Losung

für den 27.09.2021

Ehe ich gedemütigt wurde, irrte ich; nun aber halte ich dein Wort.

Psalm 119,67

Gottesdienste
Gottesdienste

Jede Woche einen frischen Gottesdienst oder eine Andacht aus dem Evangelischen Kirchenkreis Solingen finden Sie auf unserem YouTube-Kanal "Klingenkirche".

Suchen Sie einen Gottesdienst in Ihrer Nähe?

Hier finden Sie Termine, Orte und Zeiten der Gottesdienste in den Gemeinden.

mehr
Newsletter

Sie möchten regelmäßig mit Informationen und Meinungen aus der Evangelischen Kirche in Solingen versorgt werden? Hier können Sie unseren 14-tägigen Newsletter abonnieren.

mehr
Kontakt

Möchten Sie wissen, zu welcher Gemeinde Sie gehören? Wer als Pfarrerin oder Pfarrer für Sie zuständig ist? Dann schicken Sie uns doch einfach eine Nachricht.

mehr
Diakonie
Diakonie

Konkrete Beratung, praktische Hilfe und menschliche Zuwendung - mit diesem Angebot setzt sich das Diakonische Werk des Kirchenkreises für die Menschen der Stadt Solingen ein.

mehr
Gemeinden
Gemeinden mehr
Service

Sommerfreizeiten in Coronazeiten

Ein Plan B mit Perspektive

Die Jugendleitungen der Solinger Gemeinden waren in diesem Sommer besonders gefordert: Innerhalb kürzester Zeit fanden viele Teams Alternativen für Sommerfreizeiten, die wegen Corona nicht stattfinden konnten. Das Resümee fällt rundum positiv aus.

<strong>"Da hinten ist das Meer!": Lutherkirchenjugendliche hatten ein klares Ziel (Foto: Claudia Wahl)<br></strong> Lupe"Da hinten ist das Meer!": Lutherkirchenjugendliche hatten ein klares Ziel (Foto: Claudia Wahl)

Sie setzten sich aufs Fahrrad, campten in Gemeindegärten oder erkundeten die Nordseeküste in kleinen Herden: Wer in diesem Sommer mit den Evangelischen Gemeinden im Kirchenkreis Solingen unterwegs war, machte Mitten in der Corona-Pandemie ermutigende Entdeckungen. Denn statt das Sommerprogramm einfach ausfallen zu lassen, hatten sich Haupt- und Ehrenamtliche zusammengesetzt und umgeplant.

500 Kilometer per Fahrrad ans Meer

„Das tat am Anfang natürlich weh“, sagt Claudia Wahl, Jugendleiterin der Luther-Kirchengemeinde. Eigentlich hatte auf dem Reiseplan für diesen Sommer Irland gestanden. Dann spitzte sich die Krise zu, die Unterkunft sagte ab. Aber im Team herrschte schnell Gewissheit: „Wir machen nicht nichts!“ Also beobachteten die drei Hauptamtlichen und das Team der Ehrenamtlichen die Corona-Entwicklungen und begann zu planen. Die Idee, die sich in ihren Köpfen schnell festsetzte: eine Fahrradtour zum Meer. Es sollte Richtung Amsterdam gehen, der Mindestabstand würde auf den Rädern bestens eingehalten werden können und für die Übernachtungen auf den Campingplätzen setze das Team auf Einzelzelte. Am Ende blieb nur eine offene Frage: Wie würde die Gruppe wieder zurückkommen? Die Corona-Regeln in den Niederlanden schlossen die gemeinsame Fahrt in Autos und mit dem öffentlichen Nahverkehr für so viele Personen aus. Kräftezehrend sei die Planung gewesen, räumt die Jugendarbeiterin ein. „Um auf Nummer Sicher zu gehen, bastelten wir noch an einem anderen Angebot“, erzählt Claudia Wahl. Ein Zeltplatz auf Sylt hatte wieder eröffnet – und weil inzwischen Zehnergruppen erlaubt waren, griffen die Solinger zu. Dann lockerten sich auch in den Niederlanden die Regeln und die Luther-Kirchengemeinde realisierte schließlich beide Angebote.

