Logo EKiR
Zwangsarbeit bei Kirche und Diakonie

Ausstellung gastiert im Bundesarchiv in Koblenz

Die Ausstellung "Dienen unter Zwang. Erinnern, suchen, begegnen", hervorgegangen aus dem Begegnungs- und Versöhnungsprojekt der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), ist noch bis 10. Januar im Bundesarchiv in Koblenz zu sehen.

Dienen unter Zwang: Derzeit ist die Ausstellung im Bundesarchiv in Koblenz zu sehen. LupeDienen unter Zwang: Derzeit ist die Ausstellung im Bundesarchiv in Koblenz zu sehen.

Das Thema der Ausstellung: Zwangsarbeit bei Kirche und Diakonie während der NS-Zeit. Außerdem geht es um den weiteren Lebensweg von Betroffenen. Die 19 Tafeln beinhalten Informationen, Zeitzeugen-Interviews und Fotos. Zusammengestellt haben die Ausstellungstafeln Schülerinnen und Schüler der Kreuznacher Diakonie, der Kaiserswerther Diakonie, Freiwillige der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste sowie Studentinnen und Studenten aus der Ukraine.

"Dienen unter Zwang" - diesen Titel trägt auch die Untersuchung des Historikers Dr. Uwe Kaminsky. Demnach haben wahrscheinlich rund 1200 ausländische Frauen und Männer während des Zweiten Weltkriegs in rheinischer Kirche und Diakonie Zwangsarbeit leisten müssen.

Das war - verglichen mit anderen gesellschaftlichen Bereichen - eine relativ geringe Zahl, wir Kaminsky jetzt noch einmal in seiner Rede zur Ausstellungseröffnung sagte. Weiter berichtet er von der mühsamen Suche nach den Betroffenen. 18 wurden zum Frühjahr 2002 in der Ukraine ausfindig gemacht.

Der Historiker berichtet von der "Atmosphäre der doppelten Dankbarkeit" beim ersten Treffen ehemaliger Zwangsarbeitender mit Vertretern rheinischer Kirche und Diakonie. Die einen dankten dafür, nicht vergessen worden zu sein; die anderen dafür, Einsicht in das Leben der Menschen nehmen zu können, die nach ihrer Rückkehr aus Deutschland in ihrer Heimat als angebliche Kollaborateure der Deutschen ein zweites Mal diskriminiert wurden.

Die Ausstellung ist bei 10. Januar werktags von 8 bis 19 Uhr im Bundesarchiv, Potsdamer Straße 1, Koblenz-Karthause, geöffnet.

 

 

Sumy Sumy

In Sumy, einer Stadt im Norden der Ukraine, ist derzeit die Ursprungsversion der Ausstellung zu sehen. Die Ausstellung hatte in der Ukraine ihre Premiere: Sie war 2005 zum ersten Mal in der Hauptstadt Kiew zu sehen.

 

 

neu / 23.11.2007

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 30. November 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 30. November 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.