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Jugendliche in der Corona-Krise

Schulseelsorge bietet Unterstützung bei Rückkehr in den Alltag an

In der Pandemie schleppt jeder seinen eigenen Rucksack, sagt die Solinger Schulseelsorgerin Corinna Maßmann. Auch Jugendliche. Deswegen hat sie mit Jugendreferent Dennis Längert eine Fortbildungsreihe für Lehrkräfte konzipiert. Mit unerwarteter Resonanz.

Will gerade in der Pandemie Schülerinnen und Schüler stärken: Schulpfarrerin und -seelsorgerin Corinna Maßmann. Will gerade in der Pandemie Schülerinnen und Schüler stärken: Schulpfarrerin und -seelsorgerin Corinna Maßmann.

Als die Schülerinnen und Schüler nach dem langen Lockdown zum ersten Mal zurück in die Schule kamen, da standen die Lehrer vor neuen Herausforderungen. „Es war kein business as usual“, erzählt Pfarrerin Corinna Maßmann, Schulreferentin im Evangelischen Kirchenkreis Solingen. Was die Pfarrerin schon in den ersten Tagen nach den Schulöffnungen wahrnahm, bestätigten auch die ersten Studien. Über Dreiviertel der Schülerinnen und Schüler in Deutschland fühlen sich durch die Corona-Pandemie belastet. Heute gilt jedes dritte, statt wie vorher jedes fünfte Kind als psychisch auffällig. Die Pandemie hinterlässt Spuren.

„Seelsorge ist unser Herzensauftrag als Kirche“, sagt Corinna Maßmann. Und deswegen zögerte die Schulseelsorgerin nicht lange und entwarf mit Dennis Längert, Jugendreferent im Kirchenkreis, eine Fortbildung für Lehrkräfte. Nicht der Schüler oder die Schülerin sollte in den Fokus rücken, sondern der Mensch, das Kind, der Jugendliche. Nicht die nahenden Zeugnisnoten sollten im Zentrum stehen, sondern jeder einzelne mit seinem Rucksack. „Uns als Kirche ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche in dieser Situation daran erinnert werden: Du bist so angenommen, wie du bist - und auch so wie du aus dieser Krise zurückkommst“, sagt Corinna Maßmann.

Für gewöhnlich geben die Schulseelsorgerin und der Jugendreferent den Schülerinnen und Schülern dieses Signal auch bei auf sei zugeschnittenen „Orientierungs- und Reflexionstagen“, zu denen im Rahmen des „Projekts Brückenschlag“ mehrmals jährlich Schülerinnen und Schüler in den Hackhauser Hof eingeladen werden. Sie sollen eine Brücke schlagen zwischen Schule und Kirche. Dieses Jahr musste das Angebot pandemiebedingt ausfallen. „Also haben wir uns überlegt: Wie können wir die Schülerinnen und Schüler trotzdem auf der Suche nach sich selbst stärken?“, erzählt die Pfarrerin. Das Ergebnis: Weil die Jugendlichen nicht kommen können, sollen Lehrer in dieser Situation ein Angebot bekommen, um die jungen Leute danach besser stärken zu können.

Bereits Ende Mai startete die Fortbildungsreihe für Lehrkräfte unter dem Titel „Begleiten in Zeiten der Pandemie“. Zwei der drei Module sind als Zoom-Fortbildung angelegt, beim dritten Teil setzen Corinna Maßmann, Dennis Längert und die Referenten auf persönliche Begegnungen im Hackhauser Hof. „Wir waren sehr überrascht von der großen Resonanz“, erzählt Corinna Maßmann. 40 Anmeldungen von Interessenten weit über Solingen hinaus erreichten den Kirchenkreis. Lehrer, Sozialpädagogen, aber auch Mitarbeitende der Telefonseelsorge meldeten sich an.

Während der drei Fortbildungsteile nahmen die Teilnehmenden die Themenbereiche Diagnose, Resilienz und eine Ideenwerkstatt in den Blick. Am Anfang stand gemeinsam mit Katrin Aydeniz, Psychologin und Leiterin des Schulpsychologischen Dienstes der Stadt Solingen Solingen, eine Bestandsaufnahme auf dem Programm: Wie geht es Kindern und Jugendlichen nach der Pandemie? Wie individuell fallen die Reaktionen aus? Welche Auffälligkeiten werden erkennbar? Im zweiten Modul sprachen die Teilnehmenden mit Trauerbegleiterin Nicole Nolden und der Pfarrerin und Systemischen Beraterin Petra Wassill über Möglichkeiten der Resilienzförderung: „Manchmal können wir mit kleinen Dingen viel ändern“, sagt Corinna Maßmann. Dann beginnt der Schulunterricht plötzlich ganz anders als zuvor. Lehrerinnen und Lehrer laden ihre Klassen zu einer Gedankenreise an einen Wohlfühlort ein, stellen Konzentrationsübungen vor oder bieten Atemtechniken an, um in schwierigen Zeiten zur Ruhe zu kommen. Praktische Tipps, ein „Potpourri schulseelsorglicher Angebote“ rückten dann auch beim dritten Fortbildungsteil in den Fokus: „Wir wollen den Lehrkräften ein kleines Instrumentarium anbieten“, sagt Corinna Maßmann. Wie lassen sich Schüler erreichen? Wie können Lehrer und Schüler gemeinsam das Trauern um Möglichkeiten wie Klassenfahrten, verpasste Freiheiten, Chancen oder Abschlussfeiern gestalten? Wie können Lehrer zu Ansprechpartnern werden? „Es ist uns wichtig, dass jeder Teilnehmer selber prüft, was zu ihm und seinen Schülerinnen und Schülern passt“, sagt Corinna Maßmann. Mit neuen Ideen im Gepäck, mit Anregungen für den Alltag und kleinen Listen mit Dingen, die es zur Umsetzung an Schulen und in Einrichtungen braucht, kehrten die Teilnehmenden zu den Jugendlichen zurück.

„Uns hat die Fortbildungsreihe ermutigt, weiterzumachen und ein Folgeformat zu entwickeln“, erzählt Corinna Maßmann. Denn das Thema sei noch nicht abgeschlossen. Es brauche eine verifizierte Auseinandersetzung mit der besonderen Situation für Schülerinnen und Schüler in der Pandemie. Und die will die Schulseelsorge im Kirchenkreis Solingen mit seinen starken Netzwerkpartnern anbieten – auch zukünftig.

 

Theresa Demski / 24.06.2021



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