Losung

für den 29.07.2021

Ihr Berge Israels, siehe, ich will mich wieder zu euch kehren und euch mein Angesicht zuwenden, dass ihr angebaut und besät werdet.

Hesekiel 36,9

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Digitale Gottesdienste

Videoteams haben sich in Gemeinden etabliert

Viele Gottesdienste aus den Solinger Gemeinden werden während der Corona-Krise direkt ins heimische Wohnzimmer übertragen. Im vergangenen Jahr sind viele Technik-Teams entstanden und gewachsen – und mit ihnen neue Möglichkeiten und Ideen.

Videoaufnahme einer Veranstaltung zum 8. Mai 2020 in der Dorper Kirche LupeVideoaufnahme einer Veranstaltung zum 8. Mai 2020 in der Dorper Kirche

Sonntagmorgens um 11 Uhr drückt Stephan Hergert am Videomischpult den entscheidenden Knopf: Dann wird der Gottesdienst aus der Dorper Kirche live gestreamt. Wer will, der feiert im Internet mit. Und für diejenigen, die lieber am Abend Gottesdienst feiern möchten, steht das Video weiterhin im Netz. „Wir haben im vergangenen Jahr einen großen Entwicklungssprung gemacht“, sagt Stephan Hergert mit Blick auf die technischen Möglichkeiten der Gemeinde. Zwar habe es auch vor der Corona-Krise in der Dorper Kirche schon aufwändige Tontechnik gegeben. Aber mit dem ersten Lockdown stiegen von jetzt auf gleich die Anforderungen. „Meine erste Anschaffung damals war ein Stativ für mein Handy“, sagt Hergert und lacht. Inzwischen dreht das Technik-Team in Dorp die Gottesdienste mit drei Kameras, vom Mischpult aus werden kurzerhand Liedtexte und Verse eingeblendet, Ton und Licht hat das Technik-Team weiter professionalisiert.

Dorp: Technikunterstützung keine Frage des Alters

„Am Anfang haben wir einfach losgelegt“, erinnert sich Hergert. Videos wurden zuerst aufgenommen, dann ausgestrahlt – erst über Facebook, dann richtete die Gemeinde einen YouTube-Kanal ein. Über die Hauptamtlichen bat Hergert um Unterstützung bei Freiwilligen und freute sich sehr, als sich erst ein gelernter Tontechniker und dann immer mehr Ehrenamtliche meldeten, die Film-Erfahrungen mitbrachten. „Es waren Senioren und Teenager: Das ist keine Frage des Alters“, sagt Hergert.

Aufwändige Technik: Regiezentrale in der Dorper Kirche während der Aufnahme eines Gottesdienstes (links: Stephan Hergert) LupeAufwändige Technik: Regiezentrale in der Dorper Kirche während der Aufnahme eines Gottesdienstes (links: Stephan Hergert)

Heute gehören zum Technik-Team insgesamt neun Mitglieder. Sie haben gebrauchte Kameras gekauft, bringen ihre eigenen Geräte mit. Die neue Gemeindegruppe ist mitten in der Corona-Krise entstanden. Und sie hat technische Qualitäten möglich gemacht, die keiner erwartet hätte. Mit ihr wuchsen die Möglichkeiten: Heute dreht und feiert das Team aus Pfarrern, Musikern, Presbytern und Technikern die Gottesdienste an einem Stück und live. „Das erhält den Spannungsbogen – für uns und für die Zuschauer“, sagt Hergert. Und es mache der Gemeinde möglich, zumindest das Gefühl zu haben, am Sonntagmorgen gemeinsam Gottesdienst zu feiern.

Erfreuliche Resonanz

Konfirmation, Liederabende, Proben der Kantorei, der Kindergottesdienst: Immer mehr Termine ermöglicht das Team in Dorp seitdem als digitales Angebot. Am Heiligen Abend mieteten sie zusätzliche Technik, beleuchtete die Kirche und feierte den Gottesdienst als Spaziergang. „Die Resonanz freut uns“, sagt Hergert. 200 bis 300 Zuschauer zähle die Gemeinde jeweils, die Abonnentenzahl bei YouTube sei inzwischen auf 284 gewachsen.

