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Himmelfahrt wird immer vierzig Tage nach Ostern gefeiert

Himmelfahrt wird immer vierzig Tage nach Ostern gefeiert

Feiertage

Christi Himmelfahrt

40 Tage nach Ostern feiern Christinnen und Christen die Himmelfahrt Jesu Christi. Doch warum genau wird dieses Fest gefeiert?

Das Kirchenjahr vollzieht in Festen das Leben Jesu nach und will es erfahrbar machen: Weihnachten als Fest der Geburt Jesu, Karfreitag feiern wir Jesu Tod, Ostern seine Auferstehung. Und Himmelfahrt? Ist das nur ein Nachtrag zur Auferstehung?

Mit Ostern schließen drei von vier Evangelien ihren Bericht vom Leben und Wirken Jesu. Die Auferstehung ist das Schlusskapitel der Evangelien und der Schlüssel zur Deutung der Lebensgeschichte Jesu.

Himmelfahrt wird in den Evangelien nur am Rande erwähnt

Nur der Evangelist Lukas berichtet von der Himmelfahrt Jesu: "Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel." (Kap. 24,51). Zwar erwähnt auch das Markusevangelium die Himmelfahrt, allerdings im später hinzugefügten Schlusskapitel 16,9-20, das wohl (auch) von Lukas abhängig ist.

Aber auch Lukas schildert die Himmelfahrt Jesu nur am Rande, zentral ist sie bei ihm nicht. Viel mehr Platz nimmt bei ihm die Pfingstgeschichte ein, die Ausgießung von Gottes Geist auf die versammelte urchristliche Gemeinde. Himmelfahrt ist - ohne es abwertend zu meinen - eine Durchgangsstation von Ostern zu Pfingsten

Jesus ist nicht fort

Die Ostergeschichten im neuen Testament sagen aus, dass Jesus nicht im Tode geblieben ist, sondern lebt. Sie betonen, dass der Gekreuzigte derselbe ist wie der Auferstandene. Ausdruck dieser Identität sind die Wundmale der Kreuzigung auch am Leib nach der Auferstehung. Auch wenn dieser Körper nach der Auferstehung ein anderer ist, so ist Jesus doch derselbe. Er begegnet nach seiner Auferstehung verschiedenen Menschen – bis zu seiner Himmelfahrt. Sie ist das Ende dieser Begegnungen.

Die Himmelfahrt ist Sinnbild dafür, dass Jesus nicht mehr unter uns Menschen auf der Erde weilt. Der Himmel ist danach kein geografischer Ort, sondern der Herrschaftsbereich Gottes. Wenn es im Glaubensbekenntnis heißt "...aufgefahren in den Himmel", bedeutet dies nach christlichem Verständnis, dass der auferstandene Christus "bei Gott ist". Im späteren Schluss des Markus-Evangeliums heißt es in bildhafter Sprache, "er setzte sich zur Rechten Gottes" (Markus 16,19). Ab diesem Zeitpunkt ist er der "Herr" über die Welt, "dem alles unter seine Füße gelegt wurde" (Psalm 8,7).

Warum wir Gott Vater nennen

Himmelfahrt ist die Erklärung dafür, dass Jesus zwar lebt und regiert, aber nicht mehr in körperlicher Gestalt bei seinen Jüngern ist. Matthäus und Markus bemühen diese Deutung nicht, sondern beschließen ihr Evangelium mit Sendungsworten - sie stellen ein Vermächtnis und Auftrag dar, Jesu Botschaft in die Welt zu tragen. Ab da ist Jesus weiterhin bei seinen Jüngern, aber mit seinem Geist. Mit diesem Geist, dem Heiligen Geist, - so glauben es Christen - ist Jesus auch heute noch unter ihnen. Im Geist, nicht leibhaftig ist Jesus heute gegenwärtig. Dieser Geist ermöglicht es Christen, Gott Vater zu nennen, weil Gott auch der Vater Jesu Christi ist.

 

(Hören Sie den Text zu Himmelfahrt gelesen von Rufus Beck (siehe oben): Evangelium zu Christi Himmelfahrt: Lukas 24,44-53, Quelle: Bibelgesellschaft.)

ekir.de / rpr / 20.05.2020


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