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Duisburg

Es gefällt ihnen richtig gut

Sie arbeiten erst seit wenigen Wochen im Praktikum im Postzustelldienst bei der Niederlassung BRIEF Duisburg der Deutschen Post DHL - und es gefällt ihnen richtig gut.

Praktikum als Einstieg: Jugendliche mit Präses Nikolaus Schneider und Post-Personalvorstand Walter Scheurle (2.v.r.).

Praktikum als Einstieg: Jugendliche mit Präses Nikolaus Schneider und Post-Personalvorstand Walter Scheurle (2.v.r.).

Wenn alle zehn Praktikanten sich bewähren und den Spaß an den Aufgaben behalten, werden sie im August eine Lehrstelle bekommen zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen. Diese gute Entwicklung für die zehn jungen Menschen, die an dem Projekt Praktikum PLUS der Deutschen Post DHL und der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) teilnahmen, lag nicht von vornherein auf der Hand. Im Gegenteil, die Chancen für die jungen Erwachsenen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sahen eher schlecht aus.

„Mit dazu beizutragen, junge Leute in Arbeit und Ausbildung zu bringen, ist ein ganz wesentliches Anliegen meiner rheinischen Kirche und ein direktes Anliegen von mir selbst“, erklärte Präses Nikolaus Schneiderin der Niederlassung BRIEF in Duisburg-Rheinhausen, wo das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Dabei erinnerte der Präses daran, dass Rheinhausen auch früher schon ein Ort gewesen sei, an dem es um Arbeit ging. Er selbst habe das Hüttenwerk noch miterlebt, die Angst um die Arbeitsplätze und die Arbeitskämpfe. „Ohne Arbeit ist es in unserer Gesellschaft ganz schlecht“, betonte der Präses und rief die Jugendlichen auf, sich für ihre Interessen zu engagieren. Zum Abschluss wünschte er ihnen Gottes Segen.

Hilfe in schwieriger Situation

„Der Mensch ist manchmal in einer schwierigen Situation, dann braucht er Leute, die ihm helfen“, erklärte Walter Scheurle, Personalvorstand der Deutschen Post DHL über das Projekt und verriet, dass auch in seinem eigenen Berufsleben der Start nicht ganz einfach war. Solche Projekte seien aber auch für die Gesellschaft notwendig. „Mit Blick auf die demografische Entwicklung können wir es uns als Gesellschaft nicht leisten, junge Menschen am Rand stehen zu lassen."

Verantwortung und Finanzierung des Projekts liegen bei der EKiR, der Deutschen Post DHL und der ARGE Kreis Wesel gemeinsam. Beteiligt am Gelingen ist zudem der Verein Tuwas Neue Arbeit Niederrhein (Tuwas NAN) e. V., ein sozial engagierter Betrieb, der Jugendliche und so genannte Langzeitsarbeitslose für den ersten Arbeitsmarkt qualifizieren soll und 1986 von den Kirchengemeinden im Kirchenkreis Moers, dem Kirchenkreis Moers und dem Neukirchener Erziehungsverein gegründet wurde.

Härtetest schon bestanden

Tuwas NAN hatte gemeinsam mit der  Deutschen Post DHL bereits vor dem Praktikum die Heranwachsenden auf das Praktikum vorbereitet, schulische Kenntnisse wiederholt und gefestigt, einen Schnuppertag in verschiedenen Postfilialen organisiert und schon einmal den Zustelldienst ausprobiert. Selbst das Postfahrrad haben die jungen Menschen genutzt. Nicht nur die künftigen Kolleginnen und Kollegen waren angetan von der neuen Generation, sondern auch den Jugendlichen gefiel es und sie konnten bestätigen, dass die Ausbildung ihrem Interesse entsprach, auch wenn es nicht den ursprünglichen Berufserwartungen entsprach.

Im Praktikum lernen die Projektteilnehmer den Alltag des Zustellens unter Anleitung erfahrener Postler genau kennen. Sie sortieren Briefe, leeren Briefkästen und helfen bei der Zustellung. Dass sie dabei schon gezeigt haben, dass sie die Schwierigkeiten des Jobs durchstehen können, unterstrich Präses Schneider: „Den Härtetest hatten Sie ja schon, einen unangenehmeren Anfang als diesen Winter konnte es nicht geben.“

ekir.de / Egbert Schäffer / 25.02.2010