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Straftaten sind und bleiben Straftaten! Sachbeschädigungen im WERA-Forum - Gruppe um Alexander Epp verweigert Abdruck der Stellungnahme einer beschuldigten Kirche

Der umstrittene Gründer und Chef des WERA-Forums in Duisburg, Alexander Epp, berichtet auf seiner Homepage (https://weraforum.de/sekten-begriff-schuert-hass-gegen-minderheiten/; geladen am 14.04.2020) von Zerstörungen und Vandalismus gegen Eigentum der WERA-Organisation. Er deutet diese Straftaten als „vorbereitet und mit ideologischem Ziel“ ausgeführt. Insbesondere der immer wieder gegen ihn und seine konfliktträchtige Gemeinschaft von Aussteigern benutzte Sekten-Begriff sei, so die Erklärung, Schuld an dieser Entwicklung. "Der “Sekten”-Begriff, der gerne von staatlich geförderten Vereinen und Kirchen verwendet wird, schürte offenbar den Hass der Täter gegen die christliche Gemeinde, schreibt Herr Epp und legt damit nahe, dass die genannten Organisationen, darunter auch unsere Kirche, bewusst Hass gegen ihn schürten.

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Hierzu stelle ich fest: Sollte es sich so zugetragen haben, wie von Herrn Epp auf der Homepage der WERA-Organisation dargestellt, dann sind diese Taten ohne Wenn und Aber zu verurteilen! Es handelt sich um Sachbeschädigungen, die zur Anzeige zu bringen sind! Auch nötiger heftiger Streit darf niemals auf solche Weise ausgetragen werden.

Dass diese Taten aber in einem Zusammenhang mit dem von vielen Aussteigern der WERA-Organisation gebrauchten Sekten-Begriff für die Gruppe stehen, ist an den Haaren herbeigezogen. Eher ist es eine Fehldeutung der vielen Konflikte um Herrn Epp. Konflikte, die sich seit bald zwei Jahrzehnten um die WERA-Gruppe beobachten lassen. Auch ist es nicht das erste Mal, dass es zu gewaltsamen Übergriffen kommt. Zuletzt mussten Aussteiger persönlich Beschädigungen ihres Eigentums bis hin gar zu Bedrohungen ertragen. Nichts rechtfertigt solches Verhalten, weder das Eine noch das Andere! Man kann hier nur energisch zur Mäßigung rufen!

Dass allein der Gebrauch des Sekten-Begriffs für die Gruppe um Herrn Epp geeignet sei, „Hass gegen religiöse Minderheiten“, gemeint ist natürlich die WERA-Organisation, zu schüren, ist Unsinn. Dass der Begriff hierzu „gerne von staatlich geförderten Vereinen und Kirchen“ benutzt werde, gemeint sind das SektenInfo NRW, das Bistum Essen und die Evangelische Kirche im Rheinland, bei denen sich viele Aussteiger melden, ist so falsch wie unverschämt. Oder ist es etwa so, dass Herr Epp die sachlich begründete Kritik gegen ihn mit dem Sekten-Keulen-Vorwurf gern loswerden würde?

Vielmehr aber spiegelt der Gebrauch des Sekten-Begriffs für Herrn Epp und seine Gruppe doch einen nicht enden wollenden Konflikt wider, in dem man ihm attestieren muss, sich allzu selten verantwortungsvoll, konstruktiv und kompromissfähig zu verhalten. Wer über viele Jahre die Schuld der wiederkehrenden Konflikte ausschließlich bei anderen sucht, sie verflucht und beleidigt, diffamiert und sozial stigmatisiert oder gar vom Heil ausschließt, wie sie immer wieder berichten, der darf sich nicht wundern, wenn Aussteiger verzweifeln.

Um nicht missverstanden zu werden: Alles das rechtfertigt niemals, was da auf der Homepage der WERA-Gruppe berichtet wird. Klar bleibt, solche Handlungen sind nicht akzeptabel, sondern strafbar und zu verurteilen.

Es verwundert, dass Herr Epp und sein Team den Abdruck dieser Erklärung, die ja die Vorgänge um die Sachbeschädigungen eindeutig verurteilt, im Unterschied zu vielen anderen Kommentaren nicht abdrucken will, hätte sie doch zur Klarheit der Lage beigetragen. So bleibt die für ihn unangenehme Frage, was das eigentliche Ziel der Darstellung nebst Schuldzuweisung auf seiner Internetseite ist. Wie schrieb doch jemand aus seinem Umfeld in den Kommentaren: "Schade das Menschen Hass benutzen anstatt zu kommunizieren oder Probleme zu behandeln.“ Wie ernst war das gemeint?

 

Andrew Schäfer, Landespfarrer für Weltanschauungsfragen der EKiR / 14.04.2020



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