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Pfarrer Sebastian Baer-Henney auf dem Evangelischen Friedhof in Köln-Mülheim an der Buche, die ein 'Baum der Trauer' wird.

Pfarrer Sebastian Baer-Henney auf dem Evangelischen Friedhof in Köln-Mülheim an der Buche, die ein "Baum der Trauer" wird.

Köln-Mülheim

Für Briefe an Verstorbene

Der evangelische Friedhof in Köln-Mülheim hat sich mit dem Ewigkeitssonntag 2018 noch einmal deutlicher in einen Ort der Trauer und der Hoffnung verwandelt. In einen Ort, der einlädt, sich dort aufzuhalten und dabei über das Sterben und über das Leben nachzudenken. Dazu dient insbesondere eine Buche als neuer "Baum der Trauer".

Die Buche hat einen Hohlraum. Und so entstand die Idee, sie sozusagen als Briefkasten zu nutzen. Für Briefe an liebe Verstorbene. An Menschen, die Besucherinnen oder Besucher des Friedhofs vermissen. So wie Menschen seit alters her Gräbern Briefe beigeben, so können nun an diesem Ort Hinterbliebene ein paar Zeilen einwerfen.

Liegen für Besucherinnen und Besucher bereit, die einen Brief hinterlassen möchten: Päckchen mit Karten, Blatt und Stift.

Liegen für Besucherinnen und Besucher bereit, die einen Brief hinterlassen möchten: Päckchen mit Karten, Blatt und Stift.

Das Nötigste liegt bereit: kleine Päckchen mit feinem Leinenpapier, Stift, zwei bedruckten Karten. Gemeindepfarrer Sebastian Baer-Henney weiß: Für Menschen ist es wohltuend, Gedanken zu Papier bringen zu können. Dass schönes, werthaltiges Schreibutensil bereitliegt, ist ihm wichtig: als Abgrenzung zu Trauerhallen, die ein trauriger Anblick sind. Als Abgrenzung zu Bildern, die trist sind.

"Wir wollen nicht, dass mit den Toten zweitklassig umgegangen wird", sagt der Theologe. Einem Verstorbenen noch einmal einen Brief schreiben und dem Baum der Trauer übermitteln - diese Möglichkeit besteht "ohne Mitgliedsausweis", gilt Gemeindegliedern wie Gästen. Pfarrer Baer-Henney geht es letztlich darum, von der christlichen Auferstehungshoffnung zu erzählen.

Der Baum der Trauer - er rückt den evangelischen Friedhof wieder näher in die Mitte der Gemeinde, so der Sinn dieser Aktion, die Pfarrer und Friedhofsverwaltung erdacht und realisiert haben. Und ebenso in die Mitte des Stadtteils. Der evangelische Friedhof Köln-Mülheim ist ein "Ort der Hoffnung", ist Teil der gleichnamigen Initiative, die am Ewigkeitssonntag gestartet ist.

ekir.de / FE, neu / 26.11.2018


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