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Ehrenamtspreis

Arbeit von Behinderten, für die eine Welt und für Demenzkranke

Ein integratives Gottesdienstprojekt, ein Eine-Welt-Laden und ein Projekt für Demenzkranke haben den Ehrenamtspreis der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) gewonnen. Der Preis wird erstmals verliehen.

Ehrenamtspreis für den Gottesdienst mit Menschen mit Behinderung in Essen - hier beim Kirchentag im Juni in Köln. LupeEhrenamtspreis für den Gottesdienst mit Menschen mit Behinderung in Essen - hier beim Kirchentag im Juni in Köln.

Unter dem biblischen Motto „Ihr seid das Salz der Erde“ vergibt die EKiR in diesem Jahr erstmals den Ehrenamtspreis. Präses Nikolaus Schneider wird am Samstag, 8. Dezember, die drei Projekte mit dem Preis auszeichnen. Pfarrerin Dr. Sabine Zoske: „Der Ehrenamtspreis soll nicht nur Dank und Anerkennung zum Ausdruck bringen, sondern er soll auch Förderung ehrenamtlichen Einsatzes in unserer Kirche sein." Unter dem Vorsitz von Sabine Zoske hat die von der Kirchenleitung berufene Jury rund 120 Vorschläge aus Gemeinden und Kirchenkreisen zwischen Emmerich und Saarbrücken begutachtet.  

Gottesdienst mit Menschen mit Behinderung, Essen

Das Projekt "Gottesdienst mit Menschen mit Behinderung" in Essen hat die Jury als beeindruckendes Gottesdienstprojekt mit dem Preis ausgezeichnet. 30 ehrenamtliche Mitarbeitende bereiten die Gottesdienste vor, 25 von ihnen haben eine geistige Behinderung. Die kreiskirchliche Pfarrerin für Behindertenarbeit, Christine Stoppig, begleitet die Arbeit. Sie sorgt unter anderem für eine jährlich stattfindende einwöchige Fortbildung im Pädagogisch-Theologischen Institut der EKiR.

Die mitarbeitenden Menschen mit Behinderung haben ein hohes Bewusstsein der Verantwortung für den Gottesdienst, so die Jury weiter. Die beteiligten Menschen ohne Behinderung erarbeiten das jeweilige Jahresthema und legen es dem Team vor, das aber die Freiheit hat und sich auch nimmt, es zu verändern oder ganz neu festzulegen. "Das macht den emanzipatorischen Charakter des Projekts deutlich: Die Mitarbeitenden werden nicht im üblichen Sinne betreut, sondern gestalten selbst."

Eine-Welt-Laden, geführt von Jugendlichen, Oberhausen-Osterfeld

Der Preis geht außerdem an "hoch motivierte jugendliche Mitarbeitende aller Schulformen", die "in großer Eigenverantwortung, Selbstständigkeit und Zuverlässigkeit den "sehr schön gestalteten" Eine-Welt-Laden in Oberhausen-Osterfeld führen. Die Jugendlichen werden dabei von einer beruflich arbeitenden Kraft begleitet, die auch für die Fortbildung der Mitarbeitenden sorgt. Besonders überzeugend findet die Jury, dass das Projekt nicht nur auf Verkaufserlös hin angelegt ist, sondern dass die Jugendlichen auch selbstständig Informationsmaterial zur Wissensvermittlung an Besucherinnen und Besucher, Gemeinde- und Konfirmandengruppen erarbeiten und so die zu vermittelnden Themen didaktisch aufbereiten.

Begegnungsstätte im Haus der Senioren/Betreuungscafé für Demenzkranke, Velbert-Langenberg

Den Preis erhält schließlich ein Team von elf ehrenamtlich Mitarbeitenden, das von einer hauptamtlichen Kraft begleitet und fortgebildet wird. Es bietet zweimal in der Woche ein Betreuungscafé für Demenzkranke an. Außerdem gibt es einmal im Monat ein Nachtcafé mit dem Ziel, Angehörigen einen freien Abend zu verschaffen. Für diese werden auch persönliche Beratung und ein Gesprächskreis angeboten. Außerdem werden Hausbesuche zur stundenweisen Betreuung gemacht.

Das Projekt ist gekennzeichnet "von großer Zuverlässigkeit der Mitarbeitenden", so die Jury. Die ehrenamtliche Arbeit geschieht in "großer Souveränität und Eigenständigkeit, mit denen eine ebenso gründliche und souveräne Begleitung durch die hauptamtliche Kraft (und bei Bedarf das Team im Haus der Senioren) korrespondiert". Der Betreuungscharakter des Projekts ergebe sich aus der Klientel. Soweit irgend möglich, werde die Selbstständigkeit der Erkrankten gefördert. "Das Projekt ist insofern innovativ, als es gegen den Trend der Zeit steht: Die ehrenamtliche Arbeit in Hospizen hat Hochkonjunktur, die mit Demenzkranken dagegen nicht."

Künftig alle zwei Jahre

Mehr als 114.000 Männer und Frauen sind in der rheinischen Kirche ehrenamtlich tätig. Mit dem Preis, der künftig alle zwei Jahre vergeben wird, sollen bewährte Formen ehrenamtlicher Arbeit, besonders aber neuartige ehrenamtlich getragene Projekte in den Bereichen Gottesdienst, Seelsorge/Beratung, sozialdiakonische Arbeit, Kultur- und Bildungsarbeit, Zielgruppenarbeit, allgemeine Gemeindearbeit und Gemeindeleitung öffentlich vorgestellt und weiter gefördert werden. Die Preisträger erhalten je 1000 Euro.

 

 

 

 

jpi, Foto: kirche-essen.de /

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Freitag, 2. November 2007. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 2. November 2007. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.