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für den 27.09.2021

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Frühe Frau im Pfarramt

Ohligser Pfarrerin i.R. Luise Melchior feiert 50-jähriges Ordinationsjubiläum

Als Luise Melchior 1970 im niederrheinischen Walsum zur Pfarrerin ordiniert wurde, war sie die einzige Frau im Kirchenkreis. Damals hätte kaum jemand erwartet, was sich bis heute entwickeln würde. Auch in Solingen.

Jubilarin mit Blumen: Pfarrerin i. R. Luise Melchior (Foto: Klaus Diederich, für das ganze Foto mit Superintendentin Dr. Werner einfach klicken) LupeJubilarin mit Blumen: Pfarrerin i. R. Luise Melchior (Foto: Klaus Diederich, für das ganze Foto mit Superintendentin Dr. Werner einfach klicken)

Ihr 50-jähriges Ordinationsjubiläum konnte die frühere Ohligser Gemeindepfarrerin Luise Melchior jetzt feiern. Am 24. Mai 1970 wurde die damals 36-jährige Theologin in Walsum (heute: Duisburg) ordiniert und mit dem Dienst an Wort und Sakrament beauftragt. 1978 wurde sie dort im Evangelischen Kirchenkreis Dinslaken eine der ersten Synodalassessorinnen (stellvertretende Superintendentin) der Evangelischen Kirche im Rheinland. 1980 zog sie dann zurück in ihre langjährige Heimatstadt Solingen. Aufgewachsen war Luise Melchior in Merscheid, ihr Abitur hatte sie an der August-Dicke-Schule gemacht. Bis zum Eintritt in den Ruhestand 1996 wirkte sie als Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Ohligs.

„Nie Probleme“

Ihre berufliche Karriere in der Evangelischen Kirche begann bereits in den 1950er Jahren. Nach einer Ausbildung zur Katechetin und Gemeindehelferin arbeitete die Theologin zunächst in Köln in der kreiskirchlichen Jugendarbeit und dann in Westberlin als Landesbeauftragte für die evangelische Schülerarbeit. „Aber es war immer mein Wunsch, Menschen über eine längere Zeit kontinuierlich zu begleiten“, erzählt Luise Melchior heute: „Und das konnte ich nur im Gemeindepfarramt.“ Also studierte die junge Frau noch einmal Evangelische Theologie – und hat es bis heute nicht bereut. Luise Melchior: „Nur ein einziges Mal wollte jemand, dass seine verstorbene Frau nicht von mir, sondern von einem Mann beerdigt würde. Ansonsten hatte ich als Frau im Pfarramt nie Probleme.“

Damals eine Ausnahme, heute mehr als normal

Im Rahmen einer Open Air-Andacht neben der Merscheider Kirche würdigte Solingens Superintendentin Dr. Ilka Werner, dass Frauen wie Luise Melchior heutigen Pfarrerinnen den Weg bereitet hätten: „Als Sie 1969 als Hilfspredigerin in Walsum im Kirchenkreis Dinslaken angefangen haben, gab es dort nicht eine weitere Pfarrerin, nicht mal eine Presbyterin. Damals standen Frauen im Pfarramt ziemlich alleine.“

Heutzutage sind Frauen im Pfarramt längst Normalität: Im Evangelischen Kirchenkreis Solingen sind aktuell von insgesamt 28 Pfarrpersonen 16 Frauen.

 

03.06.2020



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