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für den 18.08.2019

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Synodalberatung der Evangelischen Kirche in Solingen

„Nur gemeinsam in die Zukunft“

Wie geplant ohne konkrete Entscheidungen ging heute (01.04.2017) der erste Teil der Frühjahrssynode unter der Überschrift „Suchen, was wirkt“ in der Stadtkirche zu Ende. Thema waren die zukünftigen Herausforderungen der Evangelischen Kirche in Solingen.

Leiteten gemeinsam den Synodaltag: Superintendentin Dr. Ilka Werner, Pfarrerin Isabel Hartmann und Prof. Dr. Reiner Knieling (v.l., Foto: Thomas Förster) Leiteten gemeinsam den Synodaltag: Superintendentin Dr. Ilka Werner, Pfarrerin Isabel Hartmann und Prof. Dr. Reiner Knieling (v.l., Foto: Thomas Förster)

„Wir müssen in absehbarer Zeit beschließen, welche konkreten Veränderungen wir uns als evangelische Gemeinden und Kirchenkreis in Solingen für die Zukunft vornehmen wollen“, erläuterte Superintendentin Dr. Ilka Werner. „Aber zunächst nehmen uns die nötige Zeit, um ganz genau hinzusehen, wo wir als Evangelische Kirche in Solingen stehen, wo wir herkommen und welche Entwicklungen um uns herum sich bereits auf uns auswirken.“

Fragen zu Gegenwart und Zukunft

Der Kirchenkreis hatte die erfahrenen Gemeindecoaches Prof. Dr. Reiner Knieling und Pfarrerin Isabel Hartmann vom Gemeindekolleg der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands bei Erfurt eingeladen. Beide begleiten deutschlandweit Gemeinden und Kirchenkreise bei der Zukunftsentwicklung. Mit Fragen wie „Mit welchen harten Wahrheiten müssen wir umgehen?“ oder „Welche Botschaft Gottes an uns steckt in den Herausforderungen?“ luden sie die rund 70 Delegierte aus Gemeinden und Arbeitsgebieten des Evangelischen Kirchenkreises Solingen sowie etwa 20 weitere Gäste zum intensiven Austausch über Erfahrungen und Hoffnungen ein. Aber auch nach neuen Ansätzen für die Gestaltung kirchlichen Lebens in Solingen wurde gesucht. „Wir müssen konsequenter als bislang nach dem Verhältnis von Aufwand und Wirkung fragen“, forderte etwa Nicola Henkel, Presbyterin in der Kirchengemeinde Ketzberg: „Zukünftig können wir uns einfach nicht mehr jeden Aufwand leisten.“ Pfarrer Joachim Römelt aus Dorp forderte, noch stärker von den Gemeindegliedern her zu denken: „Wir sollten noch genauer danach fragen, welche Erwartungen Menschen an uns richten und wofür sie bereit sind, selber mitzuarbeiten.“ Mehrere Redner verwiesen auf die Aktivitäten in der Flüchtlingsarbeit als Beispiel dafür, wo Menschen sich neu engagiert hätten.

Zufriedene Tagungsbilanz

Zufrieden äußerte sich anschließend Superintendentin Dr. Ilka Werner über den Verlauf des Synodaltages: „Heute war eine starke Energie zu einem neuen Aufbruch in die Zukunft zu spüren.“ Wichtig, so Werner, sei es, den Weg in die Zukunft möglichst gemeinsam zu gehen. „Wir können auch zukünftig noch viel mehr Gutes bewirken, wenn wir nicht nur innerhalb unserer Gemeindegrenzen denken. Auch das wurde heute deutlich.“

Die Ergebnisse des heutigen Synodaltages werden jetzt im Kreissynodalvorstand weiter beraten. Dort werden auch die nächsten Schritte geplant. Der zweite Teil der Frühjahrssynode wird am 23. Juni 2017 stattfinden. Dann sollen auch wieder Vorlagen beraten und Beschlüsse gefasst werden.

Veränderungsdruck seit mehr als 20 Jahren

Die Evangelische Kirche muss bereits seit den 1990er Jahren nicht nur in Solingen schmerzhafte Erfahrungen mit der Reduzierung von Arbeitsbereichen, Personal und Gebäuden machen. So hat sie seit 2000 jede fünfte Pfarrstelle in den Gemeinden abgebaut. Sieben Gemeindehäuser und ein Jugendhaus wurden im selben Zeitraum aufgegeben und verkauft, dazu Pfarrhäuser und Kitagebäude. Von ehemals 1250 Kitaplätzen im Jahr 2000 sind aktuell noch rund 800 in der Trägerschaft evangelischer Gemeinde oder Diakonischen Werks.

Gleichzeitig wurden seit der Jahrtausendwende aber auch neue Arbeitsgebiete entwickelt: So ist das Gottesdienstangebot in vielen Gemeinden vielfältiger geworden. Da, wo Gottesdienste auch von Ehrenamtlichen vorbereitet und mit neuen Formen wie Theater, Interview oder Popularmusik angereichert werden, werden Kirchen wieder voller. In der Arbeit der Gemeinden mit geflüchteten Menschen engagieren sich viele Menschen, die davor eher am Rande der Gemeinden standen. Die vor allem von evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrern versorgte Notfallseelsorge ist zu einem wichtigen Bestandteil der sozialen Versorgung in der Stadt Solingen geworden. Regelmäßige Glaubensseminare helfen Menschen dabei, darüber Auskunft zu geben, welche Hoffnung ihr Leben trägt. Und die Weiterentwicklung der Klinikseelsorge von einem evangelischen Besuchsdienst zu einem hoch spezialisierten Seelsorgeangebot für schwerst- und chronisch kranke Menschen, deren Angehörige und die oft hoch belasteten Mitarbeitenden in den Krankenhäusern gilt längst auch für die Kliniken als wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Patientenversorgung. In den kommenden Jahren rechnet die Evangelische Kirche in Deutschland aber aufgrund der demografischen Entwicklung mit weiteren Rückgängen an Mitgliedern und Ressourcen, die das Gesicht der Gemeinden und Kirchenkreise noch einmal gründlich verändern werden.

 

01.04.2017



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