Losung

für den 24.08.2019

Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR.

Jeremia 29,13-14

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Diskussionspapier

Segensraum Familie

Die Evangelische Kirche Solingen lädt zur Diskussion über das Thema "Familie" ein. Um diese anzuregen, hat eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Kreissynodalvorstands ein Diskussionspapier zum Thema erarbeitet und lädt ein, darüber ins Gespräch zu kommen.

Erläuterung zum Diskussionspapier „Segensraum Familie“

Unsere Synode hat sich bei ihrer Tagung im November 2013 vorgenommen, zu ihrer Frühjahrstagung das Thema „Familie“ aufzugreifen. Der Wunsch nach dieser Thematik wurde ausgelöst durch die Kontroversen um die Veröffentlichung der Orientierungshilfe „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit – Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“ des Rates der EKD im Sommer 2013. In dieser Diskussion wurde deutlich, dass es nach wie vor jenen „erheblichen Diskussions- und Klärungsbedarf“ über das theologisch angemessene Verständnis von Familie (und Ehe) gibt, den der Rat der EKD bereits 1997 im Zusammenhang seiner letzten großen Veröffentlichung zu diesem Thema feststellte.

Der KSV hat im Januar 2014 eine Arbeitsgruppe zur Vorbereitung dieses Synodalthemas berufen. Zur Arbeitsgruppe gehörten Hans-Peter Bertram (FA Jugend und Kinder), Pfarrer Thomas Förster (KSV), Pfarrerin Martina Köster-Schneider (KSV), Sabine Rieke (FA Kindertageseinrichtungen), Doris Schulz (KSV), Angelika Spilker-Jacobs (Ev. Beratungsstelle, Ev. Familienzentrum), Pfarrerin Andrea Zarpentin (FA Kindertageseinrichtungen), als externer Gast: Pfarrer Edwin Jabs (Leiter der Evangelischen Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung im Rheinland).

Die Arbeitsgruppe hat das vorliegende Diskussionspapier mit dem Titel „Segensraum Familie“ erarbeitet. Darin versucht sie, aus der Perspektive der Evangelischen Kirche in Solingen auf dem Hintergrund erlebter und erhoffter Praxis wichtige Aspekte zum Thema „Familie“ zu benennen. Das Papier soll nicht abschließend sein. Zusammen mit dem Vortrag von Pfarrer Edwin Jabs soll es Impulse für die Diskussion setzen.

Das Diskussionspapier wurde durch die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen am 24. Mai 2014 an die Gemeinden und Einrichtungen im Kirchenkreis mit der Bitte weitergeleitet, das Thema „Familie“ zu diskutieren.


 

Diskussionspapier

Segensraum Familie

„Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf.” Matthäusevangelium 18,5

„Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“ 1. Mose 12,2

Wir würdigen die Familie und die Vielfalt der Formen, in der Menschen heute als Familie leben.

Wir verstehen Familie als Lebensform, in der Menschen verschiedener Generationen dauerhaft zusammengehören. Es ist unterschiedlich, was Menschen als ihre Familie erfahren. Kinder und Jugendliche leben mit zwei Elternteilen oder in Einelternfamilien, in Patchworkfamilien, mit Großeltern, ohne, mit wenigen oder mit mehreren Geschwistern zusammen. Sie bleiben auch als Erwachsene familiär verbunden unabhängig von persönlicher Distanz und Nähe.

Die Familie ist ein wertvoller sozialer Raum, der Geborgenheit und Sicherheit bieten soll. Hier können Kinder behütet aufwachsen und Bindung erfahren. Hier ist ihr erster Lernort für Vertrauen und Verlässlichkeit, für Sprache und Bildung, für Verantwortung und Solidarität, für Versorgung und Selbstständigkeit. Hier werden ihnen Werte und Fähigkeiten vermittelt, auf die unsere Gesellschaft aufbaut.

Die gesellschaftliche Antwort auf die Notwendigkeit verlässlicher Beziehungen sind die rechtlichen Institutionen der Ehe und der Eingetragenen Lebenspartnerschaft. In der Kirchlichen Trauung feiert die Kirche das Treueversprechen des Paares und die Treuezusage Gottes.

