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Kirchentag

Nun ertanzt er sich seine Zukunft

Von der Diskussion mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble beim Kirchentag auf die Fernsehbühne von "Popstars on stage": In vier Monaten hat sich das Leben von Aziz Kruezi völlig verändert. Der aus dem Kosovo stammende 23-Jährige hat jetzt eine Zukunft.

Kandidat beim Fernsehcontest Popstars on stage: Aziz Kruezi. Foto: ProSieben/Oliver S. LupeKandidat beim Fernsehcontest Popstars on stage: Aziz Kruezi. Foto: ProSieben/Oliver S.

Und das kommt so: Zum ersten Mal in seinem Leben hat Kruezi, der von Kindesbeinen an in Mönchengladbach lebt, einen Arbeitsvertrag und eine Aufenthaltsgenehmigung. Dazu kommen Hunderte vorwiegend weiblicher Fans, die schreien, wenn er auf der Bühne tanzt. "Ein Wahnsinnsgefühl", so Kruezi.

Die neue Bleiberechtsregelung für Flüchtlinge war seine Chance, diesen Traum zu verwirklichen. Einem anderen Traum in seinem Leben ist er auch schon ein Stück nähergekommen: "Ich möchte einen deutschen Pass. Ich fühle mich als Deutscher", erklärt er.

 

 

Auf dem Podium des Kirchentags im Juni in Köln: Aziz Kruezi (r.) mit Innenminister Schäuble. Auf dem Podium des Kirchentags im Juni in Köln: Aziz Kruezi (r.) mit Innenminister Schäuble.

Beim Kirchentag vor vier Monaten saß Kruezi unter anderem mit Innenminister Schäuble auf dem Podium bei einer Diskussion zum Thema "Deutschland - ein Zuwanderungsland?". Zu dieser Zeit lebte er mit einer Duldung in Mönchengladbach, und das seit fast 17 Jahren: ständige Angst vor der Abschiebung und keine Möglichkeit, eine Ausbildung zu machen, trotz Schulabschluss und Ausbildungsangeboten.

"Jetzt kann er seinen Traum wahr machen. Selbst wenn er nicht ,Popstar on stage' werden sollte, hat er ein Jobangebot und eine Perspektive für die Zukunft", freut sich Jessica te Heesen vom Evangelischen Flüchtlingsreferat Düsseldorf. Sie hat Aziz Kruezi in den vergangenen Jahren betreut. "Popstars on stage", ein Sing- und Tanzwettbewerb, läuft donnerstagsabends auf ProSieben. Das Finale ist am 6. Dezember.

Der Contest brachte Aziz Kruezi unter anderem nach Brüssel. "Das war meine erste Auslandsreise. Ein tolles Erlebnis, eine andere Sprache zu hören", erzählt er im EKiR.de-Interview.

 

 

Petra Anna Siebert /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 23. Oktober 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Donnerstag, 25. Oktober 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.