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Kirche in den NRW Lokalradios | 16.03.2019 | Sandra Sternke-Menne

Vergeben und vergessen!?

Es gibt sie in kleinerer und größerer Ausführung – Konflikte, Meinungsverschiedenheiten und dicke Streitereien. Manchmal gehen sie glimpflich ab, oft gehen daraus aber auch ernsthafte, seelische Verletzungen hervor

Sandra Sternke-Menne hat sich mit dem Thema beschäftigt:

„Das vergebe ich dir nie!“

Es kann Situationen im Leben geben, in denen man genau dies denkt. Wenn man vor anderen bloßgestellt wird, wenn man in der Liebe zu einem anderen Menschen betrogen oder wenn man absichtlich belogen wird.

Menschen kränken einander, verletzen die Gefühle anderer - jeder hat das schon selbst erlebt. Selten geschieht die Kränkung absichtlich. Dennoch sitzt der Schmerz tief. Man fühlt sich getroffen, herabgesetzt, in Frage gestellt oder einfach enttäuscht.  
 „Das vergebe ich dir nie“ – im ersten Moment eine verständliche Reaktion.

Die Person aber, für die diese Worte bestimmt sind, lassen sie meist unbeeindruckt.

Meine Wut, meine Rachegedanken fallen ins Leere oder auf mich selbst zurück. In mir selbst herrscht Krieg: Ich ärgere mich, bin wütend, schreie, schlage um mich und die Wunde, die andere mir zugefügt haben, bleibt erst einmal offen.

„Ertragt einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie Gott euch vergibt, so vergebt auch ihr!“

Das ist ein Rat aus der Bibel.

Und er bedeutet nicht, dass ich alles gutheiße, was andere machen und mir antun. Aber es entlastet mich ein wenig, denn es gibt hoffentlich den Zeitpunkt, an dem ich loslassen kann, um weiterzugehen.

Die Geschehnisse und Worte, die mich verletzen, kann ich nicht ändern, aber ich kann meine Einstellung dazu verändern. Vergeben – ich hole den Krieg nicht in mich hinein, sondern lasse irgendwann, wenn es mir möglich ist, los.

 

Kirche in den NRW Lokalradios; 16.03.2019; Sandra Sternke-Menne



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