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Neu: Literatur- empfehlung
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Katharina Nocun / Pia Lamberty


Fake Facts

Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen

 

Quadriga Verlag
Köln 2020

352 Seiten

gebundene Ausgabe 19,90€

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Kleine magische Alltagskunde

Die Magie des Niesens – in Pest- und anderen Zeiten. Hinter dem Phänomen des Niesens verbergen sich nicht nur Fragen der höflichen Etikette, sondern vor allem auch volksmagische und andere dämonistische oder sonstwie eng mit dem jeweiligen Weltbild verbundene Vorstellungen.

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Service

Landespfarramt für Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche im Rheinland

Was kann ich tun, wenn...? Zum Umgang mit Sekten-Angehörigen

1. Vermittlung von Informationen

In der Anfangszeit besteht noch die Möglichkeit, jemandem sachliche Kritik an einer Gruppe oder Gemeinschaft rational verständlich zu machen. Besser als das bloße Weitergeben von Literatur ist allerdings immer das Gespräch über kritische Aspekte einer Gemeinschaft. Geeignete Literatur findet sich im Internet (siehe unten) und z.B. im Referat Sekten- und Weltanschauungsfragen der EKiR. Hier kann man sich als Angehöriger auch persönlich beraten lassen.

2. Keine moralischen Vorwürfe

In der ersten Panik nachdem man erfahren hat, dass ein Familienmitglied zu einer „Sekte“ gehört, fallen schnell Sätze wie „Warum hast Du mir das angetan?“, „Da wirst Du doch nur ausgenutzt!“ usw. Eine solche Reaktion ist zwar nachvollziehbar, sie schafft aber Distanz und hilft nicht wirklich weiter.

3. Echte Neugier und sich nicht verstellen

Vor allem um zu verstehen, was emotional mit dem Angehörigen passiert ist, muss ich ihn oder sie selbst fragen. Echtes Interesse an dessen neuer Lebenssituation in und mit der Gruppe eröffnet eher neue Gesprächsmöglichkeiten. Was hat er dort gesucht? Was macht den Reiz der Gruppe / der Lehre aus? Was hat ihm in seiner Kirche, seinem Beruf, seiner Familie gefehlt? Die Antworten sollten Sie nicht unmittelbar bewerten, sondern möglichst viel zuhören. Wer zu einer als „Sekte“ klassifizierten Gruppe gehört, findet außerhalb der Gruppe meist niemanden mehr, der ihm noch wirklich zuhört.

Nach langem interessiertem Zuhören ist es sinnvoll die eigene Position sachlich, fair, ohne jede Polemik, aber auch klar darzustellen. Größtmögliche Offenheit und Ehrlichkeit sind die notwendige Voraussetzung für die Fortsetzung der Beziehung in dieser kritischen Phase. Nutzen Sie Ihre Positionsbestimmung nicht dazu, einen neuen Streit zu beginnen.

4. Gemeinsame Zeit organisieren

Streiten Sie nicht jedes Mal, wenn Sie sich sehen, über die „Sekte“. Ihr Familienangehöriger weiß wie Sie darüber denken, ohne dass Sie es jedes Mal wiederholen. Wichtiger ist, dass Sie an gemeinsame schöne Erlebnisse anknüpfen oder solche neu schaffen, die Sie verbinden können. Unternehmen Sie etwas! Gut ist es auch, wenn weitere Familienmitglieder oder Freunde sich hier anschließen oder selbst etwas mit dem Angehörigen unternehmen. So entsteht zum Alltag in der Gruppe eine Alternative, die langfristig den Ausstieg erleichtern kann. Die Phase intensiv erlebter Gemeinschaft und Geborgenheit in der Gruppe (Love-Bombing genannt) geht meist nach einiger Zeit vorbei und wird vom Alltag der Gruppe abgelöst. Respektieren Sie aber neue Regeln, denen sich Ihr Familienangehöriger in der Gruppe unterwirft (z.B. Speisevorschriften).

5. Keine finanzielle Unterstützung

Wer in einer „Sekte“ gelandet ist, braucht Geld um sein Leben, um Kurse, Projekte und überhaupt die vermeintlich „gute Sache“ zu finanzieren. Verständlich ist, dass man seinen Sohn, seine Tochter, den Enkel und die Enkelin usw. im Falle wirtschaftlicher Bedürftigkeit nicht allein lassen will. Mit finanzieller Unterstützung unterstützt man nach aller Erfahrung aber zumeist die Gruppe mehr als den eigenen Angehörigen. Besser ist es, z.B. eine Fahrkarte zu schicken, eine Essenseinladung auszusprechen etc. Für die Zukunft, das heißt für die Zeit danach kann man ja etwas Geld ansparen.

6. Unterstützung

Als Angehörige sind sie zwar nicht unmittelbar von einer „Sekte“ betroffen, aber Ihre Situation ist doch in vielfacher Hinsicht kompliziert und oftmals nur schwer zu tragen. Reden Sie mit anderen darüber und wenden Sie sich z.B. an Ihr Pfarramt oder an kirchliche Beratungsstellen.

16.05.2011



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