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für den 18.09.2020

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Evangelische Kirchengemeinde Trinitatis

Reformationsgottesdienst in Duisburg begeisterte

Auch aus der Kirchengemeinde Trinitatis waren Chöre und andere Mitwirkende dabei, als das große Jubiläum mit mehr als 2.000 Menschen in einem Gottesdienst in der Mercatorhalle gefeiert wurde.

Reformationsgottesdienst 2017 in der Mercatorhalle. Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg LupeReformationsgottesdienst 2017 in der Mercatorhalle. Foto: Ev. Kirchenkreis Duisburg

Wie früh man denn in die Mercatorhalle hineinkommen könne fragte eine Anruferin, die sich zwei Tage vor dem Reformationstag beim Evangelischen Kirchenkreis Duisburg meldete. „... weil diesen Gottesdienst will ich auf keinen Fall verpassen will, das lasse ich mir nicht entgehen“ betonte sie. Ähnlich müssen wohl auch andere Menschen gedacht haben.

Denn der große Saal der Mercatorhalle war eine halbe Stunde vor Beginn des zentralen Duisburger Reformationsgottesdienstes gut gefüllt. Zur Gemeinde der Gläubigen gehörten mehr als 1.700 Besucherinnen und Besucher, die im Saal Platz fanden, und mehrere Dutzend Gläubige, die den Gottesdienst im Foyer mithörten, sowie über 300 Mitwirkende. Eine Band, Blechbläser sowie 210 Erwachsene aus verschiedenen Chören mehrerer Kirchengemeinden brachten ein großes Spektrum der Kirchenmusik zu Gehör. Die ganz hellen Stimmen, die viele Besucher rührten, kamen von den 60 Mädchen und Jungen. Für ihre Einsätze betraten und verließen sie mehrmals die zum Kirchraum umfunktioniere Bühne. Der Gemeinde bekannt waren die Menschen, die die Fürbitten im Gottesdienst lasen: Lutz Peller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, Pfarrer Bernhard Lücking, Stadtdechant der Katholischen Kirche, und Pfarrer Klaus Eberl, Oberkirchenrat der Ev. Kirche im Rheinland.

Mit dem Reformationsgottesdienst ginge es darum, so Pfarrer Armin Schneider, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg, „dass wir uns der Wurzeln vergewissern, die uns tragen.“ Gefeiert werde der Beginn der Reformation vor 500 Jahren und damit der Aufbruch in ein neues Zeitalter. Gefeiert werde mit der Reformation „die Erkenntnis, dass der Mensch vor Gott nicht besteht auf Grund seiner eigenen Leistungen und Werke. Sondern dass Gott selbst den Menschen gerecht spricht. Allein aus Gnade.“ Und: „Es ist das erste Reformationsjubiläum, dass wir nicht in Abgrenzung zur römisch-katholischen Kirche feiern, sondern wir feiern es gemeinsam mit unseren katholischen Schwestern und Brüdern als Christusfest.“

