Losung

für den 27.09.2021

Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort.

Psalm 119,67

Gottesdienste
Gottesdienste

Jede Woche einen frischen Gottesdienst oder eine Andacht aus dem Evangelischen Kirchenkreis Solingen finden Sie auf unserem YouTube-Kanal "Klingenkirche".

Suchen Sie einen Gottesdienst in Ihrer Nähe?

Hier finden Sie Termine, Orte und Zeiten der Gottesdienste in den Gemeinden.

mehr
Newsletter

Sie möchten regelmäßig mit Informationen und Meinungen aus der Evangelischen Kirche in Solingen versorgt werden? Hier können Sie unseren 14-tägigen Newsletter abonnieren.

mehr
Kontakt

Möchten Sie wissen, zu welcher Gemeinde Sie gehören? Wer als Pfarrerin oder Pfarrer für Sie zuständig ist? Dann schicken Sie uns doch einfach eine Nachricht.

mehr
Diakonie
Diakonie

Konkrete Beratung, praktische Hilfe und menschliche Zuwendung - mit diesem Angebot setzt sich das Diakonische Werk des Kirchenkreises für die Menschen der Stadt Solingen ein.

mehr
Gemeinden
Gemeinden mehr
Service

Tradition in evangelischen Kindergärten wird auch im Coronajahr gepflegt

Sankt Martin fällt nicht aus

Die 14 Kindergärten im Evangelischen Kirchenkreis Solingen beweisen viel Kreativität, um den Kindern auch im Coronajahr Laternenumzüge und Feststimmung zu ermöglichen. Eltern und Großeltern können dieses Mal aber nicht dabei sein.

Auch in diesem Jahr werden Laternen gebastelt (Foto: Dieter Schütz / pixelio.de) Auch in diesem Jahr werden Laternen gebastelt (Foto: Dieter Schütz / pixelio.de)

Bianca Otto kennt diese Momente, wenn die Kinder mit großen Augen die Lichter der Laternen bestaunen. Dann werden die Jungen und Mädchen plötzlich ganz leise und folgen staunend Pferd, Kapelle und Sankt Martin. „Diese besondere Atmosphäre berührt die Kinder“, sagt die Leiterin der Evangelischen Kindertagesstätte Dorp. Und deswegen sollen die Jungen und Mädchen im Kindergarten dieses Fest auch im Coronajahr erleben: die besondere Stimmung und vor allem die Botschaft von Sankt Martin, der von seinem Pferd aus den eigenen Mantel mit dem frierenden Bettler teilt.

In diesem Jahr ohne Eltern

„Sankt Martin fällt nicht aus“, betont auch Petra Butterweck, die beim Diakonischen Werk, dem Träger der Kitas im Kirchenkreis, die Abteilung Kindertagesstätten leitet. Gemeinsam mit den Kita-Leiterinnen hat sie früh über Möglichkeiten beraten, auch in diesem Jahr zu feiern. „Normalerweise ist Sankt Martin ein großes Event in den Kindergärten“, erinnert sie, „mit Eltern, Großeltern, Tanten und Onkeln. Mancherorts wird traditionell das ganze Stadtviertel mit einbezogen. Das sei in diesem Jahr natürlich nicht möglich. „Aber das ist kein Grund, den Kindern Sankt Martin zu nehmen“, sagt Petra Butterweck. Das Fest vermittle schließlich eine zentrale christliche Botschaft, die gleichzeitig auch die Religionen eine: das Teilen mit den Bedürftigen. Seit die Landesregierung die jüngsten Coronaauflagen verkündet hat, steht allerdings fest: Die Feier muss in diesem Jahr ohne Eltern stattfinden. Die Kindergärten bereiten das Fest nun im kleinen Kreis vor. „Es gibt aber Elemente, die gehören auf jeden Fall dazu“, sagt die Abteilungsleiterin. Dazu gehört in vielen Einrichtungen ein Umzug auf dem Außengeländer des Kindergartens in der Dunkelheit, selbst gebastelte leuchtende Laternen, große Weckmänner und natürlich die Geschichte von der Mantelteilung. „Vielleicht ist gerade in diesen Zeiten die Botschaft des Teilens besonders wichtig“, sagt Petra Butterweck.

Laternenumzug in der Kita

Das finden auch die Erzieherinnen und Erzieher in der Kindertagesstätte Dorp. Sie haben sich ins Zeug gelegt, um trotz der Einschränkungen gemeinsam mit den Kindern Feststimmung erleben zu können. „Es bleibt ja Vieles mit den Kindern weiterhin möglich“, sagt Bianca Otto. Bereits in diesen Tagen erleben die Jungen und Mädchen morgens im Stuhlkreis die Geschichte von Sankt Martin, dem Bettler im Schnee und der Mantelteilung. Sie bringen Lebensmittel mit, die der „Solinger Tafel“ zur Verfügung gestellt werden und erleben die starke Wirkung des Teilens. Die Kinder singen ihre Lieder und haben Laternen gebastelt. „Überall ist die Vorfreude zu spüren“, sagt die Kita-Leiterin. Gefeiert wird dann in drei Gruppen – ohne Eltern. „Das haben wir mit dem Eltern-Beirat so abgestimmt“, sagt Bianca Otto. Für die beiden Gruppen mit den älteren Kindern lädt das Team jeweils an einem Nachmittag zum Laternenumzug über das Außengelände ein. „Wir haben eine Handpuppe als Sankt Martin verkleidet und ein Stoffpferd gebastelt“, erzählt Bianca Otto. Beide haben bereits auf einem Bollerwagen Platz genommen und für staunende Blicke in der Kita gesorgt, zum Martinsfest werden sie den Zug anführen. Die Einrichtung hat den Gesang aller Kita-Kinder aufgenommen, um auch beim kleinen Zug musikalische Unterstützung zu haben.

"Wir Erwachsenen nehmen es viel schwerer"

Für die Jüngsten hat sich das Kita-Team noch etwas anderes ausgedacht: „Kinder unter drei Jahren sind häufig etwas überfordert mit der Dunkelheit“, sagt Bianca Otto. Also feiert die Gruppe mit den Jüngsten am Vormittag: Damit die Laternen leuchten können, wird der Gruppenraum abgedunkelt. Anschließend ziehen die Kinder mit ihren Laternen zum Fenster der anderen Gruppen, singen ihre Martinslieder und bekommen eine kleine Belohnung. „Ich glaube, wir Erwachsenen nehmen es viel schwerer, dass wir liebgewonne Traditionen in diesem Jahr nicht umsetzen können“, sagt Bianca Otto: „Die Kinder freuen sich trotzdem über das, was geht: über bunte Lichter, Lieder und diese besondere Geschichte vom teilenden Sankt Martin.“

 

Theresa Demski / 03.11.2020



© 2021, Evangelische Kirche in Solingen
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung