Losung

für den 29.07.2021

Ihr Berge Israels, siehe, ich will mich wieder zu euch kehren und euch mein Angesicht zuwenden, dass ihr angebaut und besät werdet.

Hesekiel 36,9

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Krankenhausseelsorge in Coronazeiten

Patienten nehmen Gesprächsangebot an

Patienten, Angehörige und Mitarbeitende: Viele von ihnen nehmen in diesen Zeiten das Seelsorgeangebot in den Solinger Krankenhäusern gerne an. Der Gesprächsbedarf sei groß, berichten die Krankenhausseelsorgerinnen Antje Blesenkemper und Astrid Klumb.

Für viele wichtige Gesprächspartnerinnen im Klinikalltag: die evangelischen Klinikpfarrerinnen Astrid Klumb, Antje Blesenkemper und Renate Tomalik (v.r.) LupeFür viele wichtige Gesprächspartnerinnen im Klinikalltag: die evangelischen Klinikpfarrerinnen Astrid Klumb, Antje Blesenkemper und Renate Tomalik (v.r.)

An den Tag als er zum ersten Mal Pfarrerin Astrid Klumb begegnete, kann sich Rainer Ziegenbein nicht mehr genau erinnern. „Sie stand wahrscheinlich einfach im Türrahmen“, sagt der 65-Jährige rückblickend, „wie so viele Male danach.“ Er kämpfte in der Ohligser St. Lukas-Klinik gegen den Krebs, sie besuchte Patienten auf den Zimmern und machte ihnen ein Gesprächsangebot.

Empathie tat gut

Rainer Ziegenbein und seine Frau nahmen es an. „Mir tat das gut, dass plötzlich jemand da war, der sich als Ansprechpartner anbot und so viel Empathie mitbrachte“, erzählt Ziegenbein heute. Pfarrerin Astrid Klumb, Evangelische Seelsorgerin an der St. Lukas-Klinik und im Städtischen Klinikum, hörte zu und interessierte sich. Es sei gut, wenn sich auch Außenstehende zum Gespräch anböten, sagt Ziegenbein.

Freundlichkeit im Berufsalltag

Das gehe vielen Patienten so, weiß Susanne Brown vom Sozialdienst in der St.-Lukas Klinik. Viele Patienten hätten Gesprächsbedarf und stünden ihrem Hinweis auf die Klinikseelsorge offen gegenüber. „Und auch ich habe die Möglichkeit, meine persönliche Befindlichkeit in diesen Zeiten zu äußern“, sagt Susanne Brown, „die Seelsorge ist für mich unverzichtbare Menschlichkeit und Freundlichkeit im Berufsalltag.“ Zumal eben dieser Berufsalltag seit März 2020 unter einem besonderen Licht steht – die Pandemie hinterlässt ihre Spuren, verändert den Klinikalltag und schafft neue Herausforderungen.

Keine Berührungsängste

„Ich hatte Glück: Ich war in einer Zeit im Krankenhaus, in der mich meine Frau regelmäßig besuchen durfte“, erzählt Rainer Ziegenbein. Darüber hinaus verbot die Coronaschutzverordnung Besuche. Umso wichtiger sei es gewesen, dass auch die Seelsorgerin vorbeischaute. „Wir haben über Gott und die Welt gesprochen“, erinnert sich der 63-Jährige – und meint das wörtlich. Denn für ihn sei mit Astrid Klumb auch ein Stück religiöse Heimat im Krankenzimmer aufgetaucht. „Wir gehören zur Kirchengemeinde Dorp“, erzählt Ziegenbein, „also hatten wir keine Berührungsängste beim Thema Religion.“ Ganz im Gegenteil: Er ahnte, dass die Seelsorgerin echte Ermutigung im Gepäck haben würde. Und er täuschte sich nicht.

