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Trotz Corona: Fast ein Fünftel der US-Bürger besucht Gottesdienste. Aber auch bei uns im Rheinland treffen sich manche Hauskreise und Kleingruppen trotz geltender Verbote

Trotz Corona gehen die Amerikaner in ihre Gottesdienste.
Manche Hauskreise und Kleingruppen treffen sich auch im Rheinland trotz Verbots.

Bild von J F auf Pixabay Bild von J F auf Pixabay

Washington (idea) – In den USA sind trotz staatlicher Aufforderungen, sich aufgrund der Corona-Krise nicht zu versammeln, viele Bürger zur Kirche gegangen. Einer Studie zufolge kam zuletzt noch fast ein Fünftel (17 Prozent) der Gottesdienstbesucher zusammen. Das berichtet das Medienunternehmen „BuzzFeed“ (New York). An der Befragung hatten sich 1.038 Personen im Zeitraum vom 23. bis 25. März beteiligt. 

US-Präsident Donald Trump hatte am 16. März die Empfehlung ausgesprochen, keine Versammlungen mit mehr als zehn Personen abzuhalten. Angesichts der hohen Infiziertenzahlen haben mindestens 30 Bundesstaaten ihre Bewohner dazu aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Die Vorschriften für Kirchen sind regional sehr unterschiedlich. So ist es etwa Bürgern im US-Bundesstaat Florida seit dem 27. März nur noch in dringenden Notfällen erlaubt, das Haus zu verlassen. Ausnahmen gelten nur für „essenzielle Einrichtungen“. 

Wie die Online-Zeitung „Christian Post“ berichtet, hatte der Pastor der Megakirche „The River at Tampa Bay“ in Tampa, Rodney Howard-Browne, trotz dieser Einschränkungen am 29. März gleich zwei Gottesdienste abgehalten und war dafür am folgenden Tag verhaftet worden. 

 

Pastor: Anordnung verstößt gegen Bürgerrechte

Laut dem Sheriff des zuständigen Bezirks Hillsborough, Chad Chronister, erhielt die Polizei einen anonymen Hinweis, dass es der Geistliche abgelehnt habe, seine Gottesdienste einzustellen. Er habe stattdessen seine große Gemeinde ermutigt, sich in der Kirche zu treffen. Howard-Browne verteidigte sein Handeln damit, dass seine Gemeinde eine „essenzielle Einrichtung“ sei. Außerdem verstoße die Anordnung gegen seine Bürgerrechte. Das sieht der Sheriff anders: Die mehr als 4.000 Mitglieder zählende Kirche habe die technischen Möglichkeiten, ihre Gottesdienste online abzuhalten und so Gefahr für Menschen zu vermeiden. Der Geistliche kam nur Stunden nach seiner Inhaftierung gegen Zahlung einer Kaution wieder frei. Ihm drohen eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 450 Euro und bis zu 60 Tage Gefängnis. 

In Chicago lösten Polizisten einen Trauergottesdienst in einer assyrisch-orthodoxen Kirche auf. Augenzeugen hatten am 29. März eine Ansammlung von 40 bis 60 Personen gemeldet. Wie der örtliche Polizeisprecher Anthony Guglielmi erklärte, wurde aber niemand verhaftet. In Chicago müssen die Anwohner bereits seit dem 21. März zu Hause bleiben. Kirchen und andere Gotteshäuser mussten schließen.

 

Pastor nannte Corona „Massenhysterie“: Nun ist er gestorben

Die Zahl der Infizierten in den USA beträgt laut John Hopkins Universität über 216.000 (Stand: 2. April). Mehr als 5.100 Menschen starben bereits an der Lungenkrankheit – darunter auch Pastoren. Betroffen ist laut der christliche Medienplattform „Premier“ (London) unter anderen Landon Spradlin. Der 66-Jährige brach auf dem Heimweg von einer Dienstreise in New Orleans in seine Heimatstadt Gretna (Bundesstaat Virginia) an einer Tankstelle zusammen und starb am 25. März in einem Krankenhaus aufgrund einer Corona-Infektion. Er erlag einer Kombination aus Bronchitis und Lungenentzündung. 

Nur Wochen zuvor hatte Spradlin in den Sozialen Medien offen skeptisch über die Corona-Pandemie geäußert und diese als Massenhysterie bezeichnet. Der Geistliche starb allein. Laut „Premier“ war es seiner Tochter Judah Strickland nicht erlaubt, ihren Vater persönlich zu sehen.

 

Manche Hauskreise und Kleingruppen treffen sich auch im Rheinland trotz Verbots

Auch in unserer Region erreichen uns immer wieder Hinweise, das einzelne Pastoren keine Skrupel haben, ihre Gemeinde in Hauskreisen oder Kleingruppen zu versammeln. In Predigten erklären manche sogar dreist, dem „Virus zu weichen gebieten“ zu können. Manchmal sollen die Kreise dann umgenannt werden und die Teilnehmer plötzlich als Mitarbeiter z.B. einer Medienagentur gelten, um bei etwaiger Entdeckung durch die Behörden einer Bestrafung zu entgehen. So oder so: solche Gemeindeleiter riskieren fahrlässig die Gesundheit und das Leben der ihnen anvertrauten Gläubigen! Ihr Verhalten ist verantwortungslos und unchristlich.

 

Quellen: Andrew Schäfer,  https://www.idea.de/gesellschaft/detail/trotz-corona-fast-ein-fuenftel-der-us-buerger-besucht-gottesdienste-112465.html (geladen 03.04.2020)

 

03.04.2020



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