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für den 18.08.2019

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Kirchentags-Generalsekretärin beim Jahresempfang des Kirchenkreises

"Den Tätern die Religion als Waffe aus der Hand schlagen"

Gastrednerin beim Neujahrsempfang war in diesem Jahr Kirchentags-Generalsekretärin Dr. Ellen Ueberschär. Zwei Wochen nach den Anschlägen von Paris rief sie leidenschaftlich dazu auf, im Namen der Religionen für Frieden und Menschenwürde eintzutreten.

Kirchentags-Generalsekretärin Dr. Ellen Ueberschär spricht über "Kirche im Kapitalismus" (Foto: DEKT). Kirchentags-Generalsekretärin Dr. Ellen Ueberschär spricht über "Kirche im Kapitalismus" (Foto: DEKT).

Zum vierten Mal richteten am Freitag, 27. November 2015, der Evangelische Kirchenkreis Solingen und sein Diakonisches Werk einen Empfang zum Beginn des neuen Kirchenjahres aus. Als Gastrednerin sprach die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Dr. Ellen Ueberschär. Ihr Thema hatte sie genau 14 Tage nach der Terrornacht von Paris geändert: Über "Religion und Gewalt" redete sie zu den rund 150 geladenen Gästen aus Politik, Gesellschaft, Ökumene und Evangelischer Kirche. Die Theologin kritisierte scharf die These, das den Religionen innewohnende Gewaltpotential sei maßgeblich für Unfriede und Terror in Gegenwart und Vergangenheit verantwortlich. In Anlehnung an den jüdischen Gelehrten Tovia Ben-Chorin verwies sie darauf, dass viel größere Gewalt von den politischen Gewaltherrschaften des letzten Jahrhunderts ausgeübt worden sei. Stattdessen beschwor sie die friedenstiftenden Kräfte religiöser Gemeinschaften: "Wir müssen uns und anderen bewusst machen, dass Religion als Waffe gebraucht wird, wie Flugzeuge als Waffe gebraucht wurden. Wir, die wir an der Religion hängen, sind diejenigen, die den Tätern die Waffe aus der Hand schlagen müssen."

Ueberschär ging auch auf die gesellschaftliche Herausforderung ein, die aus der großen Zahl von Menschen erwächst, die aktuell in Deutschland Schutz und Zuflucht sucht. Sie lobte die "neue Bürgerbewegung im Engagement für die Schutzsuchenden", in der auch viele junge Menschen aktiviert würden, und betonte, dass dieses Engagement für Flüchtlinge einen langen Atem brauche. Bei der in Zukunft notwendigen Integration der Migranten rief sie Christinnen und Christen auf, die neue Gesellschaft aktiv mitzugestalten und dabei gerade die eigene religiöse Identität wirksam einzubringen. Es sei unchristlich und überdies gewaltfördernd, wenn Migranten zu Menschen zweiter Klasse degradiert würden. Nachbarschaftliches Miteinander und Bildung seien die Schlüssel für eine erfolgreiche Integration der neuen Mitbürger. Hier hätten gerade Christen und Kirchengemeinden viel einzubringen: "Machen Sie Religion zum Thema!"

Den vollständigen Wortlaut des Vortrags gibt es am Seitenende zum Nachlesen.

Dr. Ellen Ueberschär ist seit 2006 Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages. In dieser Funktion leitet sie die Geschäftsstelle, die das stattfindende Protestantentreffen organisiert und gemeinsam mit der Mitgliederversammlung und dessen Präsidium inhaltlich vorbereitet. Mehr als 100.000 Christinnen und Christen nehmen alle zwei Jahre am Kirchentag teil. Die 47-jährige Theologin ist Pfarrerin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz. Zuvor durchlief sie berufliche Stationen als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Projekten zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit und als Studienleiterin für Theologie, Ethik und Recht an der Evangelischen Akademie Loccum. Die gebürtige Ost-Berlinerin engagierte sich in der kirchlichen Jugendarbeit. Nach der Verweigerung eines Medizinstudiums durch die staatlichen Behörden absolvierte sie eine Ausbildung als Facharbeiterin für Datenverarbeitung und begann dann an der Kirchlichen Hochschule in Ost-Berlin ihr Studium der Evangelischen Theologie. Als Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes verfasste sie nach der Wende ihre Dissertation „Junge Gemeinde im Konflikt“, für die sie den Promotionspreis der Universität Marburg erhielt.

Das Kirchenjahr beginnt in der Evangelischen Kirche traditionell mit dem 1. Advent. Mit dem Jahresempfang möchte die Evangelische Kirche in Solingen das Gespräch mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft in Solingen verstärken.

 

23.11.2015



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