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Kreiskirchentag

Altenkirchen: Chancen der Begegnung und Vernetzung suchen

Rund 1500 Gäste werden zum Kreiskirchentag in Altenkirchen erwartet. Mehr voneinander erfahren - das ist eins der Ziele dieses Tages. Ein ekir.de-Interview mit Superintendentin Andrea Aufderheide.

Superintendentin Andrea Aufderheide

Superintendentin Andrea Aufderheide

Alle zwei Jahre ein Deutscher Evangelischer Kirchentag, in diesem Jahr der Ökumenische Kirchentag – warum feiert der Kirchenkreis zusätzlich einen eigenen Kreiskirchentag? Welche Ziele und Zielgruppen haben Sie vereinbart?

Im Jahr 2005 hat der Evangelische Kirchenkreis Altenkirchen erstmals einen „Tag der Begegnung der Gemeinden“ gefeiert. Alle 16 Kirchengemeinden waren zur Bindweide eingeladen und haben miteinander eine großartige und beeindruckende Gemeinschaftserfahrung geteilt. Aus diesem positiven Erleben, das noch lange nachwirkte, wurde von zahlreichen Menschen der Wunsch geäußert: So etwas müssen wir öfter machen! Deshalb entschied sich die Kreissynode dafür, alle vier bis fünf Jahre eine Veranstaltung dieser Größenordnung zu realisieren. Wir spüren im Kirchenkreis in vielen unserer Gemeinden und Regionen das wachsende Bedürfnis, die Chancen von Begegnung und Vernetzung zu suchen und konsequent weiter gestalten zu wollen. Mehr voneinander zu erfahren und voneinander lernen zu können, aber auch Projekte gelungener Gemeindearbeit gemeinsam zu würdigen und daraus Impulse für das eigene Engagement vor Ort zu entwickeln, das ist der rote Faden, der zum Kreiskirchentag 2010 hinführt. Darüber hinaus wollen wir als Evangelische Kirche im Kreis Altenkirchen auch ganz bewusst von Kirchen distanzierte Menschen ansprechen und sie einladen, die Vielfalt unseres Evangelisch-Seins mit uns zu entdecken. Nicht zuletzt bedeutet ein solcher Kreiskirchentag für die vielen Sängerinnen und Sänger, Bläserinnen und Bläser in unseren Kirchengemeinden eine besondere kirchenmusikalische Herausforderung, der sie sich mit großer Freude und herausragendem Engagement stellen. So wird es eigens für den Kreiskirchentag Vereinigte Kirchenchöre und Vereinigte Posauenchöre des Kirchenkreises Altenkirchen geben und weitere mitwirkende Chöre mit insgesamt rund 300 Beteiligten.

Wie viele Menschen erwarten Sie?

Dem Kreiskirchentag geht am 28. August ein Jugendtag mit einem tollen Programm und vielen Highlights voraus. Wir rechnen daher an beiden Tagen mit rund 1000 bis 1500 Gästen, und voraussichtlich wirken etwa 250 Menschen bei allen Veranstaltungen mit.

Gottesdienst in der Fahrzeughalle der Westerwald-Bahn beim Kreiskirchentag Altenkirchen 2005

Nochmal zum Kreiskirchentag vor fünf Jahren: Welche guten Erfahrungen fließen daraus ein?

Auf jeden Fall die starke, positive Resonanz, die wir erfahren haben und die uns motivierte, solch ein großes Projekt mit über einem Jahr reiner Vorbereitungszeit erneut “anzupacken“, und natürlich auch die vielen schönen Erinnerungen an diesen „Tag der Begegnung der Gemeinden“. Darüber hinaus will unser Kreiskirchentag als „kleine Schwester“ der großen Kirchentage selbstverständlich auch ein bisschen „Kirchentags-Feeling“ vermitteln! Insbesondere die Menschen, die nicht zum DEKT oder OEKT fahren können, sollen die Freude erfahren, einen Gottesdienst in großer Gemeinschaft zu feiern, und viele weitere Angebote nutzen können..

"Der Himmel geht über allen auf“ – warum haben Sie sich für diese Motto entschieden?

