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Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen

 

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Der Guru Swami Vishwananda und die hinduistisch-synkretistische Gemeinschaft Bhakti Marga in der Kritik

Abb. Quelle: Oliver Koch Abb. Quelle: Oliver Koch

Die Geschichte der hinduistisch-synkretistischen Gemeinschaft Bhakti Marga (Bhakti Marga Orden Deutschland e. V.) wird begleitet von kritischen Berichten über den Gründer und Leiter Paramahamsa Sri Swami Vishwananda vor allem wegen sexuellen Fehlverhaltens. In den letzten Monaten erhoben mehr und mehr Menschen ihre Stimme, die sich von der Gruppe abgewandt haben und persönliche Verletzungen beklagen, sich aber offenbar auch online finden und teilweise organisieren. Details darüber werden in einer der kommenden Ausgaben des Materialdiensts der EZW berichtet.

Die Gemeinschaft Bhakti Marga (BM) vereint in ihrem religiösen Leben auf charakteristische Weise hinduistische (z. B. tägliche Puja, Verehrung des Göttlichen in Form verschiedener indischer Götterfiguren im hinduistischen Tempel) und christliche Elemente (z. B. orthodoxer Eucharistie-Ritus; Reliquienverehrung in der christlichen Kapelle). Der spirituelle Schwerpunkt liegt auf der hinduistischen Vorstellungs- und Ritualwelt. 

Offenbar sammelt Vishwananda in seinem Wohnbereich vor allem oder ausschließlich Männer um sich. Kritische Äußerungen von ehemaligen Devotees gipfeln im Vorwurf des sexuellen Missbrauchs bis hin zur Vergewaltigung. Die Berichte, die im Internet zugänglich sind und auf die hier Bezug genommen wird, zeigen, dass die Betroffenen reflektiert mit der Grauzone umgehen, die durch das Verschwimmen der Grenzen zwischen freiwilliger Zustimmung und erzwungenem Gehorsam entsteht. Sie beschreiben ihre Erfahrung als eine der psychischen und emotionalen Manipulation durch den spirituellen Lehrer, dem göttliche Qualitäten zugeschrieben werden.

Die Vorwürfe wie die kritischen Darstellungen im Internet sind im Einzelnen schwer nachprüfbar. In Deutschland und in Frankreich liegen wohl mittlerweile Anzeigen gegen Vishwananda vor. BM selbst reagiert abweisend bis repressiv, so die Erfahrung einiger, so dass gelegentlich anscheinend auch der Mut fehlt, dagegen anzugehen. Vonseiten der Gemeinschaft wird betont, dass alles, was der Guru tue, nur und ausschließlich zum Besten aller sei. Die Vorwürfe seien unwahr und entbehrten jeder Grundlage. Laut Kritikern wird unter BM-Devotees die Meinung gestreut, die kritischen Internetseiten und Blogs seien ein „Loyalty & Devotion Test“ des Gurus.

Wer sich auf Vishwananda und Bhakti Marga einlässt, sollte zumindest wissen, dass es eine größer werdende Zahl von Menschen gibt, die sich getäuscht und gedemütigt fühlt und im Umgang des Gurus mit seinen Anhängern sehr stark Manipulation und Missbrauch seiner Position wahrnimmt. 

 

Quelle: http://ezw.kjm6.de/nlgen/tmp/1579684126.html (geladen am 22.01.2020)

 

Andrew Schäfer / 22.01.2020



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