500 Kilometer legten die rund 20 Teilnehmer zwischen 13 und 19 Jahren mit den Rädern nach Amsterdam zurück – in drei Gruppen. „Jeder fand seinen eigenen Tritt“, sagt Claudia Wahl, „das war eine richtige Lebenserfahrung.“ Am Abend freuten sich die Teilnehmer auf das gemeinsame Treffen am Ortsschild – mit Abstand natürlich. Hier gab es eine kleine Andacht und echtes Freizeitgefühl. „Es entstand Nähe, obwohl wir Abstand halten mussten“, sagt Claudia Wahl. Inhaltlich hatte sich das Team für das Motto „Pilger*innen in der Fremde“ entschieden – und damit auch für ein eindeutiges Signal gegen Rassismus. Ein platter Reifen, viele wertvolle Begegnungen und das Gefühl der Selbstwirksamkeit: „Das war nicht das, was wir vorgehabt hatten. Aber es war ein schöner Sommer“.

Plan B hieß Sylt

Und das galt auch für die Tour nach Sylt – unter dem Motto „Plan B“. „Wir waren in Herden unterwegs“, erzählt Claudia Wahl. Im Zug wurde Maske getragen, auf Sylt machten sich die drei Zehnergruppen vom Campingplatz aus auf Entdeckungstour, erkundeten zum Abschluss Hamburg und wurden trotz der ungewohnten Rahmenbedingungen eine richtige Gemeinschaft. „Das war alles ein großes Geschenk“, sagt die Jugendarbeiterin. Manches habe gefehlt, anderes sei intensiver gewesen als in anderen Jahren. „Wir haben schnell nicht mehr auf das geguckt, was uns fehlt, sondern waren dankbar für das, was möglich war“, sagt Claudia Wahl.

Statt Norwegen vor der Haustür

Ähnlich ging es auch den Jugendlichen der Gemeinde St. Reinoldi in Rupelrath: Bereits traditionell hatte eine Gruppe mit 80 Teilnehmern nach Norwegen aufbrechen wollen. „Aber als die Grenzen dicht gemachten wurde, war uns die Planung zu wackelig“, erinnert sich Jugendleiter Radek Geister. Also suchte das Team nach Reisezielen in Deutschland. Fündig wurde es buchstäblich vor der eigenen Haustür. Das Team lud Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren zur Freizeit in Solingen ein. „Wir riefen die Menschen in der Gemeinde auf, unsere Gastgeber zu sein“, erzählt der Jugendleiter. Und die Gemeinde zog mit. Für vier Jungen- und Mädchengruppen fand der Jugendleiter mit seinem Team ein „Ferienziel“ – mal war es ein Haus, das während der Ferien der Familie, leer stand, ein anderes Mal schlugen die Jugendlichen ihr Zelt im großen Garten eines Gemeindemitglieds auf. Hier kochten die Zehnergruppen, kamen ins Gespräch, freuten sich über Kreativkisten und verbrachten die Abende gemeinsam, bevor sie einschliefen. Das Tagesprogramm organisierte das Team rund um das Gemeindehaus – gemäß des aufwändigen Hygienekonzepts. An Ausgabetheken wurde das Mittagessen organisiert, Ausflüge zum Wasserskifahren oder in den Hochseilgarten, Laser-Tech im Wald genauso wie ein großer Dominotag mit 12.000 Steinen standen auf dem Programm. „Die Jugendlichen haben so gleichzeitig ihre Gemeinde erlebt und manchmal trotzdem ganz vergessen, dass sie noch in Solingen waren“, sagt der Jugendleiter.

"Nachhaltiger als eine Urlaubsreise"

36 Teilnehmer nahmen das Angebot an, 16 Mitarbeiter waren mit im Boot. „Die Verantwortung war für die Mitarbeiter in diesem Jahr deutlich größer als sonst“, resümiert Geister. Aber die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Es seien persönliche Bindungen entstanden, die im Rahmen einer großen Freizeit gar nicht möglich seien. Und trotzdem sei ein richtiges Freizeitgefühl aufgekommen. „Am Ende war es viel mehr als nur eine Alternative“, sagt der Jugendleiter. Das habe auch damit zu tun, dass die Teilnehmer nicht von einem aufregenden Ländernamen angezogen worden seien, sondern von dem Wunsch nach Gemeinschaft. Die Gemeinde will nun mit den Jugendlichen kleine Hauskreise gründen. Der Jugendleiter resümiert: „Das war dieses Jahr nachhaltiger als eine Urlaubsreise.“

 

Theresa Demski / 27.08.2020



© 2021, Evangelische Kirche in Solingen
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung