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Landeskirchenamt

Kompetent und unaufgeregt

Gottes Segen wünschte ihm auch der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Nikolaus Schneider: dem in den Ruhestand verabschiedeten Kirchenrat Dr. Ullrich Wimmer. Knapp 15 Jahre war Wimmer Dezernent im Landeskirchenamt in Düsseldorf.

Dr. Ullrich Wimmer mit Präses Nikolaus Schneider und Vizepräses Petra Bosse-Huber. LupeDr. Ullrich Wimmer mit Präses Nikolaus Schneider und Vizepräses Petra Bosse-Huber.

Airportseelsorge, Küsterinnen und Küster, Seelsorge in der Bundeswehr sind nur einige der kirchlichen Aufgaben, die Wimmer als Dezernent begleitet hat. Citykirchenarbeit, Freiwillige Dienste, Männerarbeit, Notfallseelsorge – das sind weitere Beispiele. Bevor er ins Landeskirchenamt wechselte, war der promovierte Theologe Gemeindepfarrer im Bergischen Land.

Als „richtiges europäisches Baby“ bezeichnete ihn Vizepräses Petra Bosse-Huber bei der Abschiedsfeier im Landeskirchenamt. Schließlich ist Wimmer in Zittau, im Dreiländereck Polen, Tschechien, Deutschland geboren.

Illegal reisten die Eltern 1961 mit ihren beiden Söhnen in den Westen. „Sie haben ein Flüchtlingsheim von innen gesehen“, so Bosse-Huber, die auch daran erinnerte, dass Wimmer den Konfirmationsunterricht noch im Osten besucht und die Konfirmation schon im Westen gefeiert hat.

Erster Einsatz: für das Gesangbuch

Bosse-Hubers Vorgängerin als Leiterin der Abteilung II, Oberkirchenrätin i.R. Gisela Vogel,  dankte Wimmer vor allem für seinen Einsatz für die Einführung des neuen Evangelischen Gesangbuchs.

Im Blick auf die Begleitung von Kirchenkreisen dankte der Wuppertaler Superintendent Manfred Rekowski für die offenen Augen und Ohren für die Belange der Kirchengemeinden vor Ort. Und: „Sie haben die Menschen auf die Liebe zu Kirche und Glaube behaftet.“

 

 

"Leierkastenmann" Ullrich Wimmer mit Doris van Rhee im vergangenen Jahr beim Parlamentarischen Abend. Lupe"Leierkastenmann" Ullrich Wimmer mit Doris van Rhee im vergangenen Jahr beim Parlamentarischen Abend.

Für „kompetentes und unaufgeregtes Projektmanagement“ kam der Dank aus dem Diakonischen Werk im Rheinland. „Ich gehe nicht lachend, aber ich freue mich“, erklärte Wimmer zum Schluss. „Ich habe eine sehr gute Zeit in diesem Haus erlebt.“ Der Theologe ist nach Kempershöhe in Marienheide gezogen. In der Kapelle Kempershöhe hat er sich einen Kindheitstraum erfüllt: ein eigenes Museum, ein Drehorgelmuseum.

„Freiwillig im Dienst der Gesellschaft?“ – diese Frage beantworteten im thematischen Teil der Abschiedsfeier zwei Männer aus verschiedenen Aufgabenfeldern. Landespfarrer Ralf Ramacher leitet die Arbeitsstelle für Kriegsdienstverweigerung, Zivildienst, Freiwillige Friedensdienste. Militärdekan Reinhard Gorski ist für Seelsorge in der Bundeswehr zuständig.

Freiwillige Dienste ernsthaft begleiten

Ramacher berichtete, dass es einerseits schwierig sei, junge Menschen für Freiwillige Dienste zu gewinnen. Andererseits geben sie mehrheitlich nach dem Dienst eine positive Rückmeldung. Die Kirche rief Ramacher dazu auf, den Dienst ernsthaft zu begleiten.

Im Blick auf das Engagement der Kirche für Dienste im Ausland betonte er: „Wir brauchen junge Menschen, die die Globalisierung nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial denken.“

Vorrang der Ethik bei der Bundeswehr verteidigen

„Ich möchte das Fragezeichen im Titel größer machen“ – mit diesem Ziel stieg Militärdekan Gorski in seinen Vortrag ein, in dem er mehrere Herausforderungen für die Kirche in der Bundeswehr formulierte. Gorski forderte dazu auf, „das Prä ethischer Werte vor der Technik“ zu verteidigen, wie es für die Bundeswehr verbindlich festgeschrieben ist. Gerade in multinationalen Einsätzen mit Vorgesetzten aus anderen Armeen, die allein auf Befehl und Gehorsam setzen, sei das schwierig genug.

Als weitere Herausforderung für die kirchliche Arbeit nannte er in Bezug auf das Thema Folter die Aufgabe, junge Soldaten in „Dilemma-Situationen“ nicht allein zu lassen. Über die Auslandseinsätze müsse der gesellschaftliche Diskurs geführt werden, verlangte Gorski weiter.

 

 

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Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Montag, 8. Oktober 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 15. Oktober 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.