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für den 23.08.2019

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1.Chronik 29,11

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Superintendentin Ilka Werner zur Rücktrittsankündigung des EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider

"Hohes Amt ist nicht das Wichtigste"

Der EKD-Ratsvorsitzende Dr. h.c. Nikolaus Schneider hat angekündigt, sein Amt aufzugeben, um mehr Zeit für seine schwer erkrankte Ehefrau Anne Schneider zu haben. Im Interview würdigt die Solinger Superintendentin Dr. Ilka Werner diese Entscheidung positiv.

Superintendentin Ilka Werner und Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider bei der Amtseinführung der Superintendentin im Februar 2013. Superintendentin Ilka Werner und Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider bei der Amtseinführung der Superintendentin im Februar 2013.

 "Dieser Schritt zeigt eine innere Freiheit, für die auch ein hohes Amt nicht das Wichtigste darstellt“, betont die Theologin. Das entspreche dem evangelischen Verständnis von der Wahrnehmung eines Amtes. Es passe dazu, wie sie Schneider kennengelernt habe, dass ihm jetzt die Begleitung seiner Frau wichtiger sei als der Ratsvorsitz. Sie habe den ehemaligen rheinischen Präses bereits früher als jemanden erlebt, der nicht alles nur darauf ausgerichtet habe, ein hoher Kirchenfunktionär zu werden.

Für die Zukunft wünscht sich die Solinger Superintendentin an der Spitze der EKD „einen Menschen, der den Alltag unserer Gemeinden und Kirchenkreise kennt“ und die „alte, aber immer noch brandaktuelle Botschaft der Bibel in einer Weise zur Sprache bringen kann, die die Menschen verstehen“.

Schneider hatte angekündigt, zur nächsten Tagung der EKD-Synode im November sein Amt als EKD-Ratsvorsitzender und oberster Repräsentant der Evangelischen Kirche in Deutschland aufgeben zu wollen. Als Grund hat er die schwere Erkrankung seiner Frau genannt. Die Solinger Superintendentin Dr. Ilka Werner würdigt diese Entscheidung und beschreibt, wie Pfarrerinnen und Pfarrer damit umgehen können, wenn sie selbst Trost brauchen.

Das vollständige Interview mit Dr. Ilka Werner im Wortlaut

evangelische-kirche-solingen.de: Frau Dr. Werner, Sie kennen Nikolaus Schneider seit Jahren schon aus seiner Zeit als rheinischer Präses. Können Sie seine Entscheidung verstehen?
Superintendentin Dr. Ilka Werner: Ja, denn so wie ich ihn kennengelernt habe, passt es zu ihm, dass er jetzt die Begleitung seiner Frau Anne und die gemeinsame Zeit mit ihr wichtiger nimmt als sein Amt. Ich habe ihn nicht als jemanden erlebt, der sein ganzes Leben allein darauf ausgerichtet hätte, ein hoher Kirchenfunktionär zu werden. Auch als rheinischer Präses blieb er ein alltagsnaher Kirchenmann, der immer das Gespräch mit ganz normalen Leuten gesucht hat. Aber er war zur Stelle, als Margot Käßmann unerwartet zurückgetreten war, und hat sich zunächst kommissarisch und dann gewählt in die Pflicht des EKD-Ratsvorsitzes nehmen lassen.

Aber wie sieht es mit der Verantwortung aus, die man mit so einem Amt übernimmt? Darf man die in persönlich schweren Zeiten einfach ablegen?
Nikolaus Schneider hat jedenfalls die Verantwortung gegenüber seiner kranken Ehefrau als wichtiger bewertet als die Verpflichtung aus seinem Amt als Ratsvorsitzender. Dieser Schritt zeigt eine innere Freiheit, für die auch ein hohes Amt nicht das Wichtigste darstellt. Ich finde das gut so, denn es entspricht unserem evangelischen Verständnis von der Wahrnehmung von Ämtern. Außerdem hat er seinen Rückzug so rechtzeitig angekündigt, dass im November bei der nächsten EKD-Synode eine geordnete Neuwahl erfolgen kann.

Die Erkrankung seiner Frau ist ja nicht der erste schwere Schlag im Leben von Nikolaus Schneider. Wie kann man als Pfarrerin oder Pfarrer damit umgehen, wenn man selber Trost braucht?
Das ist sicher ganz unterschiedlich - wie bei anderen Menschen auch. Für mich habe ich die Hoffnung, dass mein Glaube, also dass Vertrauen, mich auf Gott unbedingt verlassen zu können, auch in schweren Zeiten nicht so stark beschädigt werden kann, dass er zerbricht. Manchmal braucht man dazu die Gemeinschaft mit anderen Menschen und ihre Erfahrungen mit Gott und dem Leben und auch ihre stellvertretenden Gebete.

Wen wünschen Sie sich zukünftig an der Spitze der EKD?
Ich wünsche mir einen Menschen, der gut in unserer Kirche eingebettet ist, also den Alltag unserer Gemeinden und Kirchenkreise kennt. Und ich hoffe, dass jemand kommt, der oder die notwendige theologische Antworten in einer Weise zur Sprache bringen kann, die die Menschen verstehen: mit neuen, vielleicht manchmal ungewöhnlichen, Worten für die alte, aber immer noch brandaktuelle Botschaft der Bibel.

 

07.07.2014



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