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Missionale

Aus österlichem Glauben heraus

Begegnung, Gebet und Ermutigung: vom 26. Missionale-Treffen in Köln

Begeisterte Jugend auf der Missonale Begeisterte Jugend auf der Missonale

Wenn Kirche in gesellschaftlichen Fragen Stellung bezieht, dann muss sie auch deutlich machen, warum sie etwas sagt. Deshalb sei das Missionarische so wichtig, betonte der designierte Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), Nikolaus Schneider, beim 26. Missionale-Treffen in der Kölner Messe. Dass die Kirchen sich etwa gegen einen Irak-Krieg aussprechen, habe nichts mit politischer Ideologie zu tun, sondern damit, "dass wir einen Gott des Friedens haben", sagte Schneider.

Vor Resignation schütze die Christinnen und Christen in dieser weltpolitischen Lage, dass der Karfreitag nicht das letzte Wort habe. "Aus dem österlichen Glauben heraus werden wir weiter beten." Der Glaube bewahre zudem vor kurzatmigem Aktionismus.

Auch auf die Sparkonzepte der EKiR ging Schneider ein. Zwar bestehe die Gefahr, dass der Elan für missionarische Konzepte auf der Strecke bleibe. Aber bei den jüngsten Entscheidungen der Landessynode sei es um die Zukunftsfähigkeit der Kirche gegangen. Dass das Amt für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste an den Ort der Kirchlichen Hochschule nach Wuppertal ziehen soll, biete die Chance, das Thema Mission besser in das Theologiestudium einzubinden.

Rund 3500 Mitglieder aus Landes- und Freikirchen sowie 500 Jugendliche und Kinder waren nach Köln zum 26. Missionale-Treffen gekommen, um Ermutigung zu missionarischer Gemeindearbeit zu erhalten. Denen sagte der englische Bischof John Finney, der in der anglikanischen Kirche in den neunziger Jahren Beauftragter für die Dekade der Evangelisation war: "Als uns das Geld ausging, haben wir uns die wirklichen Fragen gestellt." Angesichts sinkender Zahlen von Gottesdienstbesuchern habe seine Kirche ein Konzept entwickelt, das Menschen den Glauben in kleinen Gruppen, sogenannten Weggemeinschaften, nahe bringe. "Kleingruppenarbeit ist die effektivste Arbeit in der Evangelisation", so Finney.

Kirchliche Verkündigung komme ihm zuweilen so vor, als ob man um das Wesentliche drum herum rede, sagte Peter Bukowski, der Leiter des Reformierten Seminars in Wuppertal und Moderator des Reformierten Bundes. Er war Referent eines von elf Seminaren. Sein Thema lautete: "Was die Leute hören wollen – was die Leute hören sollen." Seine Antwort: "Wir müssen von Gott reden. Alles andere können andere auch, und häufig besser." Die Menschen würden Antworten auf drei Fragen erwarten: Was hält mich? Was trägt mich? Was soll ich tun? Und die Christen sollten sie ihnen geben können. Dadurch, dass sie konkret von Gott reden, wie er sich in der Bibel zeigt. "Wir sollen biblisch von Gott reden. Die Bibel ist unsere Chance", sagte Bukowski. Kirche müsse Menschen Mut zum Leben und Trost zum Sterben geben. Aus den Gottesdiensten müssten sie größer herausgehen als sie hereingekommen seien.

Wolfgang Beiderwieden/DER WEG

 

 

 

Hinweis: Dies ist ein archivierter Beitrag vom Sonntag, 16. Februar 2003. Die letzte Aktualierung erfolgte am Freitag, 21. Februar 2003. Grundsätzlich verändern wir Achivbeiträge nicht, ggf. sind einzelne Informationen und Links veraltet.