Losung

für den 29.07.2021

Ihr Berge Israels, siehe, ich will mich wieder zu euch kehren und euch mein Angesicht zuwenden, dass ihr angebaut und besät werdet.

Hesekiel 36,9

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Trost in Corona-Zeiten

Musik für die Seele

Viele Menschen suchen nach Trost in der Corona-Pandemie. Musikalisch-seelsorgliche Angebote in Solinger Gemeinden können da helfen: in Dorp wird zum „Seelentröster“ eingeladen und an der St. Lukas-Klinik lädt die Seelsorge schon zur 150. Abendmusik ein.

Hat das musikalische Seelsorgeangebot zusammen mit ihren beiden Kolleginnen Anne Pallasch und Rebekka Nicolini entwickelt: die Dorper Kantorin Stephanie Schlüter. Hat das musikalische Seelsorgeangebot zusammen mit ihren beiden Kolleginnen Anne Pallasch und Rebekka Nicolini entwickelt: die Dorper Kantorin Stephanie Schlüter.

Als Anne Grafweg nach vielen Monaten im Mai in die Dorper Kirche zurückkehrte, da spürte sie gleich die besondere Wirkung. Gemeinsam mit ihrer Mutter nahm sie auf einem der Stühle Platz, alle anderen blieben leer. „Und dann erklang die Orgel und sofort kamen die Tränen“, erzählt Anne Grafweg. In der leeren Kirche fanden die Bach-Melodien, die Kantorin Stefanie Schlüter auf der Empore anstimmte, sofort den Weg zur Seele. „Erst dieser Raum, in dem wir schon immer diese Nähe zu Gott empfunden haben, und dann die Musik, die nur für uns gespielt wurde: Das hat uns unglaublich berührt“, berichtet Anne Grafweg. Und genau das hatte sich das Dorper Team um Stefanie Schlüter gewünscht: einen musikalischen Seelentröster für die Menschen in der Gemeinde.

Musikalisches Zeitfenster in der Kirche

Als die Stimmung in den sozialen Medien mit den steigenden Inzidenzzahlen im Frühling immer weiter sank, sei in der Dorper Gemeinde die Idee entstanden, ein musikalisch-seelsorgliches Angebot zu schaffen, erzählt Stefanie Schlüter. Konzerte waren mit Blick auf die Corona-Schutzverordnungen noch lange nicht in Sicht. „Aber wir wissen ja, dass Musik Nahrung für die Seele ist“, sagt die Kantorin, „und genau die wollten wir anbieten.“ Also stellte sie mit dem Team ein neues Konzept auf die Beine: den „Seelentröster“. Menschen, die sich im tristen Corona-Alltag Musik wünschen, können sich für bestimmte Zeiten in der Dorper Kirche anmelden – über www.evangelisch-dorp.de. Bis auf die Teilnehmenden, einen Seelsorger oder eine Seelsorgerin und die Musiker bleibt die Kirche leer – coronakonform. Die Menschen können sich Lieder und Melodien wünschen oder sich überraschen lassen. Orgel, Klavier, Geigenmusik und Gesang gehören zum Repertoire der drei Kirchenmusikerinnen Stefanie Schlüter, Anne Pallasch und Rebekka Nicolini. Das rund 20-minütige Programm wird mit Bibelversen und Texten ergänzt. „Und weil wir ahnten, dass die Musik wohl auch viele Gefühle und Gedanken an die Oberfläche bringen würde, haben wir gleichzeitig das Angebot zur Seelsorge geschaffen“, sagt Stefanie Schlüter. Wer zum Gespräch bleiben möchte, bleibt einfach.

Viele Menschen haben inzwischen ihr persönliches Zeitfenster gebucht. Senioren nutzen häufig die Stunden am Vormittag, jüngere Menschen freuen sich über das Angebot am Abend. „Oft kostet es erst ein bisschen Überwindung, seinen Platz in der leeren Kirche zu finden und das Angebot anzunehmen“, weiß Stefanie Schlüter. Aber das ist meistens schnell vergessen: „Wir erleben total schöne und sehr berührende Momente.“ Und deswegen soll das Projekt auch bleiben – womöglich auch nach der Pandemie.

„Wir merken, dass Musik die Herzen der Menschen erreicht“: Klinikseelsorgerin Astrid Klumb (Foto: Uli Preuss/Kplus-Gruppe) „Wir merken, dass Musik die Herzen der Menschen erreicht“: Klinikseelsorgerin Astrid Klumb (Foto: Uli Preuss/Kplus-Gruppe)

Durchatmen in anstrengender Zeit

Auch Klinikpfarrerin Astrid Klumb und Musikerin Uta Heidemann wollen ihr musikalisch-seelsorgliches Angebot in der Lukas-Klinik nach der Pandemie weiterführen. Seit vergangenem Jahr machen sie gemeinsam mehrmals wöchentlich Halt auf den Stationen – mit dem E-Piano, Texten und Gesprächsangeboten. Inzwischen hat die beliebte Abendmusik rund 150-mal stattgefunden. „Als wir vor einem Jahr plötzlich keine Patienten, Mitarbeitenden und Angehörigen mehr zu unseren Gottesdiensten einladen durften, schlug ein Chefarzt vor, mit unseren Angeboten auf die Stationen zu kommen“, erzählt Astrid Klumb, „dieser Spur sind wir sofort gefolgt.“ Dreimal in der Woche, immer abends um kurz vor sieben, stimmte Uta Heidemann in der Pandemie auf den Fluren ihre Melodien an – mal geistliche, mal weltliche Klänge. Inzwischen besucht das Team noch zweimal in der Woche die Stationen. Patienten öffnen dann die Zimmertüren, lauschen den Klängen. Mittlerweile wünschen sie sich eigene Titel, summen mit und sind dankbar für das Angebot in ungewöhnlichen Zeiten. „Die meisten Patienten sind absolut gerührt und auch die Mitarbeitenden gönnen sich einen kurzen Moment des Zuhörens, des Durchatmens in dieser anstrengenden Zeit“, hat Musikerin Uta Heidemann beobachtet. Längst seien ihr die Gesichter der Pflegerinnen und Pfleger, der Ärztinnen und Ärzte und auch vieler Patienten vertraut. Die Abendmusik ist Teil des Klinikalltags geworden. „Wir merken, dass die Musik die Herzen der Menschen erreicht“, erzählt auch Seelsorgerin Astrid Klumb, „sie sind dann schnell bei den Themen, die sie bewegen.“ Und so hat sich die Abendmusik auch zum Türöffner gemausert: Patienten freuen sich über die Musik und das Gesprächsangebot. Wo Seelsorge in der Klinik sonst häufig leise bleibt, der Besuch der Klinikpfarrerin auf den Stationen zwar immer persönlich, aber selten für alle sichtbar ist, da klingt die Klinikseelsorge jetzt nach ermutigenden Melodien – nach „Geh aus mein Herz und suche Freud“ oder „Befiehl du deine Wege“. Und manchmal klingt sie auch nach Frühlingstänzen, nach Schlagern oder vertrauten Melodien aus der Jugend. Das musikalische Seelsorgeprojekt habe sie auch selbst durch die Coronazeiten getragen, sagen Astrid Klumb und Uta Heidemann. Inzwischen arbeiten sie daran, ihr Konzept aufs Papier zu bringen – damit die Idee über Solingen hinaus Früchte tragen kann.

 

Theresa Demski / 10.06.2021



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