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Colonia Dignidad

Sektenarzt aus Krefeld flüchtete vor Prozess in Chile nach Deutschland

"Colonia-Dignidad"- Prozess - Drei deutsche Sekten-Anführer verurteilt

 

Ein Gericht in Chile verurteilt drei deutsche Mitglieder der Sekte "Colonia Dignidad" zu jeweils fünf Jahren Haft. Ihnen wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Angeklagt waren weit mehr, doch einige konnten sich dem Prozess entziehen. Der Oberste Gerichtshof in Chile hat drei Führungsmitglieder der deutschen Sektensiedlung "Colonia Dignidad" in letzter Instanz verurteilt. Die drei Männer seien wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung schuldig, erklärte das Gericht auf seiner Internetseite. Kurt Schnellenkamp, Gerhard Mücke und Karl van den Berg sowie zwei frühere Geheimdienstmitglieder wurden zu Haftstrafen von jeweils fünf Jahren und einem Tag verurteilt. Damit erhöhte das Gericht die vorinstanzlichen Strafen um jeweils ein Jahr. Vier weitere Mitglieder der deutschen Sekte wurden freigesprochen.

Zusammenarbeit mit Geheimdienst 

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die "Colonia Dignidad" eng mit dem Geheimdienst unter Diktator Augusto Pinochet zusammenarbeitete. Die Führungsriege der Siedlung und Geheimdienstagenten bildeten eine kriminelle Vereinigung, die systematisch Verbrechen beging. Die Anfang der 1960er Jahre vom Deutschen Paul Schäfer gegründete Kolonie diente während der Militärdiktatur (1973-1990) als Folterzentrum des Geheimdienstes. Schnellenkamp und Mücke sitzen bereits wegen Beihilfe zur Vergewaltigung Minderjähriger und sexuellem Missbrauch im Gefängnis der zentralchilenischen Stadt Cauquenes. Dort wird auch Karl van den Berg seine Haftstrafe antreten. Die beiden ehemaligen Geheimdienst-Agenten sind ebenfalls bereits in Haft.

Sektenarzt Hopp flieht nach Deutschland

Hartmut Hopp gehörte zur Führung der Colonia Dignidad und wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Er wurde in Chile wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch von Minderjährigen rechtskräftig zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Interpol sucht ihn seither mit internationalem Haftbefehl. Vielleicht aber hat Hopp gar nichts zu befürchten: Nach deutschem Recht darf ein deutscher Staatsbürger nur in wenigen Ausnahmefällen ins Ausland ausgeliefert werden, und wegen der ihm vorgeworfenen Verbrechen könnte Hopp vielleicht auch deshalb nicht bestraft werden, da der ihm vorgeworfene Missbrauch nach 10 Jahren verjährt ist. Allerdings prüft zur Zeit das Landgericht Krefeld, ob das Urteil in Deutschland doch vollstreckt werden kann.
Hopp hat sich inzwischen als approbierter Mediziner bei der Ärztekammer Nordrhein registrieren lassen. In Krefeld haben sich nach dem Ende der Colonia Dignidad einige ehemalige Mitglieder der Führungsriege der umstrittenen Sekte niedergelassen. Gute Kontakte gibt es offenbar zur umstrittenen „Freien Volksmission Krefeld“ des Predigers Ewald Frank. Er hatte schon früher die Colonia Dignidad besucht und darf inzwischen nicht mehr nach Chile einreisen.
Ursprünglich waren 2006 18 Personen wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt worden. Nach Angaben des Forschungs- und Dokumentationszentrums Chile in Berlin waren darunter 14 Bewohner der "Colonia Dignidad". Sechs Angeklagte starben im Laufe der Verhandlungen, drei entzogen sich dem Prozess durch Flucht nach Deutschland, darunter auch der Sektenarzt Hartmut Hopp.

Quelle: Andrew Schäfer / n-tv vom 30.12.16
http://www.n-tv.de/politik/Drei-deutsche-Sekten-Anfuehrer-verurteilt-article19440926.html

 

04.01.2017



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