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Viele Jugendliche gehen zur Konfirmation

Volle religiöse Mündigkeit

Derzeit werden in den Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Solingen wieder zahlreiche Jugendliche konfirmiert. Das ist ein wichtiger Schritt: In religiöser Hinsicht sind sie damit schon erwachsen.

Mit ihrer Konfirmation werden Jugendliche zu vollberechtigen Mitgliedern der Gemeinde (Foto: ekir.de) Mit ihrer Konfirmation werden Jugendliche zu vollberechtigen Mitgliedern der Gemeinde (Foto: ekir.de)

Der April und der Mai sind traditionell die Monate, in denen in den evangelischen Kirchengemeinden viele junge Leute zur Konfirmation gehen. Auch in Solingen erfreut sich die Konfirmation nach wie vor großer Zustimmung. Insgesamt 342 Mädchen und Jungen in den zehn Gemeinden des Solinger Kirchenkreises werden sich noch bis zum 22. Mai 2016 bewusst zu Tradition und Gemeinschaft des christlichen Glaubens bekennen. Das sind mehr als 91 Prozent der Teenager aus evangelischen Familien, die vor etwa zwei Jahren eingeladen wurden, sich im Kirchlichen Unterricht auf ihre Konfirmation vorzubereiten. Damit liegt Solingen im bundesweiten Trend. Eine aktuelle Studie hat ermittelt, dass auch im vergangenen Jahr 2015 neun von zehn Jugendlichen aus evangelischen Familien in Deutschland den Konfirmationsunterricht besucht haben.

Für die Evangelische Kirche machen die jungen Leute mit ihrer Einsegnung den letzten Schritt zur vollen religiösen Mündigkeit. Dazu setzen sich die jungen Leute vorher ausführlich mit der Frage auseinander, wie es gelingen kann, im christlichen Sinne verantwortlich zu leben. Angeleitet werden sie dazu in den Gemeinden längst nicht mehr nur von Pfarrerinnen und Pfarrern, sondern auch von den Mitarbeitenden der Jugendarbeit. In Rupelrath wird Pfarrer Matthias Clever gemeinsam mit den Jugendmitarbeitern Wolfgang Arzt und Lukasz Kasprowicz am 15., 21. und 22. Mai in gleich drei Konfirmationsgottesdiensten den 33 Jugendlichen ihren Konfirmationssegen zusprechen. „Die Konfirmierten sollen wissen, wie das geht, christlich zu leben. Und sie sollen auch imstande sein, über ihren Glauben eigenständig zu reden“, betont Clever. Schließlich dürfen Jugendliche in der Evangelischen Kirche nach ihrer Konfirmation das Patenamt übernehmen. Für Clever geht die Bedeutung der Konfirmation aber noch weiter: „Natürlich sollen junge Leute, wenn sie konfirmiert sind, auch gleichberechtigt mitgestalten können, was in der Kirchengemeinde geschieht.“ In der Rupelrather Gemeinde fühlen sich viele junge Leute darum besonders ernstgenommen. Die jüngste Presbyterin in der Gemeindeleitung war bei ihrer Wahl erst 19.

Ein Ausdruck der neuen religiösen Mündigkeit ist in vielen Kirchengemeinden auch ein Sonntags-gottesdienst, den Konfirmandinnen und Konfirmanden weitgehend eigenständig für ihre Gemeinde gestalten. Mit eigenproduzierten Videoszenen, selbstgeschriebenen Gebetstexten oder Musik, die von ihnen selbst gespielt und gesungen wird, erhalten die Jugendlichen viel Raum, den Gottesdienst so zu gestalten, dass er zu ihrer Kultur passt. Auch im Konfirmationsgottesdienst selbst, setzen Pfarrerinnen und Pfarrer heutzutage auf viel Kreativität.

Übrigens auch nicht evangelische oder nicht getaufte Kinder können natürlich am Konfirmations-unterricht teilnehmen und am Ende auch zur Konfirmation gehen, wenn sie das dann möchten. Da die Gemeinden nicht über die nötigen Adressen für eine Einladung verfügen, müssen interessierte Familien sich hier eigenständig an die örtliche Kirchengemeinde wenden, um zu erfahren, wann der nächste Unterricht beginnt.

 

18.04.2016



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