Losung

für den 13.07.2020

Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!

Hosea 10,12

Gottesdienste

Suchen Sie einen Gottesdienst in Ihrer Nähe? Hier finden Sie Termine, Orte und Zeiten.

mehr
Newsletter

Sie möchten regelmäßig mit Informationen und Meinungen aus der Evangelischen Kirche in Solingen versorgt werden? Hier können Sie unseren 14-tägigen Newsletter abonnieren.

mehr
Kontakt

Möchten Sie wissen, zu welcher Gemeinde Sie gehören? Wer als Pfarrerin oder Pfarrer für Sie zuständig ist? Dann schicken Sie uns doch einfach eine Nachricht.

mehr
Diakonie
Diakonie

Konkrete Beratung, praktische Hilfe und menschliche Zuwendung - mit diesem Angebot setzt sich das Diakonische Werk des Kirchenkreises für die Menschen der Stadt Solingen ein.

mehr
Gemeinden
Gemeinden mehr
Service

Fragen an Superintendentin Dr. Ilka Werner zum Zukunftsprozess „Klingenkirche 2030“

„Tragfähige Lösungen sind nur durch Kooperation möglich“

Die Beratung des Zukunftsprozesses „Klingenkirche 2030“ auf der Sommersynode muss wegen Corona verkürzt werden. Im Gespräch erklärt Superintendentin Dr. Werner, warum der Prozess nötig ist und welche Auswirkungen Corona darauf hat.

Superintendentin Dr. Ilka Werner Superintendentin Dr. Ilka Werner

Frau Dr. Werner, „Klingenkirche 2030“ hat die Solinger Synode den Prozess genannt, mit dem die evangelischen Gemeinden und der Kirchenkreis sich für die Zukunft gut aufstellen möchten. Warum dieser Prozess? Warum kann nicht alles so bleiben, wie es ist?

Die Gesellschaft, in der wir Kirche sind, verändert sich. Darum brauchen wir veränderte Formen, um unsere Botschaft von Gott und von Gottes Liebe zu uns zu sagen und erfahrbar zu machen. Es gibt eine Art Kirchensprichwort: Wer will, dass die Kirche bleibt, darf nicht wollen, dass sie bleibt, wie sie ist.

Konkret: Über kurz oder lang wird die erste Gemeinde zu klein sein, um alleine ihre Aufgaben zu erfüllen. Tragfähige Lösungen für Personalstellen und Gebäudeunterhalt sind nach meiner Meinung auf Dauer nur durch Kooperationen im Kirchenkreis möglich.

Bisher gibt es in Solingen eine große Bandbreite von Gemeinden: die einen mit einer eher kleinen, andere mit einer größeren Zahl von Mitgliedern. Dazu der Kirchenkreis, der evangelische Impulse in die städtische Öffentlichkeit insgesamt sendet. Wie könnte die Evangelische Kirche in Solingen denn in Zukunft aussehen?

Ich wünsche mir, dass die Kirchen in den Stadtteilen bleiben – aber auch, dass nicht mehr jede Gemeinde versucht, alles zu machen, sondern sich Schwerpunkte sucht. Ich wünsche mir, dass die Gemeindeglieder da mitgehen und gelegentliches Kirchen-Hopping als Bereicherung erleben. Ich wünsche mir, dass die Hauptamtlichen enger zusammenarbeiten und alle ein Standbein an einem Ort, aber auch ein Spielbein für ganz Solingen haben. Ich wünsche mir, dass innerhalb der Gemeinden und bei den Mitarbeitenden ein evangelisches Wir-Gefühl entsteht, aus dem heraus wir fragen, was wir den Menschen in Solingen bedeuten können.

Also: Die Klingenkirche 2030 verstärkt die gemeinsame Verantwortung für das evangelische Leben in der Stadt und verbindet das stadtteilbezogene Gemeindeleben mit enger Zusammenarbeit im Kirchenkreis.

Nun hat Corona ja vieles auf den Kopf gestellt. Hat die Krise auch Auswirkungen auf den Prozess „Klingenkirche 2030“?

Unbedingt. Kirche vor Ort lebt von Begegnung, von Berührung und Gemeinschaft. All das war von einem auf den anderen Tag verboten. Wir standen in den Gemeinden und Arbeitsgebieten vor der Aufgabe, eine offene Kirche mit geschlossenen Kirchengebäuden zu werden. Und wir haben das hingekriegt, Kirche konnte sich neu erfinden: über digitale Kanäle, über Gottesdienste zum Mitnehmen, über Telefonketten und WhatsApp-Gruppen. Da sind Formen entstanden, die ganz andere Menschen angesprochen haben als die, die wir schon hatten. Einiges davon kann in der „Klingenkirche“ Bestand haben.
Und: Durch Corona brechen unsere Kirchensteuereinnahmen ein. Die Monate März und April sind katastrophal, übers Jahr rechnen wir mit 15 % weniger Aufkommen, auch noch für die Folgejahre. Das ist für uns eine schlimme Situation, weil die Haushalte sowieso schon angespannt sind und wir praktisch nur Personal- und Gebäudekosten haben. Rücklagen haben auch nicht mehr alle Gemeinden. Da werden wir wirklich gemeinsam nach guten Ideen gucken müssen…

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten für die Zukunftsgestaltung der Gemeinden und des Kirchenkreises in den kommenden Monaten und Jahren: welche wären das?

Dass der Pfingstgeist uns Mut macht, mehr als jetzt an einem Strang zu ziehen.

Dass die Stadt Solingen, in der wir Kirche sind, etwas von Gott und uns erwartet und uns was zutraut.

Dass unsere Ressourcen - die Gemeindeglieder, die Ehrenamtlichen, die Hauptamtlichen, und unsere Finanzen - nicht so schnell schwinden, dass wir ständig außer Atem sind durch die unablässigen Veränderungen.

 

04.06.2020



© 2020, Evangelische Kirche in Solingen
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung