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Kirchenkreise

Duisburg/Moers beklagt steigenden Beratungsbedarf

Der Beratungsbedarf steigt, die Zahl der Krisenfälle nimmt zu, so die Evangelische Beratungsstelle Duisburg-Moers für Familien-, Ehe-/Partnerschafts- und Lebensfragen sowie Schwangerschaftskonfliktberatung.

„Die Beratungsstelle wird in zunehmendem Maße von Multiproblemfamilien genutzt“, berichtet Diplom-Psychologin Ulrike Stender. Die Leiterin der Beratungsstelle erlebt insbesondere im Duisburger Norden vielfältig belastete und oft "erziehungsunsichere" Eltern, die ihre eigenen Probleme kaum bewältigen können. Die Kinder reagieren auf Armut und soziale Ausgrenzung mit Aggressivität und Gewaltbereitschaft, aber auch mit Resignation und Leistungsverweigerung. Die Zahl der Familien mit Migrationshintergrund und "daraus resultierenden Problemen" sei deutlich gestiegen, so Stender.

„Erschreckend“ seien die erneut gestiegenen Wartezeiten auf ein Erstgespräch in der Beratungsstelle. Die Berater stießen auf immer mehr „Krisenfälle“, die sie vorziehen müssen. Der Schwerpunkt der Beratungsarbeit liege bei der Kinder- und Jugendhilfe. Wegen der Brisanz vieler Fälle wurde in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt ein Konzept zur „Erziehungsberatung in 24 Stunden“ entwickelt, das eine zusätzliche Planstelle für diesen Bereich vorsieht - die Entscheidung der Stadt Duisburg steht aus. In der Schwangerschaftskonfliktberatung haben sich Stender zufolge die Fallzahlen um 18 Prozent erhöht.

ekir.de / 18.08.2010