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für den 22.10.2020

Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Ach, wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben!

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Abschied von der Landessynode

Zuhören, Mitreden und zu gemeinsamen Zielen finden

Dr. Horst Butz und Dr. Irmela Müller-Stöver fahren am 12. Januar zum letzten Mal als Delegierte zur Landessynode. Weil sie beide die Altersgrenze erreichen, scheiden sie aus dem Leitungsgremium der Landeskirche aus – mit guten Erinnerungen im Gepäck.

Wird die Landessynode zum Jahresbeginn vermissen: Dr. Irmela Müller-Stöver. Wird die Landessynode zum Jahresbeginn vermissen: Dr. Irmela Müller-Stöver.

Zum ersten Mal vertrat Dr. Irmela Müller-Stöver 1981 den Solinger Kirchenkreis bei der Landessynode. Weil ihr Vater Oberkirchenrat war, hatte sie bereits einen Eindruck davon, wie die Landeskirche arbeitet. „Ich weiß noch, dass ich damals direkt einen Antrag stellte, der auch Erfolg hatte“, erzählt die Medizinerin. Und ihr begegneten Themen, die sie wichtig fand – wie die Ökumene und die Diakonie. „Wenn Kirche in der Gesellschaft vorkommt, dann häufig durch die Diakonie“, sagt die Solingerin. Darum freut sie sich, dass es bei ihrer letzten Landessynode um Diakonie gehen soll. „Bereits zum zweiten Mal während meiner Laufbahn als Synodale“, erzählt sie. Vor 39 Jahren, beim ersten Mal, habe die Kirche noch einen anderen Stellenwert in der Gesellschaft gehabt, sagt Dr. Irmela Müller-Stöver. Wenn die Synode Entscheidungen traf, hatten diese auch eine gesellschaftliche Relevanz. Das habe sich mit den Jahren etwas verändert – die Diskussionskultur auf der Synode sei allerdings nach wie vor besonders. „Es gibt immer noch den Versuch, aufeinander zu hören und zu einem gemeinsamen Ziel zu finden“, sagt die Ärztin. Und weil ihr das immer gefallen habe, war sie auch bereit, sich in weitere kirchliche Gremien wählen zu lassen: die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland, den Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen und die Synode der Evangelische Kirche der Union. Eine Pause in der Landessynode gab es während der drei Jahre, in denen sie als Ärztin in der Entwicklungshilfe in Uganda arbeitete. Nach ihrer Rückkehr nach Solingen kehrte sie auch in die Synode zurück – der Kirchenkreis war damals ohnehin auf der Suche nach einer Synodalen. „Ich hatte das Gefühl, wirklich etwas bewegen zu können“, erzählt sie. Also nahm sie jedes Jahr wieder in der zweiten Januarwoche Urlaub, um zur Synode fahren zu können – zuletzt als stellvertretende Vorsitzende des Nominierungsausschusses der Synode. Einmal habe sie auf der Synode sogar Geburtstag gefeiert, erinnert sie sich lachend, das sei ein schönes Erlebnis gewesen. Und überhaupt: Die vielen Erfahrungen, das Begleiten der Veränderungen, die Bibelarbeiten, Gottesdienste und die vielen Begegnungen seien eine unglaubliche Bereicherung in ihrem Leben gewesen. „Es wird schon eigenartig“, sagt sie, „künftig nicht mehr mit der Landessynode in das neue Jahr zu starten.“

Bleibt noch eine Zeit lang als EKD-Synodaler aktiv: Dr. Horst Butz. Bleibt noch eine Zeit lang als EKD-Synodaler aktiv: Dr. Horst Butz.

Dr. Horst Butz erlebte 1997 seine Anfänge als Landessynodaler für Solingen. Kurz zuvor hatte ihn die Kreissynode etwas überraschend zum Delegierten für die Landessynode gewählt. „Ich war ganz schön beeindruckt“, sagt er. Wie ein parlamentarisches Gremium habe er damals die Vertretung der Gemeinden, Kirchenkreise und der Kirchenleitung erlebt. „Gleichzeitig hat mir aber von Anfang an die Kultur des Umgangs gefallen, der Wille, die Meinung des anderen zu respektieren“, erzählt der ehemalige Vorsitzende Richter des Düsseldorfer Landgerichts, „man ist bei der Landessynode unter Geschwistern und selbst bei Differenzen in der Sache, prägt dieses Wissen die Debatte.“ 23 Jahre später muss er nun Abschied nehmen von seinem Amt als Synodaler. Mit dem Abschluss des 75. Lebensjahres kann er sich laut der Regeln der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) nicht mehr zur Wahl ins Presbyterium aufstellen lassen – und damit endet auch seine Zeit als Synodaler für den Solinger Kirchenkreis wie für die Landessynode. Nur in der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) kann er noch eine Zeit lang wirken. Er sei in den vergangenen 23 Jahren vielen Menschen aus vielen verschiedenen Regionen der Landeskirche begegnet, blickt der Jurist zurück. Und er habe erkannt, dass auf allen Ebenen der Evangelischen Kirche verantwortungsvolle Arbeit getan werde. „Ich habe mich auch als Mittler zwischen diesen Ebenen gesehen“, sagt Butz, „von Gemeinde und Kirchenkreis zur Landeskirche und ebenso in die andere Richtung.“ Es sei ihm immer wichtig gewesen, dass Entscheidungen auch vermittelbar bleiben müssten. Das galt auch für die Beratungen im Finanzausschuss, dessen Vorsitz der Merscheider übernahm. „Es sind nie die Zahlen und das Geld gewesen, die für mich wichtig waren“, sagt er, „es ging immer darum, was wir mit diesen Zahlen und diesem Geld anfangen, wie es für die Menschen wirken kann.“

Der Abschied von der Synode falle ihm nun nicht leicht. „Alles hat seine Zeit“, sagt Dr. Horst Butz, „und mir liegt die nächste Generation sehr am Herzen, die nun Verantwortung übernimmt.“ Für seine letzte Landessynode erhoffe er sich vor allem, dass die Themen rund um die diakonische Arbeit der Kirche auch ihren Raum finden. „Für viele Menschen ist diese diakonische Arbeit ein Grund, die Kirche positiv zu sehen“, sagt. Dr. Horst Butz.

 

Theresa Demski / 08.01.2020



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