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Welt-Aids-Tag

Vielfältiges Engagement gegen HIV und Aids

Die rheinische Kirche engagiert sich vielfältig bei der Bekämpfung von HIV und Aids. "Wir werden ELCAP weiter unterstützen", nennt Landeskirchenrätin Elke Wieja von der Ökumene-Abteilung des Landeskirchenamts anlässlich des Welt-Aids-Tags ein Beispiel.

Theater ist eine der kreativen Aktivitäten in Südafrika und Namibia, um die Aufklärung über HIV und Aids zu verbessern. LupeTheater ist eine der kreativen Aktivitäten in Südafrika und Namibia, um die Aufklärung über HIV und Aids zu verbessern.

 

Falke in Kapstadt gehört zu den Unternehmen, die bei "Kirche und Wirtschaft gegen HIV & Aids" mitmachen. Falke in Kapstadt gehört zu den Unternehmen, die bei "Kirche und Wirtschaft gegen HIV & Aids" mitmachen.

ELCAP ist das Aids-Programm der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Namibia (ELCRN). Anlässlich des Jubiläums der ELCRN hat die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) kürzlich 25.000 Euro für ELCAP geschenkt. Erfolgreich sei ELCAP, weil es auf die Beteiligung der Betroffenen setzt und deshalb das Vertrauen der Bevölkerung hat, so Wieja.

Noch eine gute Nachricht: Hatten namibische Behörden bislang mobiles Testen und Beraten untersagt, wurde inzwischen zugesagt, dieses Verbot aufzuheben. Wieja: "Das heißt, wir erreichen nun auch weit entlegene, schwer erreichbar Gegenden und können die Menschen versorgen."

Erfolgreich wie nie funktioniere auch das Programm "Kirche und Wirtschaft gegen HIV & Aids", so die Juristin. So sei in Südafrika ein Autozulieferer neu mit ins Boot gekommen. Und in Namibia sei mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit/GTZ ein weiterer Partner dabei, um die - mit ELCAP verbundene - Arbeit fortzuführen.

 

 

In Namibia sind die Programme ELCAP und "Kirche und Wirtschaft gegen HIV & Aids" verbunden. In Namibia sind die Programme ELCAP und "Kirche und Wirtschaft gegen HIV & Aids" verbunden.

Evangelical Lutheran Church in the Republic of Namibia Aids Programme - so schreibt sich ELCAP aus. Das Programm, das seit 2001 besteht, hat seit diesem Jahr einen neuen Leiter: Pastor Abraham Kheibeb folgte auf Pastor Wilfred Diergaardt. Kernaufgabe des Programms ist die Grundversorgung von Menschen, die mit Aids leben, sowie die Betreuung von indirekt Betroffenen. Damit sind vor allem Waisen und Halbwaisen gemeint. Derzeit betreuen mehr als 500 Freiwillige mehr als tausend Aids-Kranke sowie 1200 Waisen und Halbwaisen.

Für die Hausbesuche - auch in den entlegenen Regionen - stehen bislang nur zwei Autos zur Verfügung. Das gehe an die "Grenze des logistisch Machbaren", heißt es im ELCAP-Jahresbericht. Gut, dass es sich ändert: Der Kirchenkreis Wesel und Rotarierclubs in Wesel-Dinslaken sowie Windhoek werden zwei weitere Wagen finanzieren.

Fünftes Regionalbüro

Apropos Unterstützung aus dem Rheinland: Der Kirchenkreis Wuppertal finanziert seit Mitte des Jahres das fünfte Regionalbüro. ELCAP hat damit Büros in Windhoek, Karibib, Otjiwarongo, Mariental und Keetmanshoop.

Schulungen, Präventions- und Aufklärungskampagnen sowie die Zusammenarbeit in Unterstützungsgruppen - zusammengesetzt sowohl aus Betroffenen als auch nicht Infizierten - gehören zu den weiteren Komponenten von ELCAP. Hauptfinanziererin von ELCAP ist die Vereinte Evangelische Mission (VEM), zu deren Mitgliedern die rheinische Kirche gehört.

Kirche und Wirtschaft gegen Aids

"Kirche und Wirtschaft gegen HIV & Aids" ist ein Kooperationsprojekt zwischen Deutschland und dem südlichen Afrika. Der Ansatz: Die meisten von HIV und Aids betroffenen Menschen sind im erwerbsfähigen Alter. Das spüren Unternehmen - und wissen das Programm der Kirchen zu schätzen, das für Mitarbeitende Vorbeugung, freiwilliges Testen und Beratung bringt und das überdies die Lebenswirklichkeit auch außerhalb des Betriebs in den Blick nimmt. Begleitung auch der Familienangehörigen, Seelsorge, das sind nur zwei der Aspkete, die das Programm "Kirche und Wirtschaft gegen HIV & Aids" beinhaltet. Die rheinische Kirche gehört zu den Mitträgerinnen dieses Projekts.

Zu den Entwicklungen dieses Programms gehört derzeit die Konzentration auf Trainings, die Einbindung kirchlicher Partner und Organisationen, der Fokus auf Männer und die Betonung des "B". Damit wird auf die ABC-Strategie angespielt: A wie Abstain / Enthaltsamkeit, B wie Be Faithful / Treue in der Partnerschaft und C wie Use Condoms / Kondome.

Südliches Afrika schwer betroffen

76 Prozent der Aids-Toten stammen aus dem südlichen Afrika, so der UN-Aids-Bericht 2007. Außerdem sind hier auch mehr als zwei Drittel aller Neuinfektionen zu verzeichnen. Weltweit wird es allein in diesem Jahr mehr als zwei Millionen Aids-Tote geben, so der Bericht des Aids-Programms der Vereinten Nationen. Das südliche Afrika ist die am schwersten von der Immunschäche-Krankheit betroffene Weltregion.

Kondome statt vermeintlicher Moral

Vizepräses Petra Bosse-Huber predigte anlässlich des Welt-Aids-Tags im Aids-Gottesdienst in der Elberfelder Citykirche in Wuppertal am 2. Advent. Es brauche eine "mutige und effektive Aufklärungs- und Anti-Aids-Arbeit", sagte die Theologin. Sie mahnte auch die Kirchen, eigene Kulturen und Traditionen kritisch zu überdenken.

Die christlichen Kirchen dürften Aufklärung und Arbeit nicht durch religiöse Tabus blockieren. "Alle Mittel zur Eindämmung von Aids müssen eingesetzt werden, da darf vor allem der Einsatz von Kondomen aus vermeintlich moralischen Gründen nicht außen vor bleiben."

 

 

neu / 30.11.2007

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Donnerstag, 29. November 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Montag, 3. Dezember 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.