibel nach Hinweisen auf Klimaschutz oder Tierschutz, sei das Ergebnis zwar eher ernüchternd. „Wir leben heute aber unter anderen Bedingungen“, sagt Römelt, „und weil wir die Welt als Gottes Schöpfung verstehen, ist es auch unsere Aufgabe sie zu bewahren.“ Auch deswegen hat der Kirchenkreis die Jahre 2021 und 2022 unter das Thema „Bewahrung der Schöpfung“ gestellt – mit Veranstaltungen und Projekten zum Thema. Dazu gehört auch das Klimafasten und der Wunsch, das eigene Bewusstsein zu schärfen: Die Klimafastengruppen widmen sich jede Woche intensiv einem Thema. In Kleingruppen werden Ideen zum Energiesparen entworfen und Eindrücke ausgetauscht. „Das passiert nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit viel Verständnis für unsere persönlichen Grenzen“, sagt der Pfarrer. Und im besten Fall erweitere es den Horizont und bringe Veränderung in den kleinen Dingen des Alltags auf den Weg.

Ohligs: Mehr Bewusstsein

Das stellt auch Susanne Birkhahn-Stöcker aus der Klimafastengruppe in Ohligs fest: „Wir fangen zuhause inzwischen das kalte Wasser auf, das zuerst aus dem Hahn kommt, und verwenden es als Trinkwasser“, erzählt sie. Und in der vergangenen Woche haben sie ihr Mail-Postfach aufgeräumt, nachdem sie erfahren habe, dass volle Postfächer wegen der Anforderungen an den Server mehr Strom verbrauchen. „Ich bin mir vieler Dinge erst jetzt richtig bewusst geworden“, sagt sie und freut sich über die gute Atmosphäre in der Gruppe. Statt Vorträgen setzen die Ohligser auf Austausch und Gespräche. Sie entwickeln bei jedem Treffen gemeinsam Ideen für das Thema der nächsten Woche. „Wir haben uns auch vegetarische Rezepte zugeschickt“, erzählt sie, „das macht richtig Spaß.“ Unter den 14 Teilnehmenden seien auch Menschen, die bisher nicht unbedingt zur Kerngemeinde gehört hätten.

Merscheid: Inspirierende Treffen

Jeden Freitag trifft sich auch in Merscheid eine Klimafastengruppe – 30 Minuten lang zum Zoom-Gespräch. „Aber wir haben oft so viel Gesprächsbedarf, dass es auch länger dauert“, erzählt Lutz Littmann und lacht. Bis zu 14 klimabewusste Christinnen und Christen sind dann dabei – und tauschen sich über ihre Erfahrungen mit dem Wochenthema aus, sammeln Ideen und Informationen. Bei vielen würden offene Türen eingerannt beim Thema Klimaschutz. „Für die wenigsten in der Gruppe ist das ein neuer Prozess“, sagt Littmann. Und trotzdem inspirieren die gemeinsamen Abende für die Zukunft: Die Gemeinde wolle etwa bei anstehenden Bauarbeiten rund um die Kirche noch mehr den Blick auf Nachhaltigkeit und Klima werfen.

INFO

Viele evangelische Landeskirchen und katholische Diözesen haben sich zusammengeschlossen und bietet ein gemeinsames Konzept zum Klimafasten an – mit sieben Wochenthemen und entsprechendem Material. Es steht in diesem Jahr unter dem Titel „So viel du brauchst“. Mehr unter: www.klimafasten.de

 

Theresa Demski / 22.03.2021



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