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Extremistischer Islam-Hasser Terry Jones in Ägypten in Abwesenheit zum Tode verurteilt

Ein ägyptisches Gericht hat am Mittwoch, dem 28.11.2012, sieben ägyptische koptische Christen und den Amerikaner Terry Jones in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Alle acht Personen sollen mit einem Anti-Islam-Film zu tun haben, der weltweit erheblichen Protest und Unruhen in der muslimischen Welt ausgelöst hatte. Dass die Todesurteile vollstreckt werden ist unwahrscheinlich, da das Urteil noch einer letztinstanzlichen Bestätigung bedarf und darüber hinaus alle Verurteilten in den USA leben.

Terry Jones ist der frühere Leiter der wegen ihres erheblichen Konfliktpotentials damals als Sekte eingestuften „Christlichen Gemeinde Köln“ (CGK; heute: „Gemeinde auf dem Fels“). Seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts hatte er die Geschicke dieser Gemeinschaft mit harter Hand bestimmt. 2008 schließlich warfen die Mitglieder der CGK ihn nach heftigen Auseinandersetzungen raus und er kehrte fast fluchtartig in die USA zurück. In Gainsville, Florida, leitet er seither das „Dove World Outreach Center“, eine extremistische Mini-Sekte mit ca. 50 Mitgliedern.  

Offenbar litt er unter der augenscheinlichen Bedeutungslosigkeit in seiner alten Heimat. So versuchte er in den letzten Jahren immer wieder durch absurde Aktionen und gefährliche verbale Spiele mit dem Feuer medial auf sich aufmerksam zu machen: im März 2011 hatte er nach langer Ankündigung und gegen weltweiten Protest eine Koran-Ausgabe in einer Pseudogerichtsverhandlung zum Tode verurteilt und verbrannt. In der Folge kam es in der muslimischen Welt zu Gewaltausbrüchen mit mindestens 20 Toten. Zuletzt beteiligte Jones sich an der Verbreitung und Bewerbung des antimuslimischen Videos „Die Unschuld der Muslime“, das den Propheten Mohammed als Betrüger, Frauenheld und Clown diffamiert hatte. Erneut kam es zu heftigen Ausschreitungen in muslimischen Staaten mit Toten und Verletzten (darunter u.a. der US-Botschafter im libyschen Bengasi). Im Sudan wurde von einem wütenden Mob die deutsche Botschaft gestürmt und in Brand gesetzt.  

Als er von rechten, antimuslimischen Kreisen wie z.B. „Pro Deutschland“ oder „Pro NRW“ nach Deutschland eingeladen werden sollte, verhängte das Bundesinnenministerium auf Bitte des Außenministers eine Einreiseverbot gegen den „Hassprediger“ Jones. Gegen das ägyptische Urteil wettert Jones nun, hierin zeige der Islam sein wahres, nämlich grundlegenden Menschenrechten wie der Meinungs- und Religionsfreiheit gegenüber intolerantes Gesicht.   Das in Ägypten gegen Jones verhängte Todesurteil ist genauso zu verurteilen wie das destruktive und aggressive antiislamische Verbalgerassel des geltungssüchtigen Extremisten Terry Jones.  

Andrew Schäfer  

 

29.11.2012



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