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Sea-Watch 4 im Hafen von Palermo festgesetzt

„Lasst unser Schiff frei!“

Die Sea-Watch 4, das Seenotrettungsschiff, das auch von der Evangelischen Kirche in Solingen unterstützt wird, wird seit Wochen im Hafen von Palermo von italienischen Behörden am Auslaufen gehindert. Kirchenvertreter kritisieren das scharf.

Wieder einmal werden Seenotretter daran gehindert, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Wieder einmal werden Seenotretter daran gehindert, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren.

Am 20. September 2020 startete die Evangelische Kirche in Solingen mit einem Gottesdienst ihre Kampagne für das Seenotrettungsschiff „Sea-Watch 4“ und das Bündnis „united4rescue“. Als in der Lutherkirche der Gottesdienst begann, waren italienische Behörden gerade dabei, die Sea-Watch 4 aus dem Verkehr zu ziehen. Zuvor hatte das Schiff, das durch ein Bündnis der Evangelischen Kirche mit zahlreichen anderen Institutionen, Organisationen, Unternehmen und Einzelpersonen getragen wird, 350 Geflüchtete im Hafen von Palermo an Land gehen lassen. Nun suchten die italienischen Inspekteure nach einem Grund, um das Schiff an einem erneuten Auslaufen zu hindern. Am Ende lautete der Hauptvorwurf, die Rettung von Menschenleben entspreche nicht der Registrierung des Schiffes: Die Sea-Watch 4 habe zu viele Rettungswesten an Bord. Das Abwassersystem sei zu klein für die Zahl geretteter Menschen. Dabei war dem unter deutscher Flagge fahrenden Schiff durch die deutschen Behörden erst im Juli bescheinigt worden, alle notwendigen Sicherheitsvorgaben zu erfüllen.

Damit wird bereits zum fünften Mal ein ziviles Rettungsschiff festgesetzt und an der Rückkehr in den Rettungseinsatz gehindert. United4rescue hält die Inspektionen für politisch motiviert mit dem Ziel, Rettungseinsätze zu verhindern. Als einen „Akt der Willkür“ verurteilte auch der EKD-Ratsvorsitzende Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm das Manöver der italienischen Behörden: „Wer Seenotrettung behindert, nimmt billigend in Kauf, dass Menschen ertrinken. Ein Europa, das sich auf christliche Werte beruft, darf das nicht akzeptieren.“ Bedford-Strohm rief die italienischen Behörden auf: „Lasst die Schiffe frei!“ Er forderte auch die deutsche Ratspräsidentschaft auf, sich für eine Freigabe des Schiffes und für eine staatlich organisierte Rettungsmission auf dem Mittelmeer einzusetzen

Die Leiterin des medizinischen Teams der Sea-Watch 4, Barbara Deck, kritisierte: „Wir haben einen Jungen behandelt, der von Bewaffneten auf den Kopf geschlagen wurde und in der Folge taub geworden ist, und einen Vater, der die Spuren von geschmolzenem Plastik auf seiner Haut trug. Was diese Menschen ertragen, macht sprachlos. Vor diesem Hintergrund ist es erschütternd, dass europäische Regierungen alles tun, um uns daran zu hindern, lebensrettende Hilfe zu leisten.“

Pfarrerin Dr. Sandra Bils, die in ihrer Predigt beim Dortmunder Kirchentag 2019 auch das Motto der Kampagne geprägt hatte, erklärte: „Mit der Kriminalisierung der Sea-Watch 4 kriminalisiert die italienische Regierung nicht nur die Retter, sondern auch die über 600 Partner, die unser Bündnis zur zivilen Seenotrettung unterstützen. Kirchen, Schulen, Kultureinrichtungen, Unternehmen und ehrenamtliche Initiativen: Wir stehen gemeinsam hinter der Sea-Watch 4.“

Wie wichtig Rettungsaktionen im Mittelmeer sind, zeigen Meldungen der Nichtregierungsorganisation „alarmphone“, die ein Nottelefon unterhält, über das in Seenot geratene Menschen, um Hilfe rufen können. „alarmphone“ versucht dann die Küstenwache oder andere Schiffe für eine Rettung zu alarmieren. Allein am 21. September seien 111 Menschen vor der libyschen Küste ertrunken.

Vor diesem Hintergrund scheinen zwei Forderungen, für die die Kampagne der Evangelischen Kirche in Solingen Unterschriften sammelt, besonders aktuell: „Die Pflicht zur Seenotrettung ist Völkerrecht und das Recht auf Leben nicht verhandelbar.“ und „Die zivile Seenotrettung darf nicht länger kriminalisiert werden.“

Wie Sie die Kampagne unterstützen können, finden Sie hier.

 

08.10.2020



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