Losung

für den 09.12.2019

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5.Mose 1,17

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Kanzelabkündigung zum 8. November 2015

Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft

 In einer Botschaft, die am 8. November 2015 in vielen Gottesdiensten der evangelischen Gemeinden Solingens verlesen wurde, warnt Superintendentin Dr. Werner angesichts der aktuellen Diskussion um Flüchtlinge vor Hetzparolen und Gewalt.

Superintendentin Dr. Ilka Werner Superintendentin Dr. Ilka Werner

Die aktuelle Diskussion um die nach Deutschland geflüchteten Menschen dürfe nicht in Hass oder Gewalt umschlagen. Das betont die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Solingen, Dr. Ilka Werner, in einer Botschaft, die am vergangenen Sonntag in vielen Gottesdiensten der evangelischen Gemeinden in Solingen verlesen wurde. Die Situation sei zwar nicht einfach und die Besorgnis, ob Deutschland überfordert sei, dürfte nicht einfach beiseite gewischt werden. „Aber das darf nicht zum Vorwand für Ablehnung, Hetzparolen und Gewalt werden“, schreibt die Theologin an die Gottesdienstbesucher in Solingen. Sie verweist darauf, dass die gute Willkommenskultur für Flüchtlinge bereits in der Bibel geboten sei. Gleichzeitig ruft sie dazu auf, über Probleme, Besorgnis oder schwierige Erfahrungen im Gespräch zu bleiben: „Reden Sie miteinander, bevor die Besorgnis überhand nimmt!“

Superintendentin Dr. Werner hatte in den letzten Wochen die Netzwerke für Flüchtlingshilfe in Wald und auf der Krahenhöhe besucht: „Es ist großartig, was viele von Ihnen da sagen und tun!“ Sie lobt in diesem Zusammenhang auch die unkomplizierte Zusammenarbeit zwischen Gemeinden verschiedener Konfessionen und Religionen, Schulen, Sportvereinen und Privatpersonen, „um den Menschen, unter manchmal unvorstellbaren Bedingungen zu uns flüchten, Unterkunft Schutz und menschliche Kontakte zu bieten“.

Die Theologin räumt ein, dass das Engagement für Flüchtlinge voraussichtlich einen langen Atem brauche. Die Evangelische Kirche sei aber auch zukünftig zur Mithilfe und zur Unterstützung bereit: „Wenn Sie Rat oder Unterstützung brauchen, rufen Sie mich gerne an oder wenden Sie sich an das Diakonische Werk!“

Superintendentin Dr. Werner möchte auch zukünftig mit regelmäßigen Kanzelabkündigungen einen Beitrag dazu leisten, dass die Aufnahme und Integration geflüchteter Menschen in Solingen gelingen kann.

Kanzelabkündigung zum 8. November 2015 im Evangelischen Kirchenkreis Solingen

Dankbarkeit und Hilfsbereitschaft

Liebe Gemeinden in Solingen, liebe Schwestern und Brüder,

ich wende mich an Sie, weil uns alle in diesen Tagen etwas wohl nicht kalt lässt: die Aufgabe, für die zu uns kommenden Flüchtlinge Obdach zu schaffen und Perspektiven zu eröffnen, damit verbunden die Sorge, dass die bisher so hilfsbereite Stimmung in unserem Land kippen könnte und die skeptische Frage, ob diese Aufgabe uns nicht am Ende überfordert.

In den vergangenen Tagen habe ich die Netzwerke für Flüchtlingshilfe in Krahenhöhe und Wald besucht und vom Engagement der anderen Gemeinden gehört und bin sehr beeindruckt. Es ist großartig, was Sie, was viele von Ihnen da sagen und tun und umsetzen: ‚Refugees welcome’ ist überall zu hören, und Sie organisieren Deutschunterricht und Spielangebote, Sportnachmittage und vieles mehr, beschaffen Nötiges und helfen in allen Lebenslagen. Wunderbar! Danke!

In unkomplizierter Weise tun sich Schulen, Gemeinden verschiedener Konfession und Religi-on, Sportvereine und Privatpersonen zusammen, um den Menschen, die unter manchmal unvorstellbaren Bedingungen zu uns flüchten, Unterkunft, Schutz und menschliche Kontakte zu bieten. Der Grund für das Engagement mag unterschiedlich sein, die gemeinsame Anstrengung überwindet formale Hindernisse und tut vielen gut.

Als Christinnen und Christen lassen wir uns von den biblischen Geboten anstiften: „Wenn ein Fremder unter euch wohnt, bedrückt ihn nicht. Wie ein Einheimischer soll er leben, und du sollst ihn lieben wie dich selbst“, so steht es im 3. Buch Mose, Kapitel 19, und so ist es auf großen Bannern in Wald zu lesen. Dafür stehen wir als Evangelische Kirche ein.

Die Situation ist dabei alles andere als einfach. Die Organisation hakt an manchen Stellen, manche sorgen sich, ob Deutschland sich nicht zuviel zumutet und längst überfordert ist, bei uns selbst und auch bei den Nachbarn müssen Vorurteile überwunden werden, gibt es Ängste und große Bedenken. Das alles darf nicht hemdsärmelig beiseite gewischt werden, sondern braucht Raum und muss ausgesprochen werden dürfen; aber es darf nicht zum Vorwand von Ablehnung, Hetzparolen und Gewalt werden. Bleiben Sie im Gespräch, auch über schwierige Erfahrungen, reden Sie miteinander, bevor die Besorgnis überhand nimmt. Wir alle brauchen einen klaren, realistischen Blick auf die Aufgaben, die sich jetzt stellen, und wir brauchen einen langen Atem. Auch dafür stehen wir als Kirche ein, dazu wollen wir helfen. Wenn Sie Rat oder Unterstützung brauchen, rufen Sie mich gerne an oder wenden Sie sich ans Diakonische Werk.

Danke für alles, was Sie tun und beitragen! Danke für alle Unterstützung für die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer!
Gott befohlen!

Ihre
Pfarrerin Dr. Ilka Werner, Superintendentin im Evangelischen Kirchenkreis Solingen

 

07.11.2015



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