Machen was dran ist

Auch Pfarrerin Astrid Klumb erinnert sich gerne an die Begegnungen mit Rainer Ziegenbein. Vielen Patientinnen und Patienten in vielen verschiedenen Lebenssituationen ist sie in ihrem Berufsleben bereits begegnet. Die Corona-Pandemie hat ihren Alltag verändert. „Ich mache inzwischen einfach das, was dran ist“, sagt sie und denkt an Patienten, die ihre Taschen nicht alleine auspacken können oder jemanden brauchen, der Telefonkarten kauft. Angehörige müssen draußen bleiben, Ehrenamtliche sind während der Pandemie im Krankenhaus nicht erlaubt, Pflegekräfte arbeiten am Limit. „Dann bin ich da und wir kommen ins Gespräch“, erzählt die Seelsorgerin – so wie mit Rainer Ziegenbein.

Belastung der Mitarbeitenden

Manchmal lässt sie ein Segenskärtchen auf dem Nachttisch liegen. Zweimal in der Woche spielt Uta Heidemann auf den Fluren Musik, während die Pfarrerin durch die Zimmer geht. Die Gottesdienste werden aus der Kapelle über den Fernseher übertragen. Die Seelsorgerin will praktische Hilfe leisten, wo sie nötig ist und gleichzeitig ihrem Anspruch als Pfarrerin gerecht werden – das gilt auch für den Umgang mit Angehörigen. Manchmal nehme sie Videos für die Angehörigen mit den Patienten auf. Und manchmal sei es einfach ein Telefonat mit Ehepartnern oder Kindern, das an der Tagesordnung  sei. „Gleichzeitig ist die Belastung der Mitarbeitenden im Klinikum zu spüren“, erzählt die Seelsorgerin, „das sind sehr stressige Zeiten.“ Deswegen will sie für sie in der Fastenzeit jeden Freitag zu einer kleinen Pause mit geistlichem Impuls einladen. Seelsorge in Coronazeiten.

Patienten sind dankbar

Und die sei gefragt, erzählt auch Pfarrerin Antje Blesenkemper, gemeinsam mit Astrid Klumb und Renate Tomalik Seelsorgerin im Städtischen Klinikum Solingen. „Ich erlebe den Unterschied: Die Menschen in den Krankenzimmern nehmen die Gesprächsangebote in dieser Zeit viel mehr an“, berichtet sie. Die Gespräche würden länger ausfallen, viele Patienten seien sehr dankbar, dass sich jemand Zeit nehmen könne. Und auch die Mitarbeitenden im Klinikum nehmen sich immer häufiger einen Augenblick Zeit, um mit der Seelsorgerin ins Gespräch zu kommen. „Da treffen viele private Sorgen während der Corona-Krise auf die besondere Arbeitssituation“, berichtet Antje Blesenkemper.

Viele Gespräche mit Ehepartnern oder Kindern

Deswegen soll nun die Idee umgesetzt werden, einen Raum zum begleitenden Gespräch zu schaffen – dann will die Seelsorgerin ganz bewusst, Mitarbeitende einladen, über ihre Situation zu sprechen. Und auch die Angehörigen sind dankbar für den Einsatz der Seelsorgerin: Es gebe viele Gespräche mit Ehepartnern oder Kindern, die sie um einen kurzen  Besuch beim Patienten bitten und um eine Rückmeldung am Telefon. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schlimm es ist, wenn ein Angehöriger im Krankenhaus behandelt wird und man ihn wegen der geltenden Regeln nicht besuchen kann“, erzählt die Seelsorgerin. Es sei ihr wichtig, auch in dieser Not bei den Menschen zu sein.

In guter Erinnerung

Rainer Ziegenbein jedenfalls behält seine Begegnungen mit der Klinikseelsorge in guter Erinnerung. „Wenn ich heute zu Untersuchungen in die Klinik fahre, dann schaue ich immer kurz bei Pfarrerin Klumb vorbei“, erzählt er. Ein kurzer Gruß und persönliche Worte: Für die Ziegenbeins hat Krankenhausseelsorge nun ein Gesicht.

 

16.03.2021



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