Das Motto steht schon lange fest. Die Kreissynode hat sich in ihrer Tagung im März 2007 mit dem Thema „Globalisierung“ beschäftigt und in der Weiterarbeit hierzu das Motto des Kreiskirchentages gewählt: „Der Himmel geht über allen auf“. Wir verstehen uns als Kirchengemeinden und als Kirchenkreis, als Kirche vor Ort wie als Kirche in der Weite der Ökumene, unter e i n e m Himmel lebend. Wir sind alle miteinander verbunden durch die Liebe Gottes in Christus, die den Himmel für uns öffnet. Deshalb stellen wir uns - aus dieser Zusage heraus - in gemeinsamer Verantwortung den drängenden Fragen nach Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

Welche Highlights stehen am 29. August auf dem Programm?

Wir feiern einen Gottesdienst mit Präses Nikolaus Schneider, der die Festpredigt halten wird. Darüber hinaus erleben wir die Uraufführung des Chorwerkes „Herr, du hast den Himmel ausgebreitet“, das eigens für den Kreiskirchentag von Kantor Achim Runge aus der Evangelischen Kirchengemeinde Hamm komponiert und getextet wurde. Ferner dürfen unsere Gäste, die wir aus nah und fern erwarten, die Vielfalt des „Marktes der Möglichkeiten“ auf sich wirken lassen oder bewegt werden von einer besonderen Bibelarbeit mit Prof. Dr. Siegfried Macht. Auf unsere ganz jungen Besucherinnen und Besucher des Kreiskirchentages wartet ein attraktives Kinderprogramm, und den Jugendlichen ist ein eigener Jugendtag am Samstag gewidmet. Diese genannten Highlights erschöpfen aber bei weitem noch nicht unser gesamtes Kreiskirchentagsprogramm, und wir hoffen, dass für jeden und jede ein ansprechendes Angebot dabei sein wird!

Wie viel Geld muss der Kirchenkreis für den Kreiskirchentag in die Hand nehmen?

Für den Jugend- und Kreiskirchentag zusammen haben wir 12.500 Euro eingeplant.

Wie wichtig ist es, dass Partner aus Muku/Kongo und Templin-Gransee mit dabei sein werden?

Diese Besuche zum Kreiskirchentag bedeuten uns sehr viel! Wir sind dankbar, dass wir nach sieben Jahren endlich wieder eine Delegation aus dem Kirchenkreis Muku bei uns begrüßen können. Der Bürgerkrieg im Kongo hat den Menschen langes, schreckliches Leid zugefügt. Auch unsere gemeinsame Partnerschaftsarbeit war durch diese Ereignisse überschattet. Kontakte nach Muku konnten nur auf schriftlichem Weg gehalten werden. Jetzt endlich ist wieder das direkte Gespräch miteinander möglich - und das im Jubiläumsjahr unserer 30-jährigen Partnerschaft! Superintendent Jonas Ngombera Rugombosa und ich begreifen dies als ein Wunder! Auch mit unsern Partnern in Templin-Gransee in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz verbindet uns eine Jahrzehnte lange, feste Partnerschaft. Die Gemeinden beider Kirchenkreise besuchen sich gegenseitig zu ihren Festen und erleben hier stets einen intensiven Austausch mit vielen Menschen. Auch auf der Kirchenkreis-Ebene finden regelmäßig Begegnungen statt im Rahmen gemeinsamer Pastoralkollegs. Wir können und wollen viel voneinander lernen, um evangelische Kirche gemeinsam in die Zukunft zu gestalten. Darum freut es mich außerordentlich, dass Superintendent Uwe Simon zum Kreiskirchentag kommen wird. Er wirkt auch im Gottesdienst mit und nimmt sich anschließend Zeit zu Gespräch und Begegnung. Ebenso wie die Freunde aus Muku wird Superintendent Simon nachmittags auf der großen Bühne auf dem Schlossplatz hoffentlich vielen Menschen von der gegenwärtigen Situation im Partnerkirchenkreis Templin-Gransee und vom Leben in den Gemeinden berichten.

ekir.de / 23.08.2010