In der christlichen Tradition ist die Familie ein Raum des Segens. Hier kann Glaube erzählt und erlebt werden. Hier ist ein Ort für Liebe und Zärtlichkeit. Hier finden Kinder, Betagte und Menschen mit Einschränkungen Schutz und Wertschätzung. Hier kann sich Leben entfalten. Hier wird gelernt, was es heißt, für einander und für andere einzustehen.

Familie ist auch dort, wo Menschen in diesen Erwartungen enttäuscht oder gar verletzt werden durch Entfremdungen und Trennungen, durch Scheitern und Brüche. Erfahrungen wie Neid, Konkurrenz, Gewalt und Streit gehören in der Bibel wie in unseren heutigen Erfahrungen zu Familiengeschichten dazu. Die ehrliche Wahrnehmung dieser Schattenseiten bewahrt vor einer Idealisierung von Familie. Sie ist möglich unter der Verheißung der unverbrüchlichen Treue Gottes, die jedem Menschen auch im Scheitern gilt.

Familien müssen mit gesellschaftlichen Herausforderungen und Veränderungen fertig werden. Sie brauchen materielle Sicherheit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie brauchen soziale Verlässlichkeit und Orientierung. Deshalb fragen wir leidenschaftlich, wie die Familie unterstützt werden kann, wie die Werte, für die sie Raum bietet, gestärkt werden können und wie die Familie in der Vielfalt ihrer Formen geschützt werden kann. Wir sehen hier Politik und Gesellschaft in der Pflicht.

Wir nehmen selber politische Verantwortung wahr, zum Beispiel durch die Arbeit in politischen Gremien in unserer Stadt. In Kirchengemeinden, Kirchenkreis und in unserem Diakonischen Werk setzen wir uns dafür ein.

Beispiel 1: Evangelische Kindertagesstätten und Familienzentren
In unseren Familienzentren und Kindertageseinrichtungen versuchen wir, Kinder mit ihrer ganzen Familie wahrzunehmen und einzuladen: Wir schützen und fördern die familiären Bindungen. Wir sind verlässlich. Wir unterstützen Familien dabei, ihren Alltag zu organisieren. Wir feiern gemeinsam das Leben und den Glauben.

Beispiel 2: Familienhilfe durch Beratung und Begleitung
Im Diakonischen Werk beraten wir Familien in den unterschiedlichsten Krisensituationen. Wir bieten professionelle Hilfe wie Erziehungs-, Paar- und Lebensberatung, Schuldnerberatung und Erziehungshilfe. Wir geben Rückhalt und üben in kleinen Schritten ein, Familie zu einem Lebensraum zu gestalten, der allen gerecht wird. Wir beraten und helfen bei Scheitern oder Trennungen, damit ein Neuanfang gelingt.

Beispiel 3: Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit
In unserer Kinder- und Jugendarbeit bieten wir eine wertvolle und hilfreiche Ergänzung zur Familie an. Kinder üben auch hier soziale Verhaltensweisen ein und bekommen grundlegende christliche Werte vermittelt. Jugendliche und junge Erwachsene können sich an Gleichaltrigen orientieren, wenn weitreichende Entscheidungen anstehen, die das ganze Leben bestimmen.

Beispiel 4: Pflege und Betreuung für alte Menschen
Wir legen Wert darauf, dass in unseren Alten- und Pflegeeinrichtungen Menschen gut betreut und in Würde leben können und Familien entlastet werden.

Beispiel 5: Der Sonntag - gemeinsame Zeit für Familien
Familien brauchen gemeinsame freie Zeiten. Verlässliche und gesellschaftlich gesicherte Zeiträume sind notwendig, um gemeinsames Leben, Arbeiten und Feiern zu gestalten. Wir treten deshalb für den Schutz des Sonntags ein.

Beispiel 6: Zuspruch und Segen an Wendepunkten des Lebens
In gottesdienstlichen Feiern zu Taufe, Konfirmation, Trauung und Beerdigung erleben Familien in zentralen Lebenssituationen Orientierung und Zuspruch aus der Kraft Gottes.

 

05.06.2014



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