Losung

für den 29.07.2021

Ihr Berge Israels, siehe, ich will mich wieder zu euch kehren und euch mein Angesicht zuwenden, dass ihr angebaut und besät werdet.

Hesekiel 36,9

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Evangelische helfen Menschen in Not

Spenden ermöglichen diakonischen Einsatz

Durch großzügige Spenden und Vermächtnisse schenken Menschen aus Solingen ihren Kirchengemeinden besondere Möglichkeiten, um Menschen in Not zu helfen – so wie beim Dorper Diakonieverein, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert.

Konserven, Nudeln und mehr stecken in den Diakonietüten, mit denen bedürftigen Menschen einmal pro Monat in Dorp geholfen wird. Konserven, Nudeln und mehr stecken in den Diakonietüten, mit denen bedürftigen Menschen einmal pro Monat in Dorp geholfen wird.

Es begann 1996 mit einem Hinweis der damaligen Gemeindeschwester in Dorp. Sie hatte eine alte Dame begleitet, die frisch aus dem Krankenhaus gekommen war und nun zur Reha aufbrechen sollte. Aber die Frau hatte sich vehement geweigert, die heilsame Kur anzutreten. Schließlich entdeckte die Gemeindeschwester den Grund: Der Dame fehlten die finanziellen Mittel, um den Einkaufszettel abzuarbeiten, den die Reha-Klinik ihr geschickt hatte. „Uns allen war damals klar: Das kann nicht sein“, sagt heute Joana Möller, „eine Reha darf nicht an den Kosten für neue Sportschuhe und eine neue Hose scheitern.“

„Dorper helfen Dorpern“

Die Dorper beschlossen, dass etwas passieren müsse, und gründeten ihren Diakonieverein – mit der Philosophie „Dorper helfen Dorpern“. Es fanden sich Mitglieder, Freunde und Förderer, die bereit waren, für Menschen in Not zu spenden. Das erste Geld zahlten der Verein an die alte Dame aus, um sie für die Reha vorzubereiten. Seitdem unterstützt die diakonischen Förderer Menschen, die akut in Not geraten sind – wie die alleinerziehende Mutter, der die Räumung droht, weil sie ihre Stromkosten nicht zahlen kann. Sie unterstützen Kinder und Jugendliche, deren Familien das Geld fehlt, um sie auf Sommerfreizeiten schicken zu können. Sie fördern Sänger mit knappen Mitteln, die gerne zur Chorfreizeit mitfahren würden. Sie unterstützen die diakonische Jugendarbeit, um auch Kinder und Jugendliche zu erreichen, die womöglich durchs Raster fallen könnten. Und der Diakonieverein beteiligt sich wesentlich an der Finanzierung der Lebensmittelausgabe in der Kirche. Mit rund 1000 Lebensmitteltüten im Jahr werden Bedürftige unterstützt.

"Diakonisches Handeln ist in der Bibel begründet", sagt Joana Möller, Vorsitzende des Dorper Diakonievereins. Lupe"Diakonisches Handeln ist in der Bibel begründet", sagt Joana Möller, Vorsitzende des Dorper Diakonievereins.

Unbürokratische Hilfe

„Diakonisches Handeln ist in der Bibel begründet“, erinnert Joana Möller als aktuelle Vorsitzende des Vereins, „es ist doch unsere urchristliche Aufgabe, den Menschen zu helfen.“ Deswegen sind die Haupt- und Ehrenamtlichen der Gemeinde nach wie vor für den Diakonieverein im Einsatz – auch 25 Jahre nach der Gründung. Es gibt so wenig Hürden wie möglich, um beim Diakonieverein Unterstützung zu bekommen: „Wir prüfen jeden Fall, sprechen im Vorstand darüber und reagieren unbürokratisch“, erzählt Joana Möller. Künftig will der Verein auch in Schulen, bei Kindern und Eltern bekannter werden – um dort zu helfen, wo Hilfe nötig ist.

Wald: Stiftungsgelder und Vermächtnisse

Darum geht es auch der Evangelischen Kirchengemeinde Wald: In den vergangenen Jahrzehnten bedachten immer wieder Menschen die Gemeinde in ihrem Testament zugunsten der diakonischen Hilfe für weniger privilegierte Menschen. Das begann vor 95 Jahren mit Paula Gottfried, die 1926 Haus und Hof der Kirchengemeinde vermachte – unter der Bedingung, dass die Gemeinde die Grabstätte der Familie in Ordnung halte und zum Todestag der Familienmitglieder Blumen niederlege. „Das machen wir auch heute noch“, sagt Pfarrer Bernd Reinzhagen. Und bis heute fließen auch Gelder aus der Paula Gottfried-Stiftung in die diakonische Arbeit in Wald. Ein Kuratorium ist im Einsatz. Heute verwaltet die Gemeinde eine Vielzahl von Stiftungsgeldern und Vermächtnissen. Alle sind zweckgebunden – mal für Frauen, die in Not geraten sind, ein anderes Mal, um gegen Hunger und Armut kämpfen zu können oder für bedürftige Familien. Und die Kirchengemeinde hilft. „Oft sind es Einzelbeihilfen“, erklärt Pfarrer Reinzhagen, „aber auch Teile der Personalkosten der Gemeindeschwester oder eines Mitarbeiters im Freiwilligen Sozialen Jahr können von dem Geld bezahlt werden. Je nach dem, welchem Zweck sie laut Testament zugutekommen sollen.“ Bevor die Zinsen in den Keller sanken, konnte die Gemeinde mit Zinsen von rund 100.000 Euro im Jahr rechnen, die für diakonische Aufgaben eingesetzt werden konnten. Heute sind es immerhin noch rund 25.000 Euro. „Dieses Geld entlastet uns ungemein, dazu kommen viele treue Spender“, sagt Pfarrer Reinzhagen, „sonst wäre die diakonische Arbeit in Wald in diesem Umfang gar nicht möglich.“

Ermöglichung von Freizeiten und Hilfe für SeniorInnen

Auch in anderen Gemeinden in Solingen sind Vereine im Einsatz, um die diakonische Arbeit zu unterstützen: So gibt es etwa in Gräfrath einen Förderverein, der Freizeiten oder Fortbildungen für Kinder, Jugendliche und Konfirmanden genauso unterstützt wie etwa die Anschaffung von Noten für den Posaunenchor, berichtet Pfarrer Thomas Schorsch. In Ketzberg gibt es einen Freizeitfonds, der sich aus Spenden und Kollekten speist. „Er dient dazu, Teilnehmerbeiträge zu Kinder- und Jugendfreizeiten bei Bedarf zu senken“, berichtet Pfarrer Christof Bleckmann. Bedürftige Senioren werden über Spenden aus der Diakoniekasse unterstützt.

In den evangelischen Gemeinden Solingens nehmen viele Menschen den biblischen Begriff „diakonia“ (er stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt so viel wie „Dienst“) auch heute noch ernst – und dienen den Menschen.

 

resa / 22.03.2021



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