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für den 07.12.2019

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Antirassismustage erfolgreich zu Ende gegangen

Religionen: auf Frieden ausgerichtet, aber oft für Gewalt missbraucht

Mit großer Beteiligung vieler junger Menschen aus Solinger Schulen sind am vergangenen Wochenende die Solinger Antirassismustage zu Ende gegangen. Auch der Evangelische Kirchenkreis hatte sich intensiv beteiligt.

Angehende Elektriker aus einer Klasse des Technischen Berufskollegs mit religiöser Bekleidung aus Judentum, Islam und Buddhismus. Angehende Elektriker aus einer Klasse des Technischen Berufskollegs mit religiöser Bekleidung aus Judentum, Islam und Buddhismus.

Jens Maßmann, Pfarrer am Technischen Berufskolleg und Beauftragter des Kirchenkreises für Friedensfragen und christlich-islamischen Dialog, hatte eine Ausstellung und zwei Vorträge in die Evangelische Stadtkirche in der Innenstadt geholt.

Die Ausstellung „Was glaubst du?“ in der Evangelischen Stadtkirche Mitte stellte anhand von zwölf Stationen die fünf großen Weltreligionen Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus vor. Mitmachen war dabei angesagt: mit Hilfe eines Kompasses konnte die Gebetsrichtung gen Mekka für Muslime festgestellt werden. Ein interaktiver religiöser Festtagskalender zeigte, dass es neben den christlichen Hauptfesten Ostern und Weihnachten eine bunte Vielfalt weiterer religiöser Festtage gibt. Infotafeln machten deutlich, dass Religionen Antworten zu den großen Lebens- und Sinnfragen anbieten und eben darin gläubigen Menschen Halt bieten. Nicht das Sprechen über andere oder gar das Festhalten an alten Vorurteilen, sondern neugieriges Fragen und Ausprobieren wurden durch die Ausstellung zu einem Schritt zum gelingenden Miteinander in einer Gesellschaft.

„Ziel von Religionen ist der Frieden“: Dr. Markus Weingardt referierte in der Evangelischen Stadtkirche Mitte. „Ziel von Religionen ist der Frieden“: Dr. Markus Weingardt referierte in der Evangelischen Stadtkirche Mitte.

Am 15. März 2017 referierte Dr. Markus Weingardt von der Stiftung Weltethos in Tübingen „Zum Friedenspotential der Religionen“. Rund kamen siebzig junge Menschen setzten sich in der Evangelischen Stadtkirche mit dem vielgeäußerten Vorwurf auseinander, dass Religion an sich Gewalt fördere und die Geschichte wie aktuelle Terrorattentate das eindrücklich belegten.

Doch Religion, so Weingardt, werde seit jeher von interessierter Seite missbraucht: politische oder wirtschaftliche Interessen würden religiös aufgeladen, um die eigene Anhängerschaft zu mobilisieren. Weingardt räumte zwar ein, dass es in Bibel und Koran gewaltverherrlichende Passagen gebe. Im Vordergrund stünden aber die auf Frieden und gelingendes Miteinander abzielenden Texte.

Die Aufgabe der Gegenwart sei es, im gemeinsamen Ringen um das richtige Verständnis gegensätzlicher Aussagen in religiösen Texten, immer wieder an Frieden und menschlicher Gemeinschaft zu arbeiten. Weingardt zeigte anhand konkreter geschichtlicher Beispiel, u.a. beim Völkermord in Ruanda, wie Religionsgemeinschaften sich trotz kriegerischer Umstände immer wieder für Frieden einsetzen. Im Anschluss an den Vortrag konnten die Zuhörenden an einem interreligiösen Friedensgebet teilnehmen.

Am Abschlusswochenende erlebten rund 200 Schülerinnen und Schüler unter dem Motto „You are the voice“ einen bunten Workshop-Tag am Technischen Berufskolleg.

In seiner Begrüßungsrede warb Oberbürgermeister Tim Kurzbach für entschiedenes Eintreten für die Demokratie: Aktuell werde das friedliche Zusammenleben mehr und mehr durch rechte, populistische Strömungen in Frage gestellt. Diesen, so Kurzbach, müsse entschieden widersprochen werden. Gerade die Demokratie ermögliche, die vielen verschiedenen Einzelinteressen an das große gesellschaftliche Ganze rückzukoppeln. Darum sei jeder verpflichtet, sich aktiv einzusetzen, „um nicht am morgigen Tage in einer Diktatur aufzuwachen“.

In unterschiedlichen Workshops konnten die jungen Menschen anschließend erfahren, was rechte Strömungen kennzeichnet, und wie man sich aktiv gegenstellen kann. Gerade im Internet wird es immer stärker Praxis, in so genannter „hate speech“ ungefiltert Stellung gegen Andersdenkende zu beziehen. In einem Workshop lernten die Teilnehmenden, dass es Mut erfordert, Hasskommentare nicht unkommentiert stehen zu lassen, sondern zu hinterfragen und aktiv dagegen Stellung zu beziehen. Andernfalls, so die Erkenntnis, wird aber der Hass normal und immer stärker Teil unserer ganzen Gegenwart. Am nächsten Tag gingen dann die Solinger Antirassismustage mit einem Schülerrockfestival zu Ende.

 

28.03.2017



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