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Interview

"Man nimmt etwas mit fürs Leben"

Als Kind kam er mit der Familie aus dem Kosovo hierher. Auf Dauer träumt er von einem deutschen Pass: Aziz Kruezi. Der junge Mann ist als Tänzer einer der "Popstars on stage" bei ProSieben. Petra Anna Siebert interviewte den 23-Jährigen.

Serbischen Pass besorgt, um deutsch zu werden: Aziz Kruezi hatte eine so genannte Duldung und kann nun auf eine Aufenthaltsgenehmigung hoffen. Serbischen Pass besorgt, um deutsch zu werden: Aziz Kruezi hatte eine so genannte Duldung und kann nun auf eine Aufenthaltsgenehmigung hoffen.

Sie sind jetzt ein "Popstar". Was ist geschehen seit dem Kirchentag?

Viel ist passiert. Ich habe Tanzschulen gesucht, mich beworben und letztlich einen Zwei-Jahres-Vertrag als Tanzlehrer bekommen. Damit habe ich einen serbischen Pass beantragt. Aber das hat so lange gedauert. Zwischenzeitlich hatte ich mich bei "Popstars on stage" beworben. Die haben mir viel bei der Sache mit dem Pass geholfen. Schließlich habe ich einen vorläufigen serbischen Pass erhalten und dann von der deutschen Ausländerbehörde eine Aufenthaltserlaubnis bis zum 8. Januar. Das geht mit dem neuen Ausländergesetz, wenn man eine Arbeit hat und auf eigenen Beinen steht.

Wie geht es weiter?

Im November bekomme ich den endgültigen serbischen Pass und damit vom Ausländeramt eine Aufenthaltsgenehmigung für zwei Jahre.

Sind Sie damit am Ziel Ihrer Träume?

Eigentlich möchte ich keine Aufenthaltserlaubnis, sondern einen deutschen Pass. Ich fühle mich als Deutscher.

Mit der Aufenthaltserlaubnis konnten Sie ja auch zum ersten Mal ins Ausland reisen?

Ja, mit "Popstars on stage" nach Brüssel, das war meine erste Auslandsreise. Ein tolles Erlebnis, eine andere Sprache zu hören. Ich will jetzt auch einmal in ein anderes Land fliegen.

Egal, ob Sie gewinnen oder nicht: Was war bisher das Schönste bei "Popstars on stage"?

Dass ich überhaupt mitmachen darf und die Leute kennengelernt habe. Wir haben viel Spaß. Es ist natürlich auch sehr stressig, aber man nimmt etwas mit fürs Leben. Das schönste Erlebnis war die Loveparade in Essen, da habe ich auf Marushas Wagen getanzt.

Was ist das für ein Gefühl auf einer Bühne zu tanzen vor unzähligen schreienden Fans?

Das ist so ein Wahnsinnsgefühl, dass ich davon leben möchte.

Wie hat es Ihr Leben verändert?

Ich werde auf der Straße angesprochen, das ist witzig und schön. Die Leute wollen Autogramme. Und es gibt ein paar Angebote. Aber mehr will ich jetzt gar nicht verraten. Am 6. Dezember ist das große Finale.

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Dienstag, 23. Oktober 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 26. Oktober 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.