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Fotoausstellung

Bilder aus der zweiten Heimat Deutschland

Die Krisen der Welt, Kriege, Verfolgung weltweit, all das spiegelt sich auf dem Schiff „Siesta“ im Düsseldorfer Hafen wider. Flüchtlingswege führen aus dem Kongo, aus Äthiopien, aus Somalia, aus dem Irak auch nach Düsseldorf.

Eine Flüchtlingsfrau kommt mit einer Torte auf das Flüchtlingsschiff im Düsseldorfer Hafen. Dies ist eines der Fotos von Sergej Lepke. Eine Flüchtlingsfrau kommt mit einer Torte auf das Flüchtlingsschiff im Düsseldorfer Hafen. Dies ist eines der Fotos von Sergej Lepke.

Erste Station für viele Flüchtlinge ist dabei das Flüchtlingsschiff „Siesta“ im Hafen. Der Düsseldorfer Fotograf Sergej Lepke hat dort fotografiert. Nun sind seine Bilder in einer Ausstellung im Haus der Kirche in Düsseldorf zu sehen.

„Ich wollte die Menschen zeigen, um die es hier geht“, sagt Lepke. Er selbst stammt aus Russland, ist gelernter Journalist, arbeitet seit Jahren in Düsseldorf als Fotoreporter für Zeitungen und Magazine – unter anderem auch für www.evdus.de und www.ekir.de.

Lepke hat in den vergangenen Monaten Männer, Frauen und Kinder sowie Flüchtlingsberaterinnen und Berater und engagierte Helferinnen und Helfer fotografiert. Herausgekommen ist dabei eine Fotoausstellung, die die Menschen in den Mittelpunkt rückt.

Vorübergehend auf dem Schiff

Die meisten Fotos sind auf dem „Siesta“ im Düsseldorfer Hafen entstanden. Pro Jahr ist das Schiff für etwa 5000 Flüchtlinge Unterkunft auf Zeit. Sie wohnen und leben hier vorübergehend, meist nur wenige Tage, ehe sie in andere Orte kommen. Bei der Zentralen Ausländerbehörde in Düsseldorf werden sie zu ihrem Asylbegehren angehört. Das soll sich ab kommendem Jahr ändern. Dann kommt die Erstaufnahme von Flüchtlingen nach Dortmund.

Das Evangelische Flüchtlingsreferat steht den Flüchtlingen auf der „Siesta“ bei. Das Referat im Haus der Kirche ist ein wichtiger Knotenpunkt im Netz der Hilfen für Flüchtlinge in Düsseldorf. „Das Schiff im Hafen ist die erste Station für die Flüchtlinge. Wir helfen ihnen, sich hier zu orientieren.“

Für manche auch eine zweite Heimat

Zu sehen ist, wie Flüchtlinge auf dem Schiff leben und auch wie sie von Mitarbeitenden der Evangelischen Flüchtlingsberatung betreut werden. Zu sehen ist auch, wie Flüchtlinge schließlich nach dem Durchlaufen des Asylverfahrens in Düsseldorf eine zweite Heimat gefunden haben. Da ist etwa das Bild mit der Frau, die eine Torte in der Hand hält. Sie kam als Flüchtling aus dem Osten und hatte dann – als sie als Flüchtling anerkannt war – eine Torte gebacken. Als Dankeschön. Den Moment, in dem sie mit der Torte zur „Siesta“ kommt, hat Sergej Lepke festgehalten.

Lepkes Fotos sind eindrücklich. Die Schwarz-weiß-Fotografie vom Flüchtlingsschiff etwa. Oder die Kinder, die auf Zehenspitzen sich recken, um aus dem Fenster zu schauen und zu sehen, was draußen im Hafen passiert. Anrührende Fotos sind dabei – etwa das einer afrikanischen Flüchtlingsfrau, die in einer Düsseldorfer Straße fotografiert wurde. Zu sehen ist eine im Ausdruck gelöste junge Frau, von der man erahnt, dass sie wohl monate- vielleicht auch jahrelange Ungewissheit hinter sich hat, die sich nun in das Gefühl des Gefundenhabens einer neuen Heimat gewandelt haben könnte.

Die Ausstellung ist bis zum 20. Dezember zu den Öffnungszeiten des Hauses der Kirche, Bastionstraße, 6, zu sehen. Das ist in der Regel montags bis donnerstags zwischen 9 und 17 Uhr, freitags von 9 bis 13 Uhr.

 

 

 

evdus.de /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 23. November 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 23. November 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.