Gräfrath: Gottesdienste und Clips

Neue Ideen sind mit dem großen Digitalisierungsschritt während der Corona-Pandemie auch in Gräfrath entstanden. Auch hier haben sich Ehrenamtliche gefunden, die viel Wissen und Erfahrung mitbringen, Gottesdienste aufnehmen und ins Netz stellen oder gleich zum gemeinsamen Feiern auf Zoom einladen. „Weihnachten haben wir so mit 25 Besuchern als Videokonferenz gefeiert“, erzählt Pfarrer Thomas Schorsch, „es war richtig schön, sich mal wieder zu sehen.“ Das Technik-Team aus Gräfrath spielte Clips ein und gemeinsam lösten die Teilnehmenden ein Weihnachts-Quiz. Man habe die Erfahrung gemacht, dass es wichtig sei, generationenspezifisch zu arbeiten, sagt Schorsch. Das Zoom-Angebot hätten vor allem jüngere Leute wahrgenommen, die Gottesdienste auf YouTube würden auch viele ältere Menschen sehen.

An Christi Himmelfahrt begab sich die Gemeinde dann weiter auf Neuland: Mit Unterstützung der Marburger Medien entstand im Wäldchen in Gräfrath ein „Gottesdienst auf dem Weg“. In den Ästen der Bäume hingen kleine, laminierte QR-Code-Karten. Wer mit dem Smartphone einen Code scannte, landete bei Liedern zum Mitsingen auf YouTube. Am zweiten Weihnachtstag fanden sich interessierte Freiwillige, die selber QR-Codes generierten und zu einer weiteren Auflage der besonderen Feier einluden – mit einem Weihnachtssegen. „Mehr als 100 Menschen haben das Angebot angenommen“, freut sich Thomas Schorsch. Die Idee vom „Gottesdienst auf dem Weg“ hat die Gemeinde inzwischen beim Chrismon-Wettbewerb „Gemeinde 2021“ eingereicht – wer abstimmen möchte, kann die Gräfrather ab 2. März unter www.chrismongemeinde.evangelisch.de unterstützen.

Luther: 1800 Klicks an Heiligabend

Auch die Luther-Kirchengemeinde versorgt Interessierte jeden Sonntag per YouTube mit einem Gottesdienst aus der heimischen Kirche: „Wir haben uns für das Premiere-Format entschieden“, erzählt Vikar Lukas Eggen. Das bedeutet konkret: Sonntags um Punkt 11 Uhr wird der aufgezeichnete Gottesdienst ausgestrahlt – zur Gottesdienstzeit. Im Live-Chat kann die Gemeinde mitreden, sich einbringen und mitfeiern. „Wir haben auch die Fürbitte schon über den Chat laufen lassen“, sagt Eggen. Um den Gottesdienst zu den Menschen in die Wohnzimmer zu schicken, nimmt das Technik-Team der Gemeinde die Feier „in mehreren Schnipseln“ auf und schneidet das Video dann zusammen. „Am Anfang habe ich das gemacht, ohne so genau zu wissen, was ich da tue“, erzählt der Vikar lachend. Dann hätten sich immer mehr Hände gefunden, Aufnahme und Schnitt wurden professioneller. „Die Rückmeldungen sind sehr gut“, sagt Eggen. Ein Drittel der Zuschauer feiere am Sonntagmorgen mit, viele würden auch später einsteigen. Die Gottesdienste dauern nur eine halbe Stunde, verschiedene Formate mit ganz verschiedener Musik treffen aufeinander. Am Heiligen Abend sendete die Lukas-Kirchengemeinde einen Open-Air-Gottesdienst mit vielen Beteiligten live. Rund 1800 Klicks zählt der Gottesdienst bis heute. „Und wir haben das Gefühl, dass die Digitalangebote auch Menschen erreichen, die wir in der Kirche vielleicht nie getroffen hätten“, sagt Eggen.

Klar freuen sich alle darauf, endlich wieder mit vielen Menschen in der Kirche Gottesdienst zu feiern. Klar ist aber auch: In Dorp, Gräfrath und Luther sind Video-Gottesdienste längst aus dem Stadium des Notangebots herausgewachsen.

 

Theresa Demski / 18.02.2021



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