Logo EKiR
Email aus Namibia

Ich träume, dass wir Aids in den Griff bekommen

Interview mit Lionel Kamburute. Lionel ist Mitglied der kirchlichen Jugendgruppe. Er arbeitet seit einem Jahr als stellvertretender Leiter hauptamtlich im Büro der kirchlichen AIDS-Hilfe „New Start“ in Mariental.

Beratung, Fortbildung, Hausbesuche: Lionel Kamburute arbeitet bei der kirchlichen Aids-Hilfe in Mariental/Namibia. Beratung, Fortbildung, Hausbesuche: Lionel Kamburute arbeitet bei der kirchlichen Aids-Hilfe in Mariental/Namibia.

Lionel, wie alt bist Du?
Ich bin 21 und werde im August 22.

Wie viele Geschwister hast Du?
Ich habe 4 Brüder und 2 Schwestern

Wo bist Du geboren?
Ich bin hier in Mariental geboren. Aufgewachsen bin ich allerdings in Karasburg, im Süden Namibias.

Du arbeitest im „New Start“-Büro der kirchlichen AIDS-Hilfe. Wie bist Du dazu gekommen?
Der Vollzeitjob, den ich im Moment mache, war ausgeschrieben. Da habe ich mich beworben und den Job bekommen. Das war Glück! Ich hatte allerdings bereits seit 2002 ehrenamtlich im ELCAP-Programm (Anti-AIDS-Programm der evangelisch-lutherischen Kirche) mit gearbeitet. 2003 habe ich die Schule beendet.

Warum hast Du bereits als Schüler ehrenamtlich in der AIDS-Hilfe mit gearbeitet?
Ich war als Jugendlicher in der kirchlichen Jugendarbeit tätig. Eines Sonntags wurde in der Kirche für diese Arbeit und für die ehrenamtliche Mitwirkung geworben. Da ich mich als Schüler nachmittags häufig langweilte, dachte ich, dass es gut sei, sich in den HIV/AIDS-Aktivitäten unserer Kirche zu engagieren. Ich dachte auch, dass ich da vielleicht etwas für später haben würde. Und ich wollte meine Umgebung auch mal mit anderen Augen sehen lernen.

Was hat Deine Familie gesagt?
Die fand das in Ordnung! Ich bin in einer intakten und harmonischen Familie aufgewachsen. Bei uns herrscht ein gutes Klima in der Familie. Ich hab wirklich viel Glück. Das ist ja nicht selbstverständlich. Aber ich war mir auch immer darüber bewusst, dass ich etwas von meinem Glück weitergeben möchte an Menschen, die sich nicht so auf der Sonnenseite des Lebens befinden.

Nun arbeitetest Du  in der AIDS-Hilfe?!
Ja!

Was ist das härteste in Deiner Arbeit?
Wenn ich OVC (Orphants and Vulnerable Children – Waisen und verletzliche Kinder) sehe, dann habe ich das Gefühl der Ohnmacht.

Wie sieht Deine Arbeit bei der AIDS-Hilfe aus?
Ich bin der zweite Mann und Stellvertreter meiner Chefin hier im Büro. Ich mache Verwaltung. Ich mache aber vor allem  Beratung und psychosoziale Begleitungen. Ich mache Fortbildungen für Ehrenamtliche und Multiplikatorenarbeit. Ich mache aber auch Hausbesuche.

Mariental ist ein kleiner Ort. Bereitet es Schwierigkeiten, wenn Du Menschen, die bei Euch positiv getestet werden, kennst?
Nein, im Gegenteil. Die Tatsache, dass ich viele Menschen hier in Mariental persönlich kenne, verschafft auch eine Vertrauensbasis. Ich lebe mit den Menschen hier. Die Leute haben Vertrauen zu mir.

Wie sieht Deine Freizeit aus? 
In der Freizeit bin ich gerne mit Freunden zusammen. Ich bin ein geselliger Typ. Ich gucke gerne DVDs. In der Kirche mache ich viel Musik. Selber höre ich gerne Gospelmusik. Und alles, was mit Computer zu tun hat, macht mir Spaß.

Was sind Deine persönlichen und/oder beruflichen Perspektiven?
Es gab mal eine Zeit, da wollte ich Theologie studieren. Dieser Wunsch hat sich verändert. Ich möchte noch  ein Studium in Computerwissenschaften machen.

Hast Du einen Traum?
Ich träume davon, dass Mariental in fünf Jahren eine vorbildliche HIV/AIDS-Arbeit leistet und das Problem dieser Seuche in Bezug auf Prävention und Aufklärung im Griff hat. Ein anderer Traum ist eine Reise nach Deutschland!

Hast Du ein biblisches Motto, das Dich leitet?
Ja, Psalm 23,1: „Der Herr ist mein Hirte!“. It gives me confidence,  the place where I stand is right, because the Lord is my Shephard.

Vielen Dank für dieses Gespräch! Gottes Segen für Deine Zukunft.

 

 

 

 

Das Gespräch führte Carsten Körber / 02.07.2006

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 7. Juli 2006. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 7. Juli 2006. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.