Anstelle einer Predigt trugen Superintendent Schneider, Pfarrer Stephan Blank, Assessor des Kirchenkreises, und Pfarrerin Ute Sawatzki, Skriba des Kirchenkreises, „Gedanken zur Freiheit“ vor (nachzulesen sind die Texte auf der Internetseite weiter unten als PDF-Dateien). Dabei verwiesen sie darauf, wie Luther zum Beispiel den Römerbrief verstanden hat: Als ein Ende der Angst vor Gott, als die Möglichkeit, Gott zu lieben und ihm tief zu vertrauen. Die Erkenntnis aus dem Römerbrief machte Luther innerlich frei. Das ermöglichte es ihm, die Schrift als für den Glauben alleingültige Autorität ohne Rücksicht auf kirchliche Autoritäten auszulegen und dies vor Kaiser und päpstlichen Legaten zu verteidigen. In den „Gedanken zur Freiheit“ führten die drei zudem an Beispielen aus, wie aktuell die Frage nach der Rechtfertigung ohne eigene Leistung heute ist. Schließlich ging es um die Verantwortung der Kirche: Rückblickend sei die Geschichte der Kirche eine Geschichte vieler Fehler. Andersgläubige wurden ausgegrenzt und gebrandmarkt, Ketzer verbrannt; im Namen des vermeintlich richtigen Glaubens Kriege geführt. „500 Jahre Reformation begehen, heißt auch“, so Superintendent Schneider, „sich zu der Schuldgeschichte bekennen, die es in den 500 Jahren auch gegeben hat. Die Freiheit haben wir. Und dennoch: aller Schuld und allem Scheitern, allen Irrwegen und allen Irrtümern zum Trotz: Es gibt uns immer noch! Und das verdanken wir nicht uns selbst, sondern allein der Gnade Gottes. Christus selbst baut und erhält seine Kirche.“ Aufgabe der Kirche sei es, die Gegenwart Gottes in der Welt zu bezeugen. Als Christen müsse man dies in Zukunft viel stärker ökumenisch tun. Superintendent Schneider sprach weiter: „Weil wir darauf vertrauen, dass für unser Leben und für unser Heil gesorgt ist, können wir uns denen zuwenden, für die nicht gesorgt wird: den Hungernden und Fliehenden, den Ausgegrenzten und an den Rand Gedrängten. Wir mischen uns ein in die Belange der Zivilgesellschaft und machen deutlich, dass Nächstenliebe mehr ist als bloße Wohltätigkeit, sondern dass sie gerade auch den schwächsten Mitgliedern des Gemeinwesens zu ihrem Recht verhelfen und Teilhabe ermöglichen will. Wer uns deshalb eine politische Kirche nennen will, mag es tun; wir aber lassen uns leiten von den Worten des Evangeliums.“

Eine besondere Rolle spielte im Gottesdienst die handgeschriebene Bibel, denn aus ihr wurden die Texte gelesen. Mehrere Tausend Menschen schrieben in diesem Jahr einzelne Bibelstellen per Hand ab. Neben vielen Einzelpersonen machten 93 Schulklassen aus 50 Schulen mit und es beteiligten sich Menschen aus evangelischen und katholischen Gemeinden sowie Schreibfreudige, die ihre Passagen in der Stadtbibliothek oder im evangelischen Bildungswerk per Hand kopierten. Die in 18 Bände zusammengefassten 4920 Seiten konnten Besucher nach dem Gottesdienst in der Mercatorhalle begutachten. Die Bücher erhalten nun in der Salvatorkirche einen festen Platz und können dort von Interessierten eingesehen werden.

Die Kollekte des Gottesdienstes (6039,81 Euro) erhält das Gustav-Adolf-Werk, das sich in vielfältiger Weise und an den unterschiedlichsten Orten für die syrische Bevölkerung einsetzt.

Mit dem Reformationsgottesdienst zog Superintendent Schneider auch ein vorläufiges Fazit zum Duisburger Jubiläum: „Wir wollten das Reformationsjubiläum in ökumenischer Offenheit und in Verbundenheit mit unserer Stadtgesellschaft feiern. Und das ist gelungen. Wir haben eine breite Palette von über 40 Veranstaltungen angeboten, die auf gute Resonanz gestoßen sind. Sowohl beim Publikum, als auch bei den Medien. Wir sind wahrgenommen worden als eine lebendige Kirche, die stolz auf ihr reformatorisches Erbe ist; die sich aber gleichzeitig in Verantwortung vor diesem Erbe als ein Teil unserer bunten und vielfältigen Stadtgesellschaft versteht und sich für diese Stadt und ihre Menschen engagiert. Ich gestehe gerne, dass mich eines überrascht hat: Die meiste öffentliche Aufmerksamkeit haben die beiden Formate gefunden, bei denen wir als Protestanten bei unserem Ureigensten geblieben sind, nämlich bei der Bibel: Der Bibel-Marathon in der Salvatorkirche und das Projekt der handgeschriebenen Bibel. Wir sind noch nicht am Ende; aber ich finde jetzt schon: Es hat sich gelohnt.“ Zwei Höhepunkte stehen auch nach dem Reformationsgottesdienst noch an: Das Festkonzert am 14. November in der Salvatorkirche und die Vortragsreihe zur Freiheit der Religionen, bei der u.a. am 8. Februar 2018 um 19 Uhr Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der EKD, in der Salvatorkirche Duisburg „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ spricht. Informationen zum gesamten Programm des Reformationsjubiläums in Duisburg gibt es im Internet unter www.kirche-duisburg.de

Presselink

Bericht der WAZ vom 31.10.2017 mit Bilderstrecke.

 

Rolf Schotsch / 31.10.2017



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