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Buss- und Bettag

Auch ein "Tag der Hoffnung"

Mehrere Hundert evangelische und katholische Christinnen und Christen haben am Buß- und Bettag den traditionellen ökumenischen Gottesdienst im Trierer Dom unter dem biblischen Motto „Bemüht euch mit allen Kräften“ gefeiert.

Präses Schneider predigte im Trierer Dom. Präses Schneider predigte im Trierer Dom.

Für Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), ist der Buß- und Bettag ein „Tag der Hoffnung“. Er ging in seiner Predigt vor allem auf die Fragen der sozialen Gerechtigkeit ein.

„Wir können anders leben, so dass nicht nur eine schmale Elite in Saus und Braus lebt“, rief Schneider den Gläubigen zu. Das sei möglich, wenn man den Alltag an Gottes Geboten ausrichte. Dieser Tag sei ein Anlass, eingeschliffene Gewohnheiten und Festlegungen durch Herkunft und Geschlecht, Beruf und Lebensort zu verändern. Neben der verheißungsvollen Perspektive spreche die Bibel auch unser Leben und Verhalten an, so Schneider.

Manchmal ist es wirklich zu spät

Die Warnung des „zu spät“ sei realistisch. Es gebe Wege, die ab einem bestimmten Punkt unumkehrbar seien. Die Frage nach der Gerechtigkeit vor Gott werde „mitten im Leben“ und „mitten im Alltag“ gestellt, etwa bei „politischen Auseinandersetzungen um vernünftige Entscheidungen zur Gestaltung unseres gesellschaftlichen Lebens“, im „Ringen um die Ordnung für das gerechte Zusammenleben der Völker“ oder bei der Suche nach der „richtigen Entscheidung zur Energieproduktion mit deren möglichen Konsequenzen für unser Klima“.

Schneider warf auch einen Blick in das private Leben. Wo durch echte oder vermeintliche Verletztheit Gespräche nicht mehr aufgenommen werden könnten, gebe es keinen Weg mehr zum Vergeben und Verzeihen. Daher habe Jesu Warnung ihre Berechtigung: „Das Ringen, Mühen und Kämpfen lohnt sich.“

Und es gibt ein "rechtzeitig"

Das Wissen, dass es auch ein „rechtzeitig“ gebe, mache den Buß- und Bettag zu einem Tag der Verheißung und Hoffnung, die eine Perspektive für alle Menschen biete. „Diese Perspektive soll unser Leben bestimmen, im Osten und Westen, im Süden und Norden und auch hier in Trier, in der ganzen Diözese und in der ganzen rheinischen Kirche“, forderte er auf.

In seiner Begrüßung zum Gottesdienst wies Bischof Reinhard Marx auf die ökumenische Verbundenheit hin: Es sei nicht nur eine gute Tradition, sondern auch ein Grund zur echter Freude, dass der Buß- und Bettagsgottesdienst in Trier traditionell ökumenisch gefeiert wird. „Wir sollten bei all den Schwierigkeiten, die es immer wieder gibt in der Ökumene, gemeinsam feiern, gemeinsam beten und gemeinsam auf das Wort Gottes hören“, so der Trierer Bischof.

 

 

Bischof Marx und Präses Schneider. Bischof Marx und Präses Schneider.

Bischof Marx dankte Präses Schneider beim anschließenden Empfang für die vielfältigen, ökumenischen Kontakte. Er schenkte ihm ein neu erschienenes Buch über den katholischen Sozialethiker Oswald von Nell-Breuning. In seinem Grußwort machte Präses Schneider deutlich, evangelische und katholische Christen seien Geschwister, die durch die Taufe verbunden sind. „Schwestern und Brüder sucht man sich nicht aus, man gehört zusammen“, betonte der Präses.

 

 

 

ekkt.de / 21.11.2007

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 23. November 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 23. November 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.