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Kanzelabkündigung von Superintendentin Dr. Ilka Werner zum 12. August 2018

„Rettung aus Lebensgefahr muss Vorrang haben.“

Kanzelabkündigung von Superintendentin Dr. Ilka Werner zum 12. August 2018

Superintendentin Dr. Ilka Werner Superintendentin Dr. Ilka Werner

An die Situation im Mittelmeer erinnert die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Solingen, Dr. Ilka Werner, in ihrer Kanzelabkündigung zu Sonntag, den 12.8.2018: „Mitten in diesen heißen Ferienwochen ertrinken im Mittelmeer Menschen. Aber die Rettungsschiffe dürfen nicht auslaufen. Das Aufklärungsflugzeug ‚Moonbird’, das von der Evangelischen Kirche in Deutschland mitfinanziert wird, darf nicht aufsteigen“, schreibt die Theologin in der Kanzelabkündigung, die am kommenden Sonntag in den Gottesdiensten der evangelischen Gemeinden verlesen werden soll. Und sie weist auf einen Satz hin, den der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, im Juli nach einem Besuch auf Malta gesagt hat: „Egal, warum die Menschen über das Meer fliehen: Wenn sie unterwegs in Seenot geraten, brauchen sie Hilfe.“

Die Verhinderung von Lebensrettung beschäme sie als Europäerin und Christin. Deshalb sei sie froh über die Initiative einiger Bürgermeister in Nordrhein-Westfalen, die Flüchtlinge aufnehmen wollen. Und ausdrücklich unterstützt sie, wie schon bei der Seebrücke-Kundgebung am 4.8.18 auf dem Fronhof, den Oberbürgermeister von Solingen, Tim Kurzbach, der sich dieser Initiative angeschlossen hat.

Weiter schreibt die leitende Theologin des Evangelischen Kirchenkreises Solingen: „Rettung aus Lebensgefahr muss Vorrang haben vor allen politischen Fragen rund um Einwanderung, Migration, Flucht und Integration. Das Schicksal der Menschen auf der Flucht geht uns an, einfach weil sie Menschen sind genau wie wir.“

Werner plädiert für Augenmaß und Realismus im Umgang mit der Situation: „Die ganze Welt können wir nicht retten“, schreibt sie. Aber genauso wenig darf Überlebenshilfe gegen Bekämpfung der Fluchtursachen ausgespielt werden. Denn die Menschen im Mittelmeer können nicht warten, bis diese komplexe Aufgabe gelöst sein wird. Sie brauchen „sofort erste Hilfe zum Überleben“.

Die Kanzelabkündigung im vollen Wortlaut:

„Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ (1. Buch Mose 4,9)

„Liebe Gemeinden in Solingen, liebe Schwestern und Brüder!

Mitten in diesen heißen Ferienwochen ertrinken im Mittelmeer Menschen. Aber die Rettungsschiffe dürfen nicht auslaufen. Das Aufklärungsflugzeug „Moonbird“, das von der Evangelischen Kirche in Deutschland mitfinanziert wird, darf nicht aufsteigen.

Im Juli hat der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, auf Malta die festsitzenden Hilfskräfte besucht. Er sagt: ‚Egal, warum die Menschen über das Meer fliehen: Wenn sie unterwegs in Seenot geraten, brauchen sie Hilfe. Das gebietet die Menschlichkeit. Das gebietet die Nächstenliebe. Das gebieten die christlichen Werte, auf die sich viele in Europa berufen.’

Dass die vorhandenen Möglichkeiten zur Lebensrettung jetzt unterbunden und verboten werden, beschämt mich als Europäerin und Christin. Darum bin ich sehr froh über die Initiative der Oberbürgermeister, die gesagt haben: Wir können einige Flüchtlinge aufnehmen. Ich bin froh, dass der Oberbürgermeister von Solingen, Tim Kurzbach, auch für unsere Stadt gesagt hat: Wir können noch einigen helfen.

Rettung aus Lebensgefahr muss Vorrang haben vor allen politischen Fragen rund um Einwanderung, Migration, Flucht und Integration. Das Schicksal der Menschen auf der Flucht geht uns an, einfach, weil sie Menschen sind, genau wie wir.

Es ist richtig, unsere Möglichkeiten mit Augenmaß und Realismus einzuschätzen. Die ganze Welt können wir nicht retten. Zum Realismus gehört es auch, Soforthilfe und die Bekämpfung von Fluchtursachen nicht gegeneinander auszuspielen. Fluchtursachen zu bekämpfen, das ist eine komplexe Aufgabe, bei der die großen Themen unserer Zeit eine Rolle spielen: von Klimaschutz über Fairness im Welthandel bis zu sozialpolitischen Perspektiven. Damit haben wir noch kaum angefangen, aber das braucht Zeit.

Zeit, die die Schiffbrüchigen von heute nicht haben. Darum brauchen sie sofort erste Hilfe zum Überleben.

Soll ich meines Bruders Hüter sein? Die ganze Bibel gibt die Antwort: Ja! Liebe deine Nächsten, denn sie sind wie du!

Ich wünsche Ihnen schöne Sommerwochen,

Ihre Pfarrerin Dr. Ilka Werner

Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Solingen“

 

08.